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Autobauer kämpfen mit Rohren um jedes Gramm

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Warmumformung ermöglicht komplizierte Bauteilgeometrien

Mit Hilfe der Warmumformung lassen sich laut Tube-Mitteilung sehr komplexe Bauteilgeometrien herstellen. Beispielhaft dafür stehe ein neu konstruierter vorderer Biegeträger aus warmumgeformten Mangan-Bor-Stahl, der eine Gewichtsreduktion um fast 20 % - rund 2 kg - ermögliche. Er sei etwa so schwer wie ein Aluminiumbauteil, aber deutlich kostengünstiger. Ein weiteres Beispiel sei eine A-Säule, bei der geschlossene Profile warmumgeformt würden. Dieses kostengünstige Leichtbaukonzept erlaube neben der Gewichtsreduzierung von über 3 kg eine schlankere A-Säule, die den Blick nach vorn verbessere.

Eine deutliche Gewichts- und Kostenersparnis im Vergleich zu herkömmlichen Bauteilen soll auch eine B-Säule aus Tribond, einem dreilagigen Stahl-Werkstoffverbund für die Warmumformung, erlauben. Hier erreiche man durch die Kombination höchstfester mit hoch duktilen, also sehr gut verformbaren Stählen in einem Stahl-Sandwichwerkstoff Eigenschaften wie eine hohe Energieaufnahme und große maximale Biegewinkel.

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Neuartige Umformverfahren verbessern Stoßdämpferrohre

Bei den Fahrwerkskomponenten seien beim Incar-Plus-Projekt ebenfalls Neuheiten gefunden worden. Bei Stoßdämpferrohren gelang es, mit neuen Umformverfahren das Design an die Bauraumsituation individuell anzupassen, wie es heißt. Für extreme Straßen- und Witterungsverhältnisse seien außerdem Stoßdämpferrohre aus Edelstahl entwickelt worden, die korrosionsfrei seien und sich besonders für den Einsatz in Geländewagen oder Sonderserien eignen.

Bei der Suche nach neuen Ideen sei man bei Thyssenkrupp nicht ausschließlich auf Stahlwerkstoffe fixiert. So fänden sich im Incar-plus-Portfolio auch Elemente aus CFK, beispielsweise ein sehr steifes und leichtes CFK-Stoßdämpferrohr, das rund 30 % leichter sein soll als die leichtesten Aluminiumrohre. Ein serientaugliches Industrialisierungskonzept wurde gleich mit entwickelt, wie es heißt. Die Nutzung weiterer Optimierungspotenziale soll sogar CFK-Rohre mit einer Gewichtseinsparung von rund 45 % ermöglichen.

Wärmeleitrohre nutzen Abgaswärme für die Autoheizung

Ein Projekt zur Wärmerückgewinnung aus Auto-Abgassystemen durch spezielle Wärmeleitrohre, so genannte Loop Heat Pipes (LHP) findet sich unter den Produkt- und Verfahrensentwicklungen im Bereich Automobiltechnik bei der Benteler International AG. Ein System zur Aufheizung der Fahrgastzelle wurde bereits an einem Versuchsfahrzeug im Realbetrieb und auf einem genormten Rollenprüfstand getestet, wie es heißt. Mit einem solchen System könne man auf den heute üblichen, elektrischen Zuheizer verzichten und damit eine deutliche Reduktion des CO2-Ausstoßes bei Verbrennungsmotoren erzielen.

LHPs ließen sich auch im Thermomanagement von Elektrofahrzeugen nutzen. Diesbezüglich sei ein Projekt im Rahmen des ostwestfälischen Clusters it´s OWL zur Reichweitenverlängerung und CO2-Ausstoßreduzierung initiiert worden. Hier solle untersucht werden, wie sich überschüssige Wärme von Komponenten wie Leistungselektronik und Motor durch mehrere miteinander kombinierte und steuerbare LHP-Systeme beispielsweise zur Aufheizung des Innenraums nutzen lässt.

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 Stéphane Itasse

Stéphane Itasse

MM MaschinenMarkt