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VDMA Baden-Württembergs Maschinenbau wächst weiter

| Redakteur: Stéphane Itasse

Stuttgart (si) – Das Wachstum im Baden-Württembergischen Maschinenbau geht weiter: Für 2007 rechnet die Branche mit einem Umsatzplus von 10%, wie Dr. Thomas Lindner, Vorsitzender des VDMA Baden-Württemberg, am Donnerstag in Stuttgart berichtete. Auch für 2008 stehen die Zeichen auf Wachstum, wie die jüngste Konjunkturumfrage des Verbands ergeben habe.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Insgesamt 85% der Unternehmen, die sich an der Umfrage beteiligt haben, bezeichnen ihre aktuelle Auftragssituation als gut oder sehr gut. Für die kommenden Monate gehen 73% von einem unverändert guten Auftragseingang aus, 22% erwarten sogar eine weitere Verbesserung. Die Zahlen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg deuten ebenfalls auf Wachstum – von Januar bis Mai 2007 habe die Branche 15,9% mehr akquiriert als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Im Maschinenbau stehen die Zeichen stehen auch für 2008 auf Wachstum

Damit stehen die Zeichen bis ins Jahr 2008 hinein auf Wachstum. „Das wäre das sechste Wachstumsjahr in Folge, so etwas hatten wir seit 40 Jahren nicht mehr“, schwärmte der VDMA-Landesvorsitzende, „das bedeutet schon fast ein neues Lebensgefühl.“ Vor allem die Werkzeugmaschinenbauer könnten überdurchschnittlich zulegen, aber auch die Hersteller von Bau- und Baustoffmaschinen, Fördertechnik und Verfahrenstechnik.

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Als Wachstumsbremse erweist sich dabei der Mangel an Facharbeitern und Ingenieuren. „Für die Betriebe wird es immer schwieriger, geeignete Mitarbeiter zu finden“, klagte Lindner. In den meisten Arbeitsagenturen gebe es im Bereich Metallerzeuger und -Bearbeiter weniger Arbeitslose als Stellenangebote, und den 499 arbeitslosen Ingenieuren im Ländle stünden 1041 Stellenangebote offen. Dennoch hätten im ersten Halbjahr 66% der Unternehmen ihre Mitarbeiterzahl aufgestockt und nur 4% Personal abgebaut. Das entspreche 3000 neu geschaffenen Stellen.

Personalakquisition wird immer schwieriger

Skeptisch zeigte sich der VDMA-Landesvorsitzende, ob es den Maschinenbauern gelingen werde, weiterhin Personal aufzubauen. Zwar wollten dies 61% der befragten Unternehmen, doch bereits 78% meldeten jetzt schon offene Stellen, vor allem für Ingenieure (46%), aber auch für Facharbeiter (38%). „Wir schätzen, dass im gesamten Maschinen- und Anlagenbau in Baden-Württemberg 4000 Positionen vakant sind“, erläuterte Lindner.

Bei gerade einmal 2% Arbeitslosigkeit in Baden-Württemberg könnten Arbeitsagenturen könnten jedoch nur noch Fachkräfte vermitteln, die andernorts entlassen wurden. „Vor diesem Hintergrund können wir froh sein, wenn es uns gelingt, in diesem Jahr zumindest 5000 Arbeitsplätze zu schaffen“, sagte der VDMA-Landesvorsitzende. Bei Überstunden, Leiharbeit und Outsourcing sei mittlerweile die Grenze erreicht, der Produktionsanstieg könne damit nicht mehr bewältigt werden.

VDMA übt Kritik an Unternehmenssteuerreform

Nicht mit Kritik sparte Lindner auch bei der Unternehmenssteuerreform. „Wahrscheinlich hätten die meisten Unternehmen lieber gar keine Unternehmenssteuerreform als diese“, sagte er auf Anfrage von MM Maschinenmarkt. Die Veränderung der Abschreibungsregeln werde zwar die positive Entwicklung nicht komplett abbrechen, aber sicherlich negativ beeinflussen. Konkret lasse sich das aber kaum messen.

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