Schuler-Konzern

Aweba übernimmt insolvente MKB

| Redakteur: Stéphane Itasse

Die Schuler-Tochtergesellschaft Aweba expandiert und hat zum 1. April 2018 die Vermögensgegenstände von MKB übernommen.
Die Schuler-Tochtergesellschaft Aweba expandiert und hat zum 1. April 2018 die Vermögensgegenstände von MKB übernommen. (Bild: Schuler)

Für die Mitarbeiter und Kunden der MKB Metall- Konstruktions- und Betriebsmittelbau GmbH & Co. KG gibt es gut acht Monate nach Beginn des Insolvenzverfahrens wieder eine positive Zukunftsperspektive. Mit Wirkung zum 1. April 2018 hat der Insolvenzverwalter Kai Dellit, Partner der Kanzlei Hermann Wienberg Wilhelm, die Vermögensgegenstände der MKB an die zum Auer Werkzeugbau Aweba gehörende WVL Werkzeug- und Vorrichtungsbau Lichtenstein GmbH im sächsischen St. Egidien verkauft, wie die Muttergesellschaft Schuler in Göppingen mitteilt.

MKB ist auf die Fertigung von Prototypen und Kleinserien im Automobilsektor spezialisiert. Zum Kundenkreis des Unternehmens mit zuletzt rund 7 Mio. Euro Jahresumsatz gehören Hersteller wie VW, Daimler, BMW oder Rolls-Royce. Erste Kundengespräche über eine Fortführung der Geschäftsbeziehungen seien positiv verlaufen, teilte WVL mit. Die Aweba-Tochter will mit der Übernahme ihr eigenes Spektrum erweitern und den Jahresumsatz der MKB möglichst rasch wieder über die 10-Mio.-Euro-Schwelle heben. Der Produktionsstandort in Zwickau ergänzt künftig den WVL-Standort in St. Egidien. Über den Kaufpreis vereinbarten die beteiligten Parteien Stillschweigen.

MKB hatte am 24. Juli 2017 einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Rechtsanwalt Kai Dellit wurde vom Amtsgericht Chemnitz zunächst zum vorläufigen Insolvenzverwalter und mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 27. Oktober 2017 zum Insolvenzverwalter bestellt. In den vergangenen Monaten führte er den Geschäftsbetrieb des Unternehmens fort, stabilisierte es und führte Sanierungsmaßnahmen durch. Anpassungen der Arbeitnehmeranzahl waren dabei unumgänglich. Bei Antragsstellung waren 75 Arbeitnehmer bei MKB tätig. Durch den Verkauf bleiben 42 Arbeitsplätze erhalten.

„Mit der WVL ist es gelungen einen Investor zu finden, der mit der Übernahme langfristige strategische Ziele verfolgt. Ich freue mich besonders, dass der Produktionsstandort Zwickau erhalten bleibt“, sagte Insolvenzverwalter Dellit, und weiter: „Der erfolgreiche Abschluss der Verhandlungen zeigt, dass sich unser Sanierungskurs und der große Einsatz aller Beteiligten, insbesondere der Mitarbeiter, der Lieferanten und der Kunden, die der MKB treu geblieben sind, in den letzten Monaten ausgezahlt hat“.

WVL-Geschäftsführer Udo Binder erläuterte: „Die Erfahrung und Kompetenz der Mitarbeiter und die Qualität der Kundenbeziehungen sind wichtige Stärken von MKB. Gemeinsam werden wir nun hart daran arbeiten, unseren neuen Geschäftsbereich so auszurichten, dass er sich nachhaltig und erfolgreich im Wettbewerb durchsetzen kann.“

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