Porträt Der kurze Weg zum IBV-System

Autor: Simone Käfer

Für Framos war es nur ein kurzer Weg vom Sensor-Händler zum Bildverarbeitungsdienstleister; aber ein lohnender. Der Vater legte den Grundstein mit viel Networking, der Sohn passte das Geschäft den Bedürfnissen der neuen Zeit an. Wie genau, lesen Sie im MM-Porträt.

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Vater Bernd Franz brachte Framos mit CCD-Sensoren und Netzwerken nach oben, Sohn Andreas Franz arbeitet im Team und unterstützt Talente.
Vater Bernd Franz brachte Framos mit CCD-Sensoren und Netzwerken nach oben, Sohn Andreas Franz arbeitet im Team und unterstützt Talente.
(Bild: Framos)

So wirklich war er gar nicht als Geschäftsführer eingeplant, sein Vater hatte sich schon Bewerber für die Nachfolge angesehen. Schließlich war Andreas Franz auch außerhalb des väterlichen Betriebs erfolgreich auf der Karriereleiter unterwegs. Probiert haben sie es trotzdem. „Aus den vier Monaten auf Probe sind inzwischen neun Jahre geworden“, freut sich der Gründer von Framos, Bernd Franz.

Der Bildverarbeitungs-Dienstleister startete 1981 als Händler von Stromversorgungskomponenten. Zuvor war Bernd Franz für Siemens weltweit in Sachen Inbetriebnahmen unterwegs. Ein Freund brachte ihn auf die Idee, sich mit einem Vertrieb für Halbleiterkomponenten selbstständig zu machen. Das stieß bei seiner Frau auf Wohlwollen, denn als junge Familie „wollten wir endlich ankommen“, erinnert sich der Senior. Also absolvierte er eine Weiterbildung in BWL und gründete Framos, eine Wortkombination aus dem Namen Franz und der Halbleitertechnik MOS.

Der Sprung in die IBV mit CCD-Foren

Erste Kunden aus dem Bereich Sicherheitstechnik kauften beispielsweise Sensoren für die Herstellung von Kameramodulen in der Überwachung. Als eine dieser Firmen insolvent wurde, stieg Framos einfach selbst in das Geschäft ein und entwickelt und verkauft seitdem Kameramodