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Qualitätssicherung

Bereits in der Produktentwicklung für messbare Qualität sorgen

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Auch Folgeprojekte profitieren von den Neuerungen im Prozess

Im April 2011 führte der Fahrzeughersteller ein A-Spice-Audit bei Continental durch, in dessen Rahmen alle Qualitätskriterien erfüllt wurden, sodass der Geschäftsbereich die anvisierte Beurteilung erreichte und seinen Lieferantenstatus sichern konnte. Ein nützlicher Nebeneffekt war, dass sich die neu eingeführte Systemarchitektur und die neuen Methoden des Anforderungsmanagements in einem Folgeprojekt für denselben Fahrzeughersteller mit wenigen Anpassungen wiederverwenden ließen.

Damit nicht genug, legte Continental eine Initiative für Prozessverbesserungen im Bereich Architektur und Anforderungsmanagement namens Easy auf. Ziel war es nun, Methoden, Prozesse und Werkzeuge für Anforderungsmanagement und Systemarchitektur in der gesamten Produktentwicklung grundlegend zu optimieren. Die Airbagsteuergeräte von Continental werden auf Basis der Plattform Speed (Safety Platform for Efficient & Economical Design) entwickelt.

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Nun sollte die Entwicklung einer neuen Plattformgeneration auch zum Piloten für weiter verbesserte Prozesse und Methoden werden. Damit wurde eine maximale Wiederverwendbarkeit beziehungsweise Synergie zwischen Plattformentwicklung und Kundenapplikationsprojekten angestrebt, bei gleichzeitiger Reduzierung von Komplexität und Redundanz in der Dokumentation. Dies erforderte auch den Abgleich mit den Prozessen in den Entwicklungsbereichen Software, Hardware, Mechanik, Algorithmen sowie den Support-Prozessen (funktionale Sicherheit, Review, Qualitätssicherung).

Externe Prozessexperten unterstützten Plattformentwicklung über ein Jahr lang

Die externen Prozessexperten unterstützten die Easy-Initiative und das Plattformentwicklungsprojekt für die Dauer von mehr als einem Jahr. Dem Dienstleister oblagen Management und Überwachung der erzielten Fortschritte inklusive regelmäßiger Berichte und Qualitätsmetriken zur Erfüllung der Easy-Ziele.

Die Neugestaltung von Prozessen, Methoden und ihre Dokumentation wurde von einem integrierten Team aus Plattformentwicklern und dem externen Experten durchgeführt. Dazu gehörte die Modellierung von jeweils separaten Plattform- und Kundenprojektprozessen einschließlich der Verbesserung der wechselseitigen Unterstützung. Zudem galt es, für Systemarchitektur und Anforderungsmanagement jeweils neue Methodiken zu definieren und diese in Change Management, Qualitätssicherung, Angebotserstellung, Integration, Test und Validierung einzubetten. Des Weiteren definierte das gemeinsame Team eine neue, abgestimmte Integrationsteststrategie sowie passende Übergänge zwischen Anforderungswerkzeugen und Testmanagementumgebung.

Trainings und Schulungen für Projektmanager, Systemarchitekten, Testmanager und Entwickler begleiteten weltweit die Einführung der neuen Prozesse an den Niederlassungen von Continental PSS. Im April 2012 prüften externe Experten von Siemens Corporate Technology, Processes & Production das Plattformentwicklungsprojekt der neuen Generation gegen die ISO-Norm 26262 und den Automotive-Standard Spice. Die Auditoren erteilten allen Systemprozessen die angestrebten Zertifizierungen.

Keine Informationsverluste mehr in der gemeinsamen Entwicklung

So kann Continental nun von der systematischen und messbaren Wiederverwendung der Plattformarchitektur in Kundenprojekten profitieren. Integrierte Teams aus allen Arbeitsbereichen (Hardware, Software, Mechanik, Algorithmen) sorgen dafür, dass keine Informationsverluste in der Entwicklung entstehen. Aufgrund der gemeinsamen Dokumentation vereinfacht sich für die Produkt- und Softwareentwickler zudem der Support von Kundenprojekten.

Das vorgestellte Praxisbeispiel zeigt, dass Qualität in Anforderungsmanagement und Systemarchitektur für die Entwicklung und Integration von eingebetteten Systemen in der Automobilindustrie ein unabdingbarer Erfolgsfaktor ist. Die enge Verzahnung von Anforderungsmanagement und Systemarchitektur mit funktionaler Sicherheit und den Arbeitsbereichen Hardware, Mechanik, Software und Algorithmen in Verbindung mit einem mehrstufigen Test- und QS-Verfahren in der Automobil(zuliefer-)Industrie ist eine notwendige Voraussetzung, um hohe Produktqualität zu erreichen. Zudem gilt: Qualität bereits in der Produktentwicklung zu erzeugen, ist kostengünstiger, als Qualität am Schluss nachzukontrollieren und Fehler im fertigen Produkt zu beheben.

* Arnim Lück ist Berater bei der SQS Software Quality Systems AG in 51149 Köln; Herbert Schober ist in der Plattformentwicklung Airbag-Elektronik bei der Continental-Division Chassis & Safety, Business Unit Passive Safety & Sensorics in 93055 Regensburg tätig

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