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Produktentwicklung

Auch Mittelständler können ihre Kunden zur Produktentwicklern machen

| Redakteur: Stéphane Itasse

Nicht nur Großkonzerne können Kunden und deren Bedürfnisse dazu nutzen, Ideen für technische Neuerungen zu entwickeln. Auch für Mittelständler ist diese Methode anwendbar, sofern sie in der Lage sind, den Kundendialog entwicklungsbezogen auf- und ausbauen. Das war das Ergebnis eines Workshops des Vereins Saarland Innovation&Standort e.V. (Saar IS) beim Beschichtungsspezialisten Gramm Technik in Neunkirchen.

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Es muss nicht immer das eigene Forschungslabor sein – auch Mittelständler können neue Produkte gemeinsam mit ihren Kunden entwickeln.
Es muss nicht immer das eigene Forschungslabor sein – auch Mittelständler können neue Produkte gemeinsam mit ihren Kunden entwickeln.
( Bild: Bosch )

Längst entstehen neue Produktideen nicht mehr nur in den Forschungsabteilungen der Unternehmen. Neben den Mitarbeitern, die mit ihren Verbesserungsvorschlägen den Unternehmen oftmals hohe Beträge einsparen, hat sich laut Mitteilung von Gramm Technik in der vergangenen Jahren eine weitere Quelle für Innovationen etabliert: der Kunde. In einem Workshop konnten Techniker, Ingenieure und Geschäftsführer saarländischer Unternehmen unterschiedlicher Branchen die Möglichkeiten und Methoden der Innovationsentwicklung auf Basis von Kundenideen kennen lernen.

Durch den Workshop führte Dr. Jörg Rupp. Als Innovationsberater ist er mit seiner Firma Dorucon Dr. Rupp Consulting seit Jahren in der Technologieförderung mittelständischer Unternehmen tätig, wie es in der Mitteilung heißt. Neben dem Consulting liege der Schwerpunkt der Arbeit in der Akquise von Fördermitteln, wo er unter anderem für das Programm Go-Inno zertifiziert worden sei.

Mittelständler haben Nachholbedarf bei der Produktentwicklung mit den Kunden

Rupp veranschaulichte zunächst, wie die Branchenführer Daimler, Dell oder Tchibo die Kundenkreativität nutzen. Im Durchschnitt seien mehr als 170 Ideen notwendig, um eine Innovation auf den Markt zu bringen. Während die großen Unternehmen an die Innovationspotenziale ihrer Kunden systematisch herangingen, hätten Mittelständler hier häufig Nachholbedarf.

So würden im Maschinenbau in der Schweiz zwar 35 % aller Neuprodukte durch den Kunden initiiert, jedoch führe nur jedes zehnte Unternehmen überhaupt Kundenbefragungen und nur jedes hundertste Kundenworkshops durch. Vom regelmäßigen Dialog und Austausch mit dem Kunden könnten nahezu alle Phasen der Produktentwicklung profitieren. Daneben stellte Jörg Rupp laut Mitteilung auch neue Ansätze wie Communities oder Online-Ideenplattformen wieinnocentive.com vor, über die jeder Zugang zum kreativen Potenzial Vieler habe.

Mehrere Methoden zur Ideenentwicklung mit den Kunden möglich

Im zweiten Teil standen dann laut Mitteilung die Methoden im Mittelpunkt, mit denen Ideen gemeinsam mit Kunden entwickelt werden können. Hier kämen einerseits direkte Interviews, Fokusgruppen oder Umfragen zum Einsatz. Oder man analysiere quasi indirekt die Anfragen, die der Kunde zum Beispiel beim Kundendienst äußere, und bewerte die dahinter stehenden Probleme. In allen Fällen sollten dabei die Kundengruppen nach sinnvollen Kriterien segmentiert werden, um die Erfahrungen möglichst genau eingrenzen zu können, wie es heißt.

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