Richttechnik Dank Richtmaschine: Einbaufertige Teile für den Kunden

Autor / Redakteur: Stéphane Itasse / M.A. Frauke Finus

Mehr als nur ein Lohnfertiger: In Schopsdorf bietet die ABP – Innovative Blechbearbeitung GmbH Leistungen für die komplette Prozesskette aus einer Hand an. Dazu gehört seit Mai 2020 auch das Richten mit einer Maschine von Arku.

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Groß und doch gerade: ABP legt als Zulieferer Wert auf Qualität. Dazu gehört auch das Richten.
Groß und doch gerade: ABP legt als Zulieferer Wert auf Qualität. Dazu gehört auch das Richten.
(Bild: Arku)

Im Jahr 2013 gegründet, hat sich das Unternehmen aus Sachsen-Anhalt schnell entwickelt. „Wir haben mit der Laser-Kant-Bearbeitung als Job-Shop angefangen“, berichtet Mitgründer und Geschäftsführer Marcel Wendt. Doch sein Ziel war immer, neben der klassischen Lohnfertigung auch Baugruppen anzubieten. Die Idee führte zum Erfolg: Seit 2016 hat ABP den Maschinenpark immer weiter ausgebaut.

Ob Verkleidungen für den Maschinenbau, Teile und Baugruppen für den Anlagenbau, den Bergbau oder die Medizintechnik – „wir sind in sämtlichen Branchen tätig, die man vor der Haustür finden kann“, sagt Wendt. So vielfältig wie die Kunden sind auch die Teile. Die Losgrößen bewegen sich zwischen 1 und 10.000, meist mit Stückzahlen von 5 bis 100. Bei den Werkstoffen findet sich nicht nur Stahl, sondern auch Edelstahl und Aluminium in einer Dicke von 1 bis 15 Millimetern.

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Zulieferer hat seine eigenen Qualitätsansprüche

Seit Mai 2020 ergänzt eine Richtmaschine Flat Master 55 von Arku den Maschinenpark. „Für uns ist sie eine tolle Ergänzung, denn wir haben viele Anwendungen im Laser- und im Stanzbereich“, erläutert Wendt. Werkstücke wie Lochbleche lassen sich mit der Arku-Maschine gut richten. Dabei entscheiden die Blechexperten bei ABP oft selbst, welche Bauteile durch den Flat Master laufen. „Wenn in der Kundenzeichnung Ebenheit gefordert ist, kommen wir der nach“, berichtet Wendt, und weiter: „Doch auch bestimmte Bauteile, die nicht richtrelevant sind, aber krumm aus der Maschine kommen, werden durch den Flat Master gefahren.“ Denn der Zulieferer hat auch seine eigenen Qualitätsansprüche – die Kunden sollten die Teile möglichst einbaufertig erhalten. Auch ist es ein Wettbewerbsvorteil, wenn die eigenen Blechteile gerade gestapelt auf der Palette liegen und diejenigen des Konkurrenten gekrümmt ankommen.

Inzwischen hat die Richtmaschine ihren festen Platz in den Arbeitsabläufen. „Sie erleichtert uns die tägliche Arbeit enorm“, erläutert Wendt. Das betrifft einerseits Stanzteile, andererseits gab es zuvor beim Entgraten und Schleifen von Edelstahl mit 3 bis 5 Millimeter Dicke Probleme mit frei werdenden Spannungen im Material. Die vielen Werkstoffe in der Produktion von ABP bringen allerdings auch Gefahren mit sich. Denn alles, was gerichtet werden muss, geht durch diese Richtmaschine – egal welcher Werkstoff. „Wir müssen aufpassen, dass wir kein Fremdmaterial in Edelstahl einwalzen“, erklärt Wendt. Bei schmaleren Blechen funktioniert eine räumliche Trennung innerhalb der Maschine: links Edelstahl, rechts Stahl. Für breitere Bleche muss man allerdings die Rollen des Richtaggregats reinigen.

