Terex Blecherlebnistag mit Roboformer und Salvagnini-Abkantpresse

Redakteur: Dietmar Kuhn

Terex stellt Baumaschinen her. Am Standort Gerabronn befindet sich eine vielseitige Blechteilefertigung. Seit wenigen Monaten arbeitet dort eine Biegezelle mit dem Roboformer und einer Abkantpresse B2 von Salvagnini.

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Was an Terex-Baumaschinen aus Blech ist, das wird vom Werk Gerabronn, wo die Blechfertigung beheimatet ist, aus an die einzelnen Montageorte geliefert.
Was an Terex-Baumaschinen aus Blech ist, das wird vom Werk Gerabronn, wo die Blechfertigung beheimatet ist, aus an die einzelnen Montageorte geliefert.
(Bild: Kuhn)

Kompetenz in Blech“, so springt einem zumindest der Slogan eines Prospektes der Terex Deutschland GmbH, Geschäftsbereich HFM direkt ins Auge. Zugegebenermaßen macht diese Aussage den Betrachter sehr neugierig. Was sich dahinter verbirgt, das will Blechnet auch seinen Lesern nicht vorenthalten.

Doch wer ist dieses Unternehmen Terex überhaupt? Zeitgenossen, die mit Baumaschinen nichts zu tun haben, ist Terex eine Unbekannte. Betriebsleiter Steffen Bayer gibt gerne Auskunft und erläutert, was sich dahinter verbirgt.

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Leistungsangebot soll auch im Markt platziert werden

Der Geschäftsbereich Terex HFM – ausgesprochen Hohenloher Fahrzeug- und Maschinenteile – ist aus der ehemaligen Schaeff-Gruppe, einem Baumaschinenhersteller mit Sitz im nahegelegenen Langenburg entstanden, der 2002 von Terex übernommen wurde. Wie vorher, genauer seit 1959, fertigt HFM seitdem und bis heute hochwertige Blechteile und Blechbaugruppen für die Muttergesellschaft, zu der beipielsweise auch der Baggerhersteller Fuchs sowie der Kranhersteller Demag gehören.

„Bisher“, sagt Bayer, der übrigens ein exzellenter Blechspezialist ist, „sind wir ausschließlich als Zulieferer für die deutschen Werke des Terex-Konzerns aktiv gewesen. Das wird weiterhin so sein, doch wir werden unser Angebot auch im Markt platzieren, sodass jeder, der anspruchsvolle Blechteile und fertig montierte Baugruppen benötigt, zu uns kommen kann.“

Gerabronn produziert vor allem Öl- und Kraftstofftanks für Terex

Für Terex werden in Gerabronn vor allem Öl- und Kraftstofftanks für die unterschiedlichsten Fahrzeuge produziert und einbaufertig geliefert. Insgesamt sind es wohl so um die 10.000 Tanks, die den hohenlohischen Blechspezialisten jährlich verlassen.Darüber hinaus sind es Unterbauten für Bedienkonsolen, man könnte auch sagen Sitzgruppen, in den Fahrzeugen, die ebenfalls in Gerabronn gefertigt, vorinstalliert und einbaufertig gemacht werden.

Das sind alles sehr anspruchsvolle Aufgaben, wofür sich der 110-Mann-Betrieb bestens gerüstet sieht.

Eine kürzlich veranstaltete Hausmesse, der sogenannte Erlebnistag bei Terex, hat dies den zahlreichen Besuchern eindeutig vermittelt. Dies ist umso bedeutender, weil sich Steffen Bayer mit seinen Mitarbeitern künftig und verstärkt dem Markt auch über Terex hinaus stellen möchte.

An dem derzeitigen und erweiterten Konstruktions- und Fertigungskonzept sollen jetzt auch die Partnerunternehmen im Terex-Konzern und darüber hinaus auch konzernfremde Kunden partizipieren können. „Wir werden ab sofort Systemlieferant für Blech- und Stahlbaugruppen sein und diese Leistungen über Terex hinaus anbieten“, konstatiert Bayer.

Das Angebot für den Markt erstreckt sich vor allem auf die Fertigung von Behältern, insbesondere für Hydraulik und Kraftstoffe, alle erdenklichen Blech- und Stahlbaugruppen über das Angebot als Systemlieferant sowie Engineeringdienstleistungen und Co-Entwicklungen.

