Awardverleihung

Blechnet und MM MaschinenMarkt zeichnen die größten Innovationen der Messe aus

| Autor: Frauke Finus

Am Abend des ersten Messetages haben die Redaktionen von MM MaschinenMarkt und Blechnet die Gewinner des diesjährigen Euroblech-Awards ausgezeichnet. In insgesamt sieben Kategorien konnten sich Aussteller um den Preis bewerben. Die Vertreter der Gewinnerfirmen zeigten sich sichtlich erfreut.
Am Abend des ersten Messetages haben die Redaktionen von MM MaschinenMarkt und Blechnet die Gewinner des diesjährigen Euroblech-Awards ausgezeichnet. In insgesamt sieben Kategorien konnten sich Aussteller um den Preis bewerben. Die Vertreter der Gewinnerfirmen zeigten sich sichtlich erfreut. (Bild: Mario Wezel)

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Bereits zum achten Mal haben Blechnet und MM MaschinenMarkt auf der Euroblech den Innovationspreis „Award zur Euroblech“ verliehen und die innovativsten Exponate der Messe prämiert. In sieben Kategorien hat am ersten Messetag die Jury, bestehend aus Redakteuren der beiden Schwestermagazine, in feierlichem Rahmen die Sieger gekürt.

Ein Hauch Hollywood lag am Dienstag im Saal 3a des Convention Center auf dem Hannoveraner Messegelände in der Luft. Hier wurde in sieben Kategorien der „Award zur Euroblech“ verliehen. Hollywood deshalb, weil, wie bei den Oscars, vor der Verleihung nur die nominierten Unternehmen der Shortlist bekannt waren.

In den Kateogorien Umformtechnik, Stanztechnik, Automatisierung & Handling, Verbindungstechnik, Trenntechnik, Oberflächentechnik sowie Mess- und Prüftechnik konnten die Unternehmen mit den größten Innovationen in ihrem Bereich die Lorbeeren ernten.

Innovationen in sieben Kategorien ausgezeichnet

In der Umformtechnik setzte sich vor Schuler (elektronisches Assistenz-System „Smart Assist“) und Bihler (standardisierter Werkzeugbaukasten „Leantool“) LVD mit dem dem adaptiven Biegesystem „Synchro-Form“ durch, mit dem das Radienbiegen im XXL-Format zum Kinderspiel wird. Synchro-Form formt große Profile durch Positionierung und Handhabung während der Biegezyklen, was nur geringes menschliches Eingreifen erfordert, und kombiniert dies mit einer systemimmanenten „Qualitätskontrolle“ per adaptiver Echtzeit-Umformtechnologie.

In der Kategorie Stanztechnik konnte Fibro das Rennen gegen Pass Stanztechnik (Stanzwerkzeug „ps:Multitool-MT4B“) und Trumpf (Stanz- und Stanz-Laser-Maschine „Tru Punch 1000 / Tru Matic 1000 fiber“) für sich entscheiden. Fibro hat das federnde Druckstück „2470.20 (VDI 3004)“ entwickelt, das für das An- und Abdrücken, Auswerfen und Dämpfen von Blechteilen in Stanzwerkzeugen konstruiert ist. Der bisherige Stahlbolzen aus der VDI 3004 konnte nur bedingt seinen Anforderungen gerecht werden. Bei schräger Belastung ist er häufig abgebrochen und sorgte für schwere Folgeschäden im Werkzeug. Die Besonderheit des neuen federnden Druckstücks ist nun, dass als Werkstoff der gehärtete Stahl durch einen Kunststoff ersetzt wurde, eine seitliche Belastung bis 15° möglich ist und das Produkt einfach ausgetauscht werden kann, da es wie der Vorgänger aus Stahl die Norm VDI 3004 erfüllt.