Ausfahrbares Richtaggregat für mehr Flexibilität

Hier kommt eine besondere Option für den Flat Master ins Spiel: Das Richtaggregat lässt sich mit einer Schublade herausfahren. Damit lassen sich die Rollen besonders leicht reinigen, das Verschleppen von Werkstoffresten gehört der Vergangenheit an. „Das ausfahrbare Richtaggregat macht uns flexibler, wenn wir andere Werkstoffe bearbeiten müssen“, merkt Wendt an. Das Geld dafür nahm er gerne in die Hand: „Ich investiere lieber etwas mehr, als mich nach dem Kauf zu ärgern, dass etwas nicht so gut funktioniert.“ Durch den Flat Master ist auch der Richtvorgang selbst einfacher und deutlich schneller geworden. „Wir haben auch eine Richtpresse mit Hydraulikstempel oder Abkantmaschinen, aber eine Durchfahrmaschine ist wesentlich besser“, sagt Wendt. Teilweise haben die Mitarbeiter vorher sogar mit der Flamme Bleche gerichtet, doch dafür braucht man wirklich Experten – „sonst gibt es mehr Schaden als Nutzen“. Mit dem Flat Master sind nicht nur die Ergebnisse besser, sondern auch die Wiederholgenauigkeit.

In der aktuellen Stahlkrise wird die Richtmaschine noch wichtiger als sonst: „Wenn man Blech an sämtlichen Ecken einkaufen muss, hat man unterschiedliche Qualitäten, die man mit dem Flat Master in die richtige Richtung bringen kann“, sagt der ABP-Geschäftsführer. Doch auch längerfristig soll sich die Investition lohnen. „Wir sehen es als Chance, die Technologie zu haben, die nicht jeder hat“, erläutert Wendt, und weiter: „Wir wollen als Lohnfertiger die erste Geige spielen.“ Mit diesem Gedanken setzt Wendt auch auf Marktführer als Ausrüster – wer vorne mitspielt, hat in der Regel auch einen guten Service. Mit Arku ging es dann ganz schnell: „Ich habe Beiträge auf Social Media gesehen und wir haben dann auf der Blechexpo 2019 den ersten Kontakt hergestellt. Zwei oder drei Wochen nach der Messe haben wir dann den Vertrag unterschrieben.“

In wenigen Sekunden spannungsfrei

Der Servicemonteur konnte im Mai binnen zwei Tagen die Richtmaschine aufstellen und die Mitarbeiter schulen. Zwar waren sie anfangs – wie so oft – skeptisch gegenüber der neuen Anlage, doch dank der leichten Bedienung waren die Hemmungen sehr schnell verflogen. Seit über einem Jahr läuft die Richtmaschine nun fehlerfrei, es hat noch keine Servicemeldung gegeben. „Wir wissen nicht, wann es dazu kommt, aber es wird mit Arku so unkompliziert sein wie alles andere“, gibt sich Wendt entspannt. Auch in anderen Punkten schätzt er die Zusammenarbeit: „Ich mag es, dass wir mit Christian Nau nur einen Ansprechpartner haben, der die Frage beantwortet oder in die Fachabteilung vermittelt. So ist man relativ schnell am Ziel.“

Christian Nau, Vertrieb Arku, ergänzt: „Mit dem Flat Master 55 sind die Laserteile in wenigen Sekunden eben und spannungsfrei. Dadurch haben es die Mitarbeiter bei Folgeprozessen wie Schweißen, Biegen oder Abkanten einfacher.“ Auch für Marcel Wendt ist der Flat Master ein guter Helfer, wie er alles in allem bilanziert. „Mit der Maschine sind wir flexibel. So können wir auch schwierigere Aufträge annehmen, zum Beispiel mit langen, schmalen Blechstreifen“, sagt der Geschäftsführer, und erläutert: „Wir sind stolz auf das, was wir in Eigenregie machen können – unabhängig von bestimmten Lieferanten. Dazu gehört auch das Richten.“

Arku auf der Blechexpo: Halle 1, Stand 1001

Weitere Meldungen zur Blechexpo finden Sie in unserem Special.

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