Vertrieb Bei Handelsvertretungen macht sich Skepsis breit

Redakteur: Jürgen Schreier

Die Ergebnisse des 2. CDH-Vertriebsbarometers der Centralvereinigung Deutscher Wirtschaftsverbände für Handelsvermittlung und Vertrieb (CDH), Berlin, die von Mitte Juni bis Mitte Juli 2012 durchgeführt wurde, liegen jetzt vor. Im Vergleich zum Frühjahr 2012 sind die Bewertungen in dieser Konjunkturumfrage etwas schlechter ausgefallen.

Noch laufen die Geschäfte bei der meisten Handelsvertretungen rund. Es gibt aber auch Zeichen einer Abschwächung.
Noch laufen die Geschäfte bei der meisten Handelsvertretungen rund. Es gibt aber auch Zeichen einer Abschwächung.
(Bild: Archiv)

Die Anzahl der befragten Handelsvertretungen mit einer sehr guten Geschäftslage ist innerhalb von vier Monaten von 11,4 auf 9,2 % zurückgegangen. Dies sei zwar kein gravierender Einbruch, so die CDH, könne aber als mögliches Anzeichen gewertet werden, dass sich der Boom im Vertrieb abzuschwächen drohe. Über die Hälfte der Handelsvertretungen (51,6 %) melden allerdings eine gegenwärtig gute Geschäftslage. Gestiegen sind wiederum die Angaben „schlechte Geschäftslage“ (von 8,7 % im März auf 10,1 % im Juli).

Handelsvertretungen mit gutem Geschäftsverlauf sehen Branchenentwicklung eher kritisch

Die Beurteilung der Branchenlage weicht, wie auch in früheren Befragungen, von der persönlichen Lage ab, es ist aber jetzt kein eindeutiger Trend auszumachen. In früheren Befragungen wurde die eigene Geschäftslage von der Handelsvertretungen durchgängig besser eingeschätzt als die der Branche, dies sprach für Firmenkonjunkturen.

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In diesem Sommer ergibt sich ein differenzierteres Bild: Handelsvertretungen, denen es selbst sehr gut geht, beurteilen gleichwohl die Aussichten ihrer Branche relativ skeptisch, Handelsvertretungen mit einer schlechten Geschäftslage halten ihre Branche insgesamt aber für besser,

Centralvereinigung will wegen Eurokrise keine Prognose wagen

Die Zukunftsperspektiven werden kurzfristig (bis zu 6 Monaten) unterschiedlich beurteilt. Die überwiegende Mehrheit (62,9 %) erwartet keine Veränderungen, 19 % der Befragten zeigen mehr Optimismus und 15,7 % sehen schlechtere Perspektiven.

Damit sind die Ergebnisse etwas negativer als im Frühjahr (25 % eher besser, 12 % eher schlechter). Langfristig sind die Erwartungen in etwa gleich verteilt: je 30 % gehen von besseren bzw. gleichbleibenden Perspektiven aus, 25% sind eher skeptisch. Relativ hoch ist der Anteil der Befragten, der längerfristig keine Einschätzung abgeben kann oder will.

Eine Prognose zu wagen, fällt gegenwärtig dem Verband angesichts der Eurokrise und der Folgen für die europäische Wirtschaft schwer. Man könne gespannt sein auf die Ergebnisse des 3. Vertriebsbarometers im Herbst 2012.

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