Präzisions-Stanzteile

Computervater Zuse verlangte nach noch kleineren und feineren Stanzteilen

| Autor / Redakteur: Dietmar Kuhn / Dietmar Kuhn

Feinste Stanzteile für die Elektronik- oder Computerindustrie sind die Domäne von Fritz Stepper.
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Feinste Stanzteile für die Elektronik- oder Computerindustrie sind die Domäne von Fritz Stepper. (Bild: Kuhn)

Klar stellt sich die Frage: Was hat Konrad Zuse mit der Fritz Stepper GmbH & Co. KG Präzisions-Werkzeuge zu tun? Die Frage ist leicht beantwortet, wenn man den Pforzheimer Stanzteilhersteller und Werkzeugbauer näher betrachtet. Denn viele der filigranen Mikroteile oder Baugruppen finden ihre Anwendung in der Elektronik- und Computerindustrie.

Beim Einbiegen in die Robert-Bosch-Straße 5 in der Goldstadt Pforzheim sind mehrere Gebäude zu erkennen, die den Unternehmens-Schriftzug Stepper zeigen. Das Firmenareal wirkt äußerlich kaum aufregend, ganz normal, wie man es von einem mittelständischen Unternehmen erwartet. Doch wenig später fühlt man sich in eine andere Welt versetzt, in eine Welt, die aus ausschließlich Hightech bestücktem Equipment besteht. Michael Stepper, geschäftsführender Gesellschafter und als Sohn des Firmengründers Fritz Stepper nun in zweiter Generation in der Verantwortung des Unternehmens, weiß spannende Geschichten zu erzählen.

Schon Konrad Zuse bestellte Stanzteile bei Stepper

So auch die Geschichte, die Konrad Zuse nach Pforzheim führte. „Zuse war mehrmals als Gast in unserem Hause“, so Stepper. „Er war ja Unternehmer und Direktor bei Siemens und als solcher auch ein guter Freund meines Vaters.“ Bei Stepper fand Zuse schon damals die Kontaktteile, die er für die Elektronik und Elektrotechnik benötigte. Er motivierte Fritz Stepper, die Teile noch kleiner und filigraner zu entwickeln und zu fertigen. Dies ist dem Unternehmen offenbar bestens gelungen.

Heute produziert Stepper mit rund 100 Mitarbeitern immer noch in großen Stückzahlen hochpräzise Kontaktteile. Kontaktteile, für die das Pforzheimer Unternehmen auch die Werkzeuge herstellt. Bei Stepper spielte der Präzisions- und Qualitätsgedanke bereits von Anfang an eine besondere Rolle. Das beste und zuverlässigste Werkzeug zu bauen, wurde bereits zur Firmengründung als Philosophie verankert. Für Stepper gab es dafür zwei Optionen. Die eine steht dafür, bestehende Verfahren zu optimieren, die andere dafür, den gesamten Prozess neu zu gestalten. Stepper entschied sich für Letzteres.

Hochpräzise Kontaktteile in zweistelligen Millionenzahlen wirtschaftlich gefertigt

Was es damit auf sich hat, erklärt Stepper anhand eines Prospektes. „Wir haben diesen Prozess "step by step by Stepper" genannt. Der Gedanke, den wir damit verbinden, soll aufzeigen, dass der Kunde von uns eine Gesamtlösung erwarten darf. Diese beginnt bereits bei der Entwicklung und Analyse von Prototypen“, sagt Stepper. „Da legen wir unsere Erfahrung aus mittlerweile fast 50 Jahren Werkzeugbau hinein.“

Kern dieser Schritt-für-Schritt-Philosophie ist der modulare Werkzeugbau. 1975 hatte Fritz Stepper die Idee, Folgeverbundwerkzeuge aus einzelnen, in sich geschlossenen Werkzeugen modulartig aufzubauen, um damit hochpräzise Kontaktteile in Mengen von zweistelligen Millionenzahlen wirtschaftlich und schnell fertigen zu können. Zusätzlich sollten diese Module möglichst viele Fertigungsoperationen beinhalten und sie sollten bei einem eventuellen Werkzeugverschleiß oder einer Produktionsumstellung schnell und ohne signifikanten Zeitverlust ausgetauscht werden können.

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