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Konferenzen

Blech- und Hydroumformung bieten viele Neuheiten

| Autor/ Redakteur: Klaus Drotleff und Lukas Marx / Stéphane Itasse

Die Konferenzen „Neuere Entwicklungen in der Blechumformung“ und „Neuere Entwicklungen in der Hydroumformung“ bieten einen aktuellen Überblick über Trends in den beiden Bereichen. Im Rahmen mehrerer Sessions werden Prozesssimulation, neue Werkstoffe, Warmumformung, Werkzeug und Prozesstechnik sowie künftige Bauteilanforderungen beleuchtet.

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Wie sich der Umformtechnikmarkt aus Sicht der Pressen- und Anlagenbauer darstellt und wie sie darauf mit neuen Pressenkonzepten reagieren, erfahren Teilnehmer der Konferenzen „Neuere Entwicklungen in der Blechumformung“ und „Neuere Entwicklungen in der Hydroumformung“.
Wie sich der Umformtechnikmarkt aus Sicht der Pressen- und Anlagenbauer darstellt und wie sie darauf mit neuen Pressenkonzepten reagieren, erfahren Teilnehmer der Konferenzen „Neuere Entwicklungen in der Blechumformung“ und „Neuere Entwicklungen in der Hydroumformung“.
( Bild: Schuler )

Seit mehr als 30 Jahren bieten die vom Institut für Umformtechnik (IFU) der Universität Stuttgart veranstalteten Konferenzen in der Schwabenlandhalle in Fellbach die Gelegenheit, sich über die neuen Trends der Blech- und Hydroumformung zu informieren. IFU-Leiter Prof. Mathias Liewald wird am 10. und 11. Mai 2016 beide Konferenzen eröffnen. Die Veranstaltungen sind in insgesamt acht Vortragsblöcke aufgeteilt, die diese unterschiedlichen Technologie- und Themenbereiche abdecken.

Zum Auftakt erhalten die Konferenzteilnehmer einen Ausblick auf zukünftige Anforderungen an Bauteile aus modernen Blechwerkstoffen. Zu Beginn beider Konferenzen wird Prof. Bernd Gottschalk, ehemaliges Vorstandsmitglied der Daimler AG und ehemaliger Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), einen Ausblick auf kommende Herausforderungen für Zulieferunternehmen in der Blechumformung geben, die künftig im Spannungsfeld zwischen Standortentscheidungen, Kapitalausstattung, Industrie 4.0 und gesteigerten Anforderungen an umformtechnische Produkte agieren. Jochen Früh, Mitglied der Schuler-Geschäftsführung, und Kimikazu Aida, CEO und Eigentümer von Aida Engineering Ltd., geben im Anschluss eine marktpolitische Einschätzung der Situation für Pressen- und Anlagenbauer und stellen neue Pressenkonzepte vor.

Mehrere Wege führen zum Leichtbau

Zur Erfüllung der wachsenden Anforderungen an Effizienz und Ressourcenverbrauch, besonders im Automobilbau, existieren mehrere Lösungswege, die im Vortragsblock „Moderne Leichtbaukonzepte – Faserverbund oder hochfester Stahl?“ dargestellt werden. Günter Deinzer, Leiter des Projekts „Systemintegrativer Leichtbau in der Elektromobilität“ (Smile) bei der Audi AG, wird über die dort gefunden Ansätze berichten. Weitere Vorträge von Prof. Peter Middendorf (Institut für Flugzeugbau, Universität Stuttgart) und Torsten Grohmann (Amag Rolling GmbH) geben einen Ausblick auf die Umformtechnik von morgen.

Die Verwendung warmumgeformter Bauteile ermöglicht durch die gesteigerte Festigkeit der Werkstoffe eine Materialeinsparung im Vergleich zu konventionellen Bauteilen. Ihre Herstellung stellt jedoch besondere Anforderungen an die Prozess- und Pressentechnik. Neue Entwicklungen bezüglich der Prozessroute sowie neue Werkzeugwerkstoffe und mögliche Alternativen zu warmumgeformten Bauteilen werden unter anderem von Unternehmen wie Voestalpine und Posco vorgestellt.

Simulation hilft bei der Optimierung

Moderne Herstellprozesse sind heutzutage ohne eine simulative Absicherung des Fertigungskonzepts nicht mehr vorstellbar. In Fachvorträgen werden neue Ansätze zur Optimierung des Umformprozesses sowie verbesserte Methoden zur Simulation des Herstellprozesses entlang der gesamten Prozesskette unter anderem von Esi und Autoform präsentiert.

Während es in der heutigen Zeit üblich ist, den Umformprozess vorab vom Platinenzuschnitt bis zum fertigen Halbzeug simulativ im Vorfeld der Werkzeuganfertigung zu untersuchen, werden zukünftig auch nachgelagerte Prozesse wie Füge- und Zusammenbauoperationen bis hin zum späteren Crash-Verhalten des fertigen Bauteils vorab simuliert, um optimale Bauteileigenschaften und verbesserte Herstellprozesse zu identifizieren.

Ein weiterer Punkt sind neue Möglichkeiten durch verbesserte Pressentechnik. Dadurch sind komplexere Bauteile aus höherfesten Werkstoffen in kürzerer Zeit herstellbar. Die Entwicklungen bei Schnellläufer- und Biegepressen werden von den Firmen Bruderer und Bihler präsentiert. Auch im Bereich der Hydroumformung sind im Mai wieder Hersteller wie Gräbener Maschinentechnik mit einem Vortrag zur Erhöhung der Prozessqualität vertreten. Durch das IHU-Verfahren lassen sich komplexe Bauteilgeometrien in einem einzigen Prozessschritt herstellen. Einige Anwendungen in der Großserie werden unter anderem von ari-Form, Salzgitter Hydroforming und Finow Automotive präsentiert. Ein weiterer Schwerpunkt wird das Umformen von Rohren aus hochfesten Werkstoffen, das Rückfederungsverhalten sowie die Warm-Innenhochdruck-Umformung sein.

* Klaus Drotleff und Lukas Marx sind wissenschaftliche Mitarbeiter am Institut für Umformtechnik der Universität Stuttgart in 70174 Stuttgart

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