Finishbearbeitung Bohr- und Fräszentrum übernimmt Finishbearbeitung von Großgehäusen

Autor / Redakteur: Thomas Ulrich / Frank Fladerer

Die Bearbeitung von tonnenschweren und meterhohen Werkstücken in höchster Präzision erfordert nicht nur fertigungstechnische Kompetenz, sie stellt auch eine Herausforderung für die eingesetzten Werkzeugmaschinen dar. Als eine Option für solche Bauteile hat sich die Verwendung von Bohr- und Fräszentren als modulare Sonderkonstruktion bewährt.

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Die Bearbeitung von großen Teilen, wie sie unter anderem bei Windkraftanlagen und in der Schwerindustrie gebraucht werden, stellt an Werkzeugmaschinen wegen des hohen Bauteilgewichts große Anforderungen hinsichtlich der Bearbeitungsgenauigkeit.
Die Bearbeitung von großen Teilen, wie sie unter anderem bei Windkraftanlagen und in der Schwerindustrie gebraucht werden, stellt an Werkzeugmaschinen wegen des hohen Bauteilgewichts große Anforderungen hinsichtlich der Bearbeitungsgenauigkeit.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Herstellung von Getrieben für Windkraftanlagen und für die Schwerindustrie stellt an die Unternehmen große fertigungstechnische Herausforderungen. Einerseits handelt es sich um sehr große Bauteile mit entsprechend hohen Gewichten, andererseits sind höchste Genauigkeiten erforderlich, die durch Toleranzgrenzen im Mikrometerbereich gekennzeichnet sind.

Bei der DMR Mechanische Werkstätten kommt zur Finishbearbeitung von Großgetriebegehäusen ein Bohr- und Fräszentrum KCR 150/1 von Union Werkzeugmaschinen zum Einsatz, das individuell aus Modulen zusammengestellt wurde. In der Ausschreibung gefordert war eine Präzisionsbearbeitung der bis zu 20 t schweren Werkstücke sowie die Einhaltung der Lieferzeit. Zudem waren die Minimierung der Nebenzeiten sowie eine zuverlässige Fahrweise gefordert, die eine störungsfreie Arbeit in der sogenannten rollenden Woche ermöglicht.

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Größtes benötigtes Werkstück diente als Maßstab

Die Eckwerte für die Konstruktion und den Bau des Bohr- und Fräszentrums setzte das größte Werkstück, das die DMR verarbeitet. Dabei handelt es sich um Gehäuse für Schwerindustrie-Getriebe. Der Maschinentisch trägt dabei ein zu bearbeitendes Gehäuse für eine Horizontalgesteinsmühle. Im Prinzip baute Union um ein solches Werkstück herum ein Bearbeitungszentrum, das aus einer Vielzahl von Modulen besteht, aber zur Realisierung der hohen Genauigkeits- und Produktivitätsanforderungen mit zusätzlichen Sonderoptionen ausgestattet wurde.

Zunächst wurde festgelegt, dass als Konstruktionsgrundlage eine Kreuzbettmaschine KCR 150/1 mit einem Tragbalken, der das in der Spindel eingespannte Werkzeug sicher und exakt zur Wirkstelle vorschiebt, verwendet werden sollte. Auf die X-Achse wurden zwei Maschinentische der Größe 2000 mm × 3000 mm gesetzt.

Die Gehäuse für die Horizontalgesteinsmühlen setzen sich aus vier Einzelteilen zusammen: der verbindenden Brücke, den Unter- und Oberteilen sowie dem Deckel. Ein solcher Getriebekasten wiegt etwa 20 t, ist 2 m breit und tief sowie 3,50 m hoch.

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