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Autolack macht großen Schritt zu mehr Nachhaltigkeit

| Autor/ Redakteur: Stéphane Itasse / Stéphane Itasse

Neben dem Erscheinungsbild und den Kosten legen die Automobilhersteller immer mehr Wert auf mehr Energieeffizienz und weniger CO2-Emissionen. Ein Chemieunternehmen hat dazu einen neuartigen Lackhärter vorgestellt, der zu 70 % auf Biomasse basiert und darüber hinaus auch noch Energieeinsparungen in der Produktion erlaubt.

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Mit einem neuartigen Härter will Bayer Materialscience die Autolackierung deutlich nachhaltiger machen.
Mit einem neuartigen Härter will Bayer Materialscience die Autolackierung deutlich nachhaltiger machen.
(Bild: ABB/Luca Siermann)

Bayer Materialscience stellt neue Autolacke auf Basis von Polyurethanen vor und kommt damit den Kundenanforderungen nach Produkten auf Basis nachwachsender Rohstoffe nach. Auf der Messe European Coatings Show vom 21. bis 23. April in Nürnberg will das Unternehmen nach eigenen Angaben einen Meilenstein auf diesem Gebiet präsentieren: Pentamethylen-Diisocyanat (PDI) ist ein neues Isocyanat, dessen Kohlenstoff-Gehalt zu 70 % auf Biomasse basiert – ohne direkte Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion.

Lackhärter aus nachwachsenden Rohstoffen ab April 2015 verfügbar

Mit dieser Portfolioerweiterung könne Bayer Materialscience erstmals seinen Kunden die Härterkomponente umweltbewusster anbieten. Dies sei für sie ein wichtiges Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb. Zurzeit werde eine umfangreiche Plattform entwickelt, um weitere Einsatzmöglichkeiten für PDI-basierte Rohstoffe in Lacken, Klebstoffen und anderen Anwendungen zu prüfen.

Bayer Materialscience will das erste Produkt auf PDI-Basis im April 2015 in den Markt bringen, 2016 soll die kommerzielle Herstellung mit einer Kapazität von bis zu 20.000 Jahrestonnen beginnen. Bei der Produktion auf bestehenden Anlagen komme die energieeffiziente Gasphasentechnik zum Einsatz.

Für Autohersteller spielt laut Bayer Materialscience die Kosten- und Energieeffizienz bei der Lackierung eine tragende Rolle. Ebenso sei das optische Erscheinungsbild eines Lackes von großer Bedeutung – vom Kauf eines Autos bis zum Wiederverkauf. Bayer Materialscience hat dafür nach eigenen Angaben eine nachhaltige Technik für die Lackierung von Kunststoff-Anbauteilen bei niedriger Temperatur entwickelt.

Neuartiger Härter bewirkt schnellere Lacktrocknung

Die Aushärtung der Decklacke erfolge dabei bis zu 30 % schneller als bei den etablierten 2-Komponenten-Polyurethanlacken, ohne das optische Erscheinungsbild zu beeinträchtigen. Mittelfristig dürfte laut Hersteller das Lacksystem für die gemeinsame Lackierung von Kunststoff-, Verbundwerkstoff- und Metallsubstraten geeignet sein. Die niedrige Temperatur eröffne darüber hinaus die Möglichkeit, den Ofen mit alternativen Energiequellen zu betreiben, zum Beispiel mit Fernwärme.

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