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Damit der neue Job nicht zur Sackgasse wird

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Dietz machte laut Personalberater Walz als „echter Macher“, weil ihm zuhause die Decke auf den Kopf fiel, zwei Mal denselben Fehler. Er nahm, trotz finanzieller Absicherung, vorschnell eine Stelle an. Bei ihm hätten alle Alarmglocken schrillen müssen, als er erfuhr, dass der Inhaber des mittelständischen Unternehmens vor ihm in vier Jahren drei Geschäftsführer entlassen hatte.

Doch solche Bedenken wischte Dietz mit dem Hang zur Selbstüberschätzung, den viele Top-Manager haben, beiseite und dachte: Ich schaffe das schon. Ähnlich war es, als die Private-Equity-Gesellschaft ihn bereits im Auswahlverfahren mit völlig unrealistischen Erwartungen bezüglich der Entwicklung des Start-ups konfrontierte. Auch da hätten die Alarmglocken schrillen müssen.

Berater – Beschäftigungstherapie für gescheiterte Manager

Dass Dietz die Stellen annahm, ohne die Pros und Contras sauber abzuwägen, hatte nach seinen eigenen Aussagen auch folgenden Grund: Jedes Mal, wenn er arbeitslos oder freigestellt zuhause saß, fing es in seiner Ehe an zu kriseln. Denn seine Frau nervte es rasch, dass sie ihren Mann, den sie zuvor nur am Wochenende sah, plötzlich täglich von morgens bis abends um sich hatte; außerdem, dass er sich plötzlich in die Haushaltsführung und Kindererziehung einmischte. Das führte zunehmend zu Streitereien. Auch deshalb nahm Dietz sozusagen die erstbeste Stelle an.

Doch inzwischen ist Dietz erneut seit über zwei Jahren arbeitslos. Deshalb gründete er „als Beschäftigungstherapie“ ein Beratungsunternehmen. Denn dass ihn noch einmal ein größeres Unternehmen zu seinen Konditionen als Geschäftsführer einstellt, diese Hoffnung hat er fast aufgegeben. Und das tägliche Joggen und Tennisspielen? Das hat ein Macher, wie er, schnell satt.

* Die Namen und Daten der erwähnten Stellenwechsler wurden geändert.

* Bernhard Kuntz ist freier Journalist in Darmstadt.

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