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Oberflächenqualität

Das richtige Schleifen macht Blechoberflächen schön

| Autor: Stéphane Itasse

Ob Gebäudefassade, Geräteabdeckung oder Gehäuse von Elektronikprodukten: Oberflächen und Kanten von Blechteilen müssen prozesssicher und in hoher Qualität bearbeitet werden. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Schleiftechnik. Sie macht aus scharfen und rauen Bauteilen alltagstaugliche Gebrauchsgegenstände.

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Mit Schleifbürsten auf Planetenkopfaggregaten lassen sich die Werkstückkanten von außen nach innen bearbeiten und somit gleichmäßig verrunden.
Mit Schleifbürsten auf Planetenkopfaggregaten lassen sich die Werkstückkanten von außen nach innen bearbeiten und somit gleichmäßig verrunden.
( Bild: Hans Weber Maschinenfabrik )

Für die Kantenbearbeitung oder das Entgraten muss die Schleiftechnik definierte Merkmale realisieren.Zum Erreichen der Oberflächenqualität kommen Rautiefe, Strichlänge, Geradlinigkeit des Schliffbilds und Schattenfreiheit hinzu. Die Hans Weber Maschinenfabrik bietet hierfür unterschiedliche Bearbeitungssysteme. „Während beim Entgraten mit der klassischen Schleifwalze mit Endlosbreitband gearbeitet wird, kommen für das Verrunden und Radiusschleifen die von Weber entwickelten und patentierten Planetenkopfsysteme zum Einsatz“, schildert Geschäftsführer Georg Weber.

Kanten absolut gleichmäßig bearbeitet

Rotierende Topfbürsten, gruppenweise auf einer Kreisbahn geführt, bearbeiten hierbei die Kanten. „Die Schleifwalze mit Schleifband trägt Grate oder überstehendes Material ab. Das Schleifband arbeitet immer nur in eine Richtung. Das Planetenkopfsystem arbeitet mit einer Vielzahl von doppelt rotierenden topfartigen Werkzeugen, die die Werkstückkanten von außen nach innen bearbeiten und somit verrunden. Diese Anordnung erreicht über die Arbeitsbreite absolut gleichmäßige Bearbeitungsergebnisse“, sagt der Geschäftsführer auf Anfrage von MM MaschinenMarkt. Erreichbar sind bei der Kantenverrundung mit dem Planetenkopfsystem Radien bis 2 mm, zudem sind Durchzüge bis zu mehreren Millimetern möglich. Einsetzbar seien diese Systeme für alle Werkstoffe, auch Nichtmetalle.

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Soll ein Radius geschliffen werden, kommt der Planetenkopf mit dem Multirotations-Bürstsystem MRB zum Einsatz. Dabei sind je zwei Rundbürsten auf einem rotierenden Träger gelagert. Entsprechend der Arbeitsbreite befinden sind mehrere Träger nebeneinander, die sich im Wirkkreis überschneiden. Das Bearbeitungsergebnis ist dadurch an allen Kanten gleichmäßig.

Schleifsysteme äußerst kompakt gebaut

Ein Vorteil dieser Techniken ist die geringe Einbaulänge. „Die Weber-Schleiftechniken bauen nicht länger als 600 mm. Ähnliche Systeme am Markt brauchen hier Einbaulängen bis 1500 mm“, sagt der Geschäftsführer. Deswegen lassen sich mehrere Bearbeitungseinheiten wie Schleifwalzen, Planetenkopf und MRB problemlos in einem Maschinenständer anordnen. Diese Techniken sind in beliebig großen Arbeitsbreiten einsetzbar.

Neben der Kantenbearbeitung ist auch eine ansprechende Oberfläche gefordert. Üblicherweise werden hier Schleifbänder mit Schleifwalzen verwendet. Allerdings erzeugen sie Oszillationsspuren. Die klassische Lösung, durch Hochsetzen der Vorschubgeschwindigkeit die Spuren so zu gestalten, dass sie nicht mehr stören, funktioniert jedoch nicht in Kombination mit Verrundungssystemen, denn dafür ist ein relativ langsamer Vorschub notwendig. Weber hat deshalb eine spezielle Bandsteuerung entwickelt. „Alle Breitbänder müssen durch eine Oszillationssteuerung auf den Rollen der Schleifstation gehalten werden. Das erzeugt dann auf der Werkstückoberfläche oszillierende, sichtbare Schleifspuren. Gewünscht wird aus optischen Gründen aber ein geradliniges Schliffbild. Die Ausführung der Weber-Steuerung vermeidet das“, erläutert Georg Weber.

Weitergehende Anforderungen an die Oberflächentechnik kommen von den Automobilherstellern. In diesem Sektor sind zusätzlich variierende Strichlängen des Schliffbildes für das perfekte Aussehen der Karosserien gefragt. Um diese Qualitätsansprüche zu erfüllen, hat Weber die patentierte CBF-Technik entwickelt. Hier kommt ein Schleifbalken zum Einsatz, bei dem ein innen angeordnetes und quer zum Schleifband laufendes Lamellenband die Eingriffslänge der einzelnen Schleifkörner regelt.

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Über den Autor

Stéphane Itasse

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, MM MaschinenMarkt

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