Meusburger Werkzeug- und Formenbautage Branchentreff am Bodensee

Redakteur: M.A. Frauke Finus

Am 12. und 13. Oktober lud der Wolfurter Normalienhersteller Meusburger zu seinen ersten Werkzeug- und Formenbautagen in Bregenz ein. Im Rahmen des Branchentreffs wurden mit Vorträgen und einer Ausstellung Trends, Themen und Entwicklungen der Branche diskutiert. Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit dem Branchenverband VDWF und dem Fachmagazin FORM + Werkzeug durchgeführt.

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Zwischen den Vorträgen hatten die rund 200 Besucher der Werkzeug- und Formenbautage die Möglichkeit, sich im Rahmen der Ausstellung zu aktuellen Trends und Themen der Branche auszutauschen.
Zwischen den Vorträgen hatten die rund 200 Besucher der Werkzeug- und Formenbautage die Möglichkeit, sich im Rahmen der Ausstellung zu aktuellen Trends und Themen der Branche auszutauschen.
(Bild: Stocker)

Der Anspruch der ersten Werkzeug- und Formenbautage wurde bereits mit einem Blick auf den Veranstaltungsort deutlich: Das feierliche Ambiente des Bregenzer Festspielhauses mit Seebühne hatte das Zeug dazu, optische Standards zu setzen. Technische Standards, und das zeigte bereits der erste Vortrag von Gerhard Krammel, Mitglied der Geschäftsführung bei Meusburger, waren gleichzeitig ein informelles Leitthema des Events. In seiner Keynote mit dem Titel „Standardisierung im Werkzeugbau“ untermauerte er den Anspruch des Wolfurter Unternehmens, „durch eine konsequente und durchgehende Standardisierung von Produkten und Prozessen erhebliche Zeit- und Kosteneinsparpotenziale realisieren zu wollen und damit eine entscheidende Grundlage für ein nachhaltig erfolgreich wirtschaftendes Unternehmen zu schaffen.“

Andreas Sutter, Marketingleiter beim Normalienhersteller, erklärte im Rahmen der Veranstaltung das Konzept hinter dem neuen Format: „Die Idee war, ein Event in unserer Heimatregion zu entwickeln, das Themen aus dem Werkzeug- und Formenbau behandelt und in den Jahren stattfindet, an denen die Fakuma pausiert.“

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Formenbau 4.0 im Fokus

Themen, das wurde mit einem Blick auf die Agenda deutlich, gab es einige zu behandeln. Prozessstandardisierung, Automation und die weitere Digitalisierung standen dabei besonders im Fokus und kamen in den folgenden Vorträgen immer wieder zur Sprache. Die grobe thematische Unterteilung der Fachbeiträge, drehte sich am ersten Tag um den Stanzwerkzeugbau und am zweiten Tag um den Formenbau. Außerdem wurde in den abschließenden Podiumsdiskussionen jedes Tages darüber debattiert, inwieweit das Thema Industrie 4.0 den Werkzeug- und Formenbau nachhaltig verändern wird.

Wie die Entwicklung konkret in der Branche bewertet wird, wurde bereits im zweiten Beitrag deutlicher veranschaulicht. Bernd Krebs, Geschäftsführer von Toolcraft, konstatierte dem Werkzeug- und Formenbau eine Position „zwischen Evolution und Revolution“ – wobei er selbst eher zur zweiten These, also zur „Revolution“ tendierte. Dass er daran glaubt ließe sich zuallererst mit einem Blick auf den Toolcraft-Maschinenpark bestätigen, in dem die Themen Robotik und 3D-Druck stark wachsende Sektoren darstellen. Das Unternehmen setzt mittlerweile sechs Laserschmelzanlagen ein. In der Technologie sieht Krebs in Zukunft die Notwendigkeit einer weiteren deutlichen Ausweitung von Investitionen.

Toolcraft gilt innerhalb des deutschen Werkzeug- und Formenbaus als Generalist, der mit Medizintechnik, Motorsport, Luft- und Raumfahrt, Halbleitertechnik und dem Bereich Spezialmaschinen eine ausdifferenzierte Kundenstruktur bedient. Das Unternehmen setzte laut eigener Aussage schon sehr früh auf Digitalisierung und Automatisierung. Toolcraft hat mit der Unternehmenstochter Unicam ein eigenes Softwarehaus im Unternehmen eingegliedert und investiert weiter in die Weiterentwicklung der Industrie 4.0 im eigenen Betrieb: „Die Themen CAD, CAM und Robotik stehen erst am Anfang. Angesichts des weiter steigenden Wettbewerbsdrucks sollte sich aber jeder damit beschäftigen“, konstatierte Krebs. Außerdem seien Normierung und Standardisierung im Werkzeugbau weiter gefragt.

In diesen Kanon stimmte auch Axel Norbert Wittig von der Webo GmbH aus dem schwäbischen Amtzell ein. Auch er sprach sich für eine klare Organisation und Standardisierung im Werkzeugbau aus, durch die die Prototypenlaufzeit erheblich verkürzt werden könne.

Das Unternehmen stellte mit dem Fein-Schneid-Pad zudem eine Neuentwicklung vor, die keine externe Hydraulik inklusive Aggregat und Tank benötigt und so das das Präzisions- und Feinschneiden in nahezu jeder Presse ermöglicht.

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