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VDMA Auftragseingang im Maschinenbau wieder schwächer

| Redakteur: Stéphane Itasse

Der Auftragseingang im Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland tendiert wieder abwärts: Die Bestellungen lagen im November 2012 um real 3 % unter dem Ergebnis des Vorjahres, wie der der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Donnerstag in Frankfurt am Main mitteilt.

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Die Bestellungen im deutschen Maschinen- und Anlagenbau haben sich im November nur leicht abgeschwächt.
Die Bestellungen im deutschen Maschinen- und Anlagenbau haben sich im November nur leicht abgeschwächt.
(Bild: Trumpf)

Das Inlandsgeschäft sank um 2 %, das Auslandsgeschäft lag um 4 % unter dem Vorjahresniveau. Im Dreimonatsvergleich September bis November 2012 ergibt sich laut Mitteilung insgesamt ein Plus von 5 % im Vorjahresvergleich. Die Inlandsaufträge lagen bei minus 6 %. Die Auslandsaufträge bei plus 10 %.

Hohe Zuwächse für den Maschinenbau in Übersee nicht nachhaltig

„Nach zwei Zuwächsen in Folge verfehlte der Auftragseingang des Maschinenbaus im November 2012 knapp das Vorjahresniveau. Im Auslandsgeschäft konnten die ungewöhnlich hohen Orders der Monate September/Oktober aus dem Nicht-Euro-Raum nicht noch einmal wiederholt werden. Im Geschäft mit den Inlandskunden setzte sich die bereits im Oktober zu beobachtende Stabilisierung fort. Insgesamt brachte der Monat November keine Überraschungen, weder negative noch positive“, kommentierte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers das Ergebnis.

Die Zuwächse bei den Bestellungen aus dem Nicht-Euro-Raum im Oktober waren auf einzelne Fachzweige konzentiert, aber nicht in der Breite angekommen, wie Wiechers weiter erläuterte. Optimistisch zeigte er sich hingegen für das Inlandsgeschäft: „Wir haben den Eindruck, dass sich die Belebung fortsetzt, das heißt, wir haben den Tiefpunkt hinter uns gelassen.“

Große Unterschiede zwischen den einzelnen Maschinenbau-Fachzweigen

Bei den verschiedenen Maschinenbau-Fachzweigen gibt es nach Angaben des VDMA-Chefvolkswirts allerdings noch große Unterschiede: „Wir haben Bereiche, die stark wachsen, genauso wie Bereiche, die noch hohe Rückgänge verzeichnen müssen.“ Eine klare Erklärung habe der VDMA hierfür nicht.

Beispielsweise habe im Anlagenbau die Verfahrenstechnik hohe Zuwächse, auf der anderen Seite müssten die Hütten- und Walzwerkseinrichtungen noch hohe Rückgänge verkraften. Im Textilsektor würden die Wäscherei- und Textilmaschinen hohe zweistellige Zuwächse in drei Monaten verzeichnen, die Bekleidungs- und Ledertechnik hohe Rückgänge. „Turbinen sind Spitzenreiter im Auftragseingang, die Hersteller von Verbrennungsmotoren gehören eher zu denen, die noch stark gebeutelt sind“, berichtete Wiechers. „Dieses Bild ist charakteristisch für einen konjunkturellen Umbruch: Wir werten es als ein Signal, dass es in einigen Bereich schon wieder ganz gut läuft, in anderen allerdings noch nicht, weil sie noch nachhinken.“

VDMA gibt positiven Ausblick für den Maschinenbau

Immerhin gab der VDMA-Chefvolkswirt einen guten Ausblick: „Eindeutig positiver entwickeln sich die konjunkturellen Frühindikatoren. Sie laufen der Entwicklung etwas voraus und sind eigentlich ein gutes Zeichen dafür, wie es in den nächsten Monaten werden wird.“ Zudem sei das weltwirtschaftliche Umfeld besser geworden. „In China sind wichtige Entscheidungen getroffen worden, in den USA ist das Cliff, wenn auch erst einmal nur vorläufig, umrundet worden, und auch in Europa zeigen sich Stabilisierungstendenzen. Insgesamt bestätigt das unser Bild einer wieder anziehenden Konjunktur im Jahresverlauf“, machte Wiechers den Unternehmen Mut.

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