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Qualitätssicherung Bereits in der Produktentwicklung für messbare Qualität sorgen

| Autor / Redakteur: Arnim Lück und Herbert Schober / Claudia Otto

Das Prozess- und Qualitätsmanagement hat großen Einfluss darauf, ob ein Zulieferunternehmen die Produktanforderungen seines Kunden erfüllen und dies nachvollziehbar belegen kann. So auch in der Automobilindustrie, wo Hersteller regelmäßig Prüfungen der Entwicklungs- und Qualitätsprozesse ihrer Zulieferer vornehmen.

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Der Continental-Geschäftsbereich Passive Sicherheit & Sensorik entwickelt elektronische Steuersysteme für Insassen-Rückhaltesysteme.
Der Continental-Geschäftsbereich Passive Sicherheit & Sensorik entwickelt elektronische Steuersysteme für Insassen-Rückhaltesysteme.
(Bild: Continental)

Das Streben nach Qualität kann in der Produktentwicklung gar nicht früh genug beginnen. Den besten Start erwischen Entwickler, wenn sie bereits bei der Definition der Anforderungen alle Qualitätskriterien mit bedenken und berücksichtigen.

Eine besondere Herausforderung in der Automobilindustrie stellen eingebettete Systeme dar, die immer häufiger zur Regelung und Steuerung zum Einsatz kommen. Ein qualitativ hochwertiges Produkt kann in diesem Bereich nur entstehen, wenn Arbeitsabläufe, Tests und Qualitätssicherung effektiv ineinandergreifen: Von der Erhebung und Dokumentation der Anforderungen über die Definition der Lösung, von der Entwicklung der Systemkomponenten in Mechanik, Hardware und Software über die Systemintegration bis hin zur Integration der Systeme in das Fahrzeug.

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Verbesserungen auf der ganzen Linie nach Analyse der Prozesse

Als Standard zur qualitativen Bewertung von Unternehmensprozessen in der System- und Softwareentwicklung hat sich international die Norm ISO/IEC 15504 etabliert, auch als Spice (Software Process Improvement and Capability Determination) bekannt. In der Automobilindustrie wird deren branchenspezifische Variante A-Spice angewandt.

Einer solchen Prüfung auf Reife und Effektivität der Prozesse unterzog sich auch der Zulieferer Continental, Geschäftsbereich Passive Sicherheit & Sensorik (PSS). Der Geschäftsbereich PSS gehört zur Continental-Division Chassis & Safety und ist ein Hersteller von Elektronik für Insassen-Rückhaltesysteme in der Automobilindustrie. Die Prüfung bezog sich auf das Sicherheitssystem mit Airbagsteuergerät, eingebunden in ein modernes Netzwerkmanagement, und den dazugehörenden Satellitensensoren für einen großen deutschen Fahrzeughersteller.

Um die A-Spice-Kriterien im Detail zu analysieren und bestehende Prozesse dahingehend zu prüfen, engagierte Continental mit SQS Group Management Consulting einen Spezialdienstleister für Prozess- und Qualitätsmanagement als externe Unterstützung. Gemeinsam mit dem Team von Continental führten die Experten zunächst eine Analyse durch und evaluierten die bisherigen Projektergebnisse gegen den A-Spice-Standard sowie eigene Prozessdefinitionen und Projektziele des Geschäftsbereichs. Daraus wurde ein Projektverbesserungsplan abgeleitet und mit Vor-Ort-Unterstützung eines SQS-Beraters, der vollständig in das Team von Continental eingebunden war, umgesetzt.

Optimierungen in Architektur und Anforderungsmanagement legen Basis für Tests

Mithilfe der bei Continental etablierten Werkzeuge verbesserten die Prozessexperten die Dokumentation von System- und Produktarchitektur. Zudem galt es, die Systemarchitektur mit dem Anforderungsmanagement zu synchronisieren und so die Implementierung von Anforderungen besser nachzuweisen. Auch bei den Prozessen der Systemintegration und den Systemtests ließen sich Verbesserungen realisieren. Die Optimierungen in Architektur und Anforderungsmanagement liefern nicht nur eine bessere Basis für die Entwicklung, sondern auch eine geeignetere Vorlage für Integration und Test des entwickelten Systems.

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