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Damit der neue Job nicht zur Sackgasse wird

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Anders ist es bei hochqualifizierten Spezialisten oder gehobenen Führungskräften. Ist bei ihnen der neue Job ein Flop, dann müssen sie sich meist bundesweit bewerben – also einen (erneuten) Umzug in Kauf nehmen. Außer sie sind, wenn sie zum Beispiel eine Familie haben, bereit, künftig eine Wochenendehe zu führen.

Burnout statt Traumjob

Viele unterschätzen, was dies bedeutet. So der Diplom-Kaufmann Klaus Nolte. Der gebürtige Hamburger erhielt von dem IT-Unternehmen für das er in der Hansestadt arbeitete, vor fünf Jahren das Angebot, in dessen Münchner Zentrale deren „Salesmanager Europe“ zu werden.

Nolte schmeichelte das Angebot. Zudem rechnete sich aus: Wenn ich den Job zehn Jahre mache, habe ich ausgesorgt. Seine Frau war von der Job-Offerte weniger begeistert. Denn sie wollte mit ihren beiden pubertierenden Kindern keinesfalls nach München ziehen. Doch sie gab Nolte bei der Entscheidung freie Hand: „Dann führen wir eben eine Wochenendehe.“

Nolte trat die Stelle an. Doch rasch erwies sie sich als deutlich herausfordernder als gedacht. Und was er völlig unterschätzt hatte: Als Salesmanager Europe musste er in die entlegensten Ecken Europas reisen. Folglich wurde aus den geplanten regelmäßigen Wochenendflügen nach Hamburg oft nichts. Und wenn doch? Dann war seine Tasche voller Arbeit.

Nach kurzer Zeit merkte Nolte: Die neue Stelle nagt an meiner Substanz. Und nach eineinhalb Jahren wurde er mit einem Burn-out in eine Klinik eingeliefert. Und ein weiteres Halbjahr später unterschrieb er einen Auflösungsvertrag mit seinem Arbeitgeber – „mit einer satten Abfindung“. Doch was hat er davon? Wenig! Gesundheitlich ist Nolte zwar wieder auf dem Damm. Doch eine neue Festanstellung hat der heute 53-Jährige in den letzten drei Jahren nicht gefunden.

Was ist mir im Leben wichtig?

Den Fehler von Nolte begehen hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte immer wieder, berichtet Personalberater Walz. Sie reflektieren zu wenig, was eine neue Stelle konkret bedeutet. Zum Beispiel mehr Arbeit. Mehr Stress. Mehr Reisen. Ein höheres Kündigungsrisiko. Eine sehr starke Spezialisierung, die sich langfristig als berufliche Sackgasse erweisen könnte. Und noch weniger reflektieren sie: Passt die neue Stelle zu meiner Vorstellung von einem erfüllten Leben? Zum Beispiel:

  • Macht mir die Arbeit voraussichtlich langfristig Spaß und erachte ich sie als sinnvoll?
  • Kann ich abends bei meiner Familie sein?
  • Kann ich weiterhin meinen Hobbies frönen und meinen Freundeskreis pflegen?

Dabei wäre das wichtig. Denn wenn eine Führungskraft mit ihrem Leben unzufrieden ist, sind ihre Akkus schnell leer. Also erbringt sie auch keine Top-Leistungen mehr.

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