Laserbearbeitung kommt auch Salvagnini

Dafür spielen die Gerabronner Blechbearbeiter mit der Laserbearbeitung, übrigens auch Marke Salvagnini, dem Stanzen, Runden, Schweißen, Lackieren, Montieren, Prüfen und Versenden die gesamte Klaviatur einer vollkommenen Blech-Fertigungstechnik. Als Beispiele sollen das Laserschneiden von 1 bis 12 mm oder die Bearbeitungsformate mit Abmessungen von 1500 mm × 3000 mmm oder die neue Abkantpresse mit 320 t Presskraft genannt sein.

Diese neue Abkantpresse steht bei Terex HFM besonders im Mittelpunkt und spielt deshalb auch eine zentrale Rolle. Sie wurde erst vor wenigen Monaten vom italienischen Maschinenbauer Salvagnini nach Gerabronn geliefert. Warum sich Bayer für diese Lösung entschieden hat, dafür gibt es eine ganz einfache Erklärung: „Wir haben nach einer schlüsselfertigen kompletten Roboterlösung gesucht. Die haben wir bei Salvagnini gefunden. Es gab dabei nur minimalen Gesprächsbedarf, ich legte unsere Wünsche dar und Salvagnini hat praktisch per Handschlag die Lösung angeboten, die jetzt hier steht. Für uns war das eine recht einfache, aber effektive Geschichte“, versichert er.

Biegezelle ermöglicht Fertigung nach Kundenwunsch

Mit der Roboformerlösung und der Abkantprese B2 320/4250 steht den Gerabronnern Blechfertigern eines der modernsten Biegezentren Europas zur Verfügung. Für Bayer und seine Mitarbeiter bedeutet dies vor allem Fertigung nach Kundenwunsch, extreme Flexibilität, einen optimierten Produktionsfluss sowie eine absolut zuverlässige Qualität. Auf der Roboformerlösung können nun Bleche bis 150 kg Gewicht auch in hohen Stückzahlen bearbeitet werden.

Dabei wird der installierte Kuka-Roboter von einer speziellen, von Salvagnini entwickelten Steuerung geführt. Dies passiert immer synchron zwischen dem Handling und der Abkantoperation. Damit folgt der Roboter während des Abkantvorgangs immer dem Blech, ohne es loslassen zu müssen. Deshalb sind unkontrollierte Biegungen ausgeschlossen.

Der Roboformer – eine harmonische Fertigungslösung

Der Roboformer ist eine harmonische Fertigungslösung mit allen Operationen von der Platinenaufnahme, der Ablage auf dem Kalibriertisch, dem Kalibrieren und der Aufnahme der Platine für das Abkanten. Deshalb erzielt Bayer auch höchste Effizienz mit dieser Zellenlösung. „Von Salvagnini gibt es immer eine angepasste Lösung, die sowohl auf den Kundenwunsch wie auch auf die Teile abgestimmt ist, darauf können wir uns verlassen und das gefällt mir“, sagt Bayer.

Und Salvagnini zieht, was die Möglichkeiten angeht, auch alle Register. Dies wurde kürzlich auf der Salvagnini-Hausmesse in Sarego, Italien, deutlich demonstriert. Dort propagierte André Huber, Verkaufsleiter bei Salvagnini, dass nicht die einzelnen Maschinen das entscheidende sind, sondern immer das System, das auf den Kunden und seine Anwendungen spezifisch zugeschnitten ist.

Bedarf an hochwertigen Blecherzeugnissen ist groß

Terex und Steffen Bayer mit seiner Mannschaft können deshalb getrost auf den Märkten agieren und Bedarf an hochwertigen Blecherzeugnissen gibt es allemal – mit steigender Tendenz. Mit diesem Ziel werden die rund 2000 t Stahl mit den 80 unterschiedlichen Behältervarianten, den 500 verschiedenen Blech-Serienkleinteilen, den 5000 Sonderanfertigungen und den 25.000 Ersatzteilen, die Terex HFM jährlich verarbeitet, schnell einen neuen Rekord erreichen.

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