Was die Kategorie Automatisierung & Handling betrifft, konnte Hilma-Roemheld vor Demmeler Maschinenbau (drehbare Spanneinrichtung zur Rohrbearbeitung „Rotatorix R 2000 / 900“) und Raziol (Platinenbefettungsanlage „SA-KS PP 1900 38-100 T0 M1“) die Jury überzeugen. Das Automatisierungs-Spannelement für Transferpressen „Greiferschienenkupplung, energielos“ von Hilma-Roemheld benötigt keine zusätzliche hydraulische,elektrische oder pneumatische Energie zum Kuppeln/Entkuppeln und Spannen eines Transferbalkens, sondern funktioniert energielos. Die Kupplung nutzt die Bewegung der Greiferschiene zum Kuppeln und Entkuppeln. Das Spannen erfolgt formschlüssig und über Federkraft.

Neuartiges Maschinenkonzept mit vielen Einzelinnovationen

Bei der Verbindungstechnik hatte Heinz Soyer die Nase vor Arnold Umformtechnik (Aluminium-Stahl-Hilfsfügeelement „Flexweld“) und Trumpf (Roboter-Laserschweißzelle „TruLaser Weld 5000“) vorn. Mit dem Bolzenschweißinverter mit Pistole „BMK-12i mit PH-9 SRM12“ hat Soyer den Preis für ein System gewonnen, dass das Aufschweißen von Schweißbolzen aus Stahl und rostfreiem Stahl bis M16 auf Dick- und Dünnbleche ab ~1 mm ohne Verwendung von Keramikringen ermöglicht. Dabei sind Schweißrauch, Schweißfunken und Schweißspritzer-Schutzgasverbrauch wesentlich reduziert.

Da sich Trumpf in der Kategorie Trenntechnik gegen Amada (Blechbearbeitungszentrum mit Faserlaser „Acies-2515 AJ“) und Maximator Jet (Microwasserstrahl-Schneidanlage „Micro Cut“) durchsetzen konnte, geht der Award für die vollautomatisierte 2D-Laserschneid-Fertigungszelle „Tru Laser Center 7030“ nach Ditzingen. Der Grund: Das neuartige Maschinenkonzept mit vielen Einzelinnovationen und deren effektivem Zusammenspiel machen die durchgängige sichere Automatisierung des 2D-Laserschneidens möglich, was die Fertigung deutlich wirtschaftlicher macht. Zum Gesamtpaket gehören unter anderem eine intelligente Bahnaufteilung von überlagerten Bewegungen, eine flächige, sichere Werkstückauflage dank mitfahrender Auflageschlitten, sicheres Trennen vom Restgitter dank Ausdrückpins und sicheres Halten filigranster Teile durch ein neuartiges Saugerkonzept.

In der Kategorie Oberflächentechnik konnte sich August Rüggeberg gegen Peitzmeier Maschinenbau (vollautomatisierte Bandschleifanlage „Twin 3100-AR“) und Karl Heesemann (Entgrat- und Kantenverrundungsanlage „Profi Rounder“) bei der Jury behaupten. Die Frässcheibe „High Speed Disc Alumaster“ von Rüggeberg ist für die Winkelschleifer-Bearbeitung von Stumpf- und Kehlnähten, zur Kantenbearbeitung und zum Anfasen sowie zur Veränderung von Geometrien an Aluminium-Werkstücken konzipiert. Die Abtragsleistungen sind im Vergleich zu Schrupp- oder Fächerschleifscheiben wesentlich besser. Dabei entstehen keine gesundheitsgefährdenden und explosiven Stäube, sondern Späne, die einfach recycelt werden können.

Treppchenplatz eins wird in der Mess- und Prüftechnik vor Kemper (Luftüberwachungssystem „Air Watch“) und Yaskawa (Kamera-System für adaptives Roboterschweißen „Moto Sense“) von Arku eingenommen. Das in eine Richtmaschine integrierte Ebenheitskontrollsystem „Flat Jack“ prüft automatisiert die Ebenheit von Stanz-, Laser- und Brennteilen. Das System ermöglicht eine reproduzierbare Ebenheitskontrolle ohne Handlingsaufwand und ist bedienerunabhängig.

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