Werkzeug- und Formenbau CAD/CAM-Systeme mit Zeitspar-Funktion führen schnell zum Formwerkzeug

Autor / Redakteur: Werner Möller / Dietmar Kuhn

Zur Optimierung der Prozesskette eignet sich ein neu entwickeltes CAD/CAM-System. Darin enthalten sind spezielle, auf den Werkzeug- und Formenbau zugeschnittene Funktionen, die beispielsweise das Elektrodenfräsen erleichtern oder die Mehrfachbestückung von Paletten ermöglichen.

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Detailansicht eines Schäumwerkzeuges, das mit Unterstützung von Work-NC bei Babilon GmbH Werkzeugbau gefertigt wurde. Bild: Babilon
Detailansicht eines Schäumwerkzeuges, das mit Unterstützung von Work-NC bei Babilon GmbH Werkzeugbau gefertigt wurde. Bild: Babilon
( Archiv: Vogel Business Media )

Ob Türöffner, Griffschalen, Airbag-Abdeckungen oder Lenkradskelette – der Werkzeugbauer Babilon GmbH in Breuberg ist spezialisiert auf Spritz- und Druckgießwerkzeuge für den Automotive-Bereich (Eingangsbild undBild 1). Um die Forderungen nach hundertprozentiger Funktionalität und termingerechter Ausführung erfüllen zu können, setzt das Unternehmen unter anderem auf einen durchgängigen Datenfluss.

Dabei erhält der Werkzeugbauer zu Auftragsbeginn von seinen Kunden 3D-CAD-Modelle, mit denen er geeignete Formwerkzeuge gestalten muß. Damit wird die Basis für eine Daten-Durchgängigkeit bis zur Fertigstellung geschaffen.

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Modelle beschleunigen die Werkzeugkonstruktionsphase

Die Modelle sind Voraussetzung für eine kurze Werkzeugkonstruktionsphase und finden direkt Verwendung im CAM-System zum Generieren von Elektrodengeometrien und bei Erstellung der Fräsprogramme für die CNC-Bearbeitung. Auf Wunsch kann das Werkzeugbauunternehmen zur Dokumentation aus dem 3D eine 2D-Ableitung vornehmen und Zeichnungen mit dem geforderten Detaillierungsgrad und allen kundenspezifischen Besonderheiten erstellen.

Abgestimmte Betriebsmittel verkürzen die Lieferzeit

Um jedoch die Kundenanforderungen möglichst effizient umzusetzen, hat Babilon für Konstruktionsaufgaben verschiedene CAD/CAM-Systeme im Haus – und hält mit einem modernen und vielseitigen Maschinenpark die gesamte Fertigungstiefe hoch. Denn nur wenn alle zur Fertigung von Werkzeugen erforderlichen Betriebsmittel – wie zum Beispiel Kontureinsätze, Elektroden und Schieber – schnell umgesetzt werden können, lassen sich die Lieferzeiten kurz halten, was in der Automobilindustrie ein wichtiges Kriterium ist. Vom Einsatz innovativer Technik und von motivierten Mitarbeitern hängt besonders bei Babilon eine effiziente Realisierung aller denkbaren Aufgabenstellungen ab.

Um langfristig erfolgreich zu sein, muss ein Unternehmen seine Abläufe und seine Ausstattung immer wieder überdenken. So ist Babilon vor einiger Zeit zu der Überzeugung gelangt, den internen Durchsatz – beginnend mit der Programmerstellung bis zum fertigen Werkzeug – optimieren zu müssen. Die Engpässe wurden lokalisiert und einer Bewertung unterzogen. Am dringendsten rationalisierungsbedürftig erschien dabei die Strecke vom Programmieren der Elektroden bis zur anschließenden Graphitbearbeitung. Sie war schlichtweg zu lang und zu umständlich.

Um Formeinsätze für Griffschalen erodieren zu können, werden eine Schrupp- und eine Schlichtelektrode benötigt – sowohl für die linke Einheit als auch entsprechend spiegelverkehrte Elektroden für die rechte. Anstatt vier ähnliche Programme schreiben zu müssen, wollte der Werkzeughersteller aus der Konstruktionszeichnung quasi auf Knopfdruck alle vier Fräsprogramme ableiten (Bild 2). Die damals, installierten CAM-Systeme waren dazu aber nicht in der Lage.

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