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Laser Zentrum Hannover e. V.

Bleche unter Wasser zehn mal schneller schneiden

| Redakteur: Peter Königsreuther

Unterwasserarbeiten gelten als personal- und zeitintensiv. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) habe nun zusammen mit dem Institut für Werkstoffkunde der Leibniz Universität Hannover einen laserbasierten Prozess entwickelt, mit dem Spundwände automatisiert unter Wasser geschnitten werden können.

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Wenn Werkstoffkundespezialisten auf Laserexperten treffen, führt das nicht selten zu zündenden Ideen und deren erfolgreiche Umsetzung: Das Unterwasserschneiden für diverse Aufgaben, wie etwa Arbeiten an Spundwänden, gelingt jetzt mit einem Scheibenlaser im Brennschnitt einfacher und günstiger, wie das Projekt „Luwapro“ zeigt.
Wenn Werkstoffkundespezialisten auf Laserexperten treffen, führt das nicht selten zu zündenden Ideen und deren erfolgreiche Umsetzung: Das Unterwasserschneiden für diverse Aufgaben, wie etwa Arbeiten an Spundwänden, gelingt jetzt mit einem Scheibenlaser im Brennschnitt einfacher und günstiger, wie das Projekt „Luwapro“ zeigt.
( Bild: LZH )

Spundwände schützen befestigte Uferbereiche oder ermöglichen es, diese für Reparaturen trocken zu legen, wie das LZH erklärt. Sollen sie demontiert werden, müssten Taucher sie mit dem Schneidbrenner in kleinere Teile zerschneiden. Üblicherweise schaffe es ein Taucher, dabei etwa 20 Meter pro Tag zu schneiden, was einer Geschwindigkeit von 0,07 m/min entspreche. Wissenschaftler am LZH haben nun im Rahmen des Projekts „Luwapro“ einen Prozess entwickelt, bei dem die Schnitte, wie es heißt, durch einen Scheibenlaser im Brennschnitt ausgeführt werden. Der Taucher übernehme dabei nur noch eine Kontrollfunktion.

Schneidgeschwindigkeit mehr als verzehnfacht

Das Verfahren erlaube es, Bleche mit für Spundwände in der üblichen Stärke von 10 mm, mit einer Geschwindigkeit bis maximal 0,9 m/min zu trennen – das sind im Idealfall fast 260 Meter am Tag! Schlechte Sichtverhältnisse, Strömung oder Materialunebenheiten erschwerten das Arbeiten im Einsatzgebiet. Die Wissenschaftler der Gruppe Unterwassertechnik erreichten in ihrem Verfahren dennoch eine Positionstoleranz von ± 2 mm, heißt es, wodurch das System robust auf mögliche Einflüsse im Unterwasserbetrieb reagieren könne. Geprüft wurde der Prozess an zwei Szenarien: Zum einen wurden freistehende Bleche unter Wasser geschnitten, zum anderen waren die Bleche mit Beton hinterfüllt, wie das LZH sagt. Bei letzterem werde das Austreten der Schmelze aus der Schnittfuge durch das Anstellen des Laserkopfes um 20 ° ermöglicht.

Möglichkeit zur Prozessüberwachung

Ein weiterer großer Vorteil gegenüber dem handgeführten Prozess ist, wie das LZH anmerkt, die Möglichkeit einer Prozessbeobachtung: Über eine Sensorik werde zuverlässig bestimmt, ob ein Schnitt erfolgt sei oder nicht. Für den Taucher ist das bei der häufig herrschenden schlechten Sicht unter Wasser nämlich ansonsten nicht ohne Weiteres erkennbar, heißt es.

Die entsprechende Lasersicherheit könne sichergestellt werden, indem der Taucher eine herkömmliche Laserschutzbrille unter seinem Helm trage.

Das Projekt „Laserstrahlschneiden unter Wasser für höhere Produktivität – Luwapro“ wurde gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. MM

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