Metalldruck Audi investiert in Additive Fertigung

Redakteur: Simone Käfer

Audi ist mit EOS eine Entwicklungspartnerschaft eingegangen. Die Beratungssparte von EOS, Additive Minds, unterstützt den Automobilhersteller bei einer ganzheitlichen Implementierung von industrieller 3D-Druck-Technik und beim Aufbau eines entsprechenden 3D-Druck-Zentrums in Ingolstadt.

Firmen zum Thema

Audi hat ein Kompetenzzentrum zur Additiven Fertigung eingerichtet. Partner im Wissenaufbau ist EOS.
Audi hat ein Kompetenzzentrum zur Additiven Fertigung eingerichtet. Partner im Wissenaufbau ist EOS.
(Bild: Audi AG)

Ziel ist es, Audi nicht nur mit den richtigen additiven Systemen und Prozessen auszustatten, sondern sie gleichzeitig bei der Applikationsentwicklung, dem internen Wissensaufbau sowie der Ausbildung ihrer Ingenieure hin zu Experten für die Additive Fertigung zu unterstützen, verkündet EOS. Dazu ergänzt Jörg Spindler, Leiter des Audi Werkzeugbaus: „Wir haben eigens ein Kompetenzzentrum für 3D-Druck eingerichtet, um Erfahrungen mit den Werkstoffen und dem Prozess zu sammeln und sie zur Serienreife weiterzuentwickeln. Eine enge Zusammenarbeit mit Herstellern wie EOS, die hohes Innovationspotenzial in der Technikentwicklung einbringen, ist für diese Ziele essentiell.”

Die Konstruktion bestimmt die Fertigung

Federführend sind auf Seiten von Audi die Bereiche Werkzeugbau und das Gießerei-Technikum. Erste Anwendung findet der industrielle 3D-Druck zunächst im Betriebsmittel- und Prototypenbau sowie im Motorsport, wo die Technik heute schon wirtschaftlich eingesetzt wird. Bei komplizierten Bauteil-Geometrien und Baugruppen wird die Additive Fertigung künftig die Herstellung von Geometrien ermöglichen, die bei der konventionellen Herstellung gefügt werden müssten.

Diese Bauteile fertigt Audi per DMLS-Verfahren. Durch eine Zusammenarbeit mit EOS will Audi sein Know-how vertiefen.
Diese Bauteile fertigt Audi per DMLS-Verfahren. Durch eine Zusammenarbeit mit EOS will Audi sein Know-how vertiefen.
(Bild: AUDI AG)

Hier liegt der große Vorteil des 3D-Drucks: Die Konstruktion bestimmt die Fertigung, nicht umgekehrt. „Mit dieser Technik können wir beispielsweise in Werkzeugen innenliegende Strukturen und Funktionen integrieren, die wir mit konventionellen Fertigungsmethoden bisher nicht abbilden konnten. Vor allem bei Bauteilen in kleinen Stückzahlen können wir auf Basis der Technik nun schnell und wirtschaftlich Bauteile in Leichtbauweise erzeugen”, führt Spindler aus.

Kostengünstiger fertigen

Beim Einsatz der Additiven Fertigung bei Audi steht die Herstellung von Druckgusswerkzeugeinsätzen und Warmumformsegmenten im Vordergrund. Das Unternehmen kann den Prozess der Serienherstellung durch eine konturnahe Kühlung positiv beeinflussen und dadurch Bauteile und Fahrzeugkomponenten kostengünstiger produzieren. Möglich wird dies durch hochkomplexe, am Bauteil ausgelegte und additiv erzeugte Kühlkanäle, die konventionell bisher nicht umsetzbar waren. Konkret sorgt heute die verbesserte Kühlleistung für eine 20-prozentige Zykluszeitreduzierung, die sich gleichzeitig auch positiv auf Energieverbrauch und Kosteneffizienz der Bauteile auswirkt.

(ID:44475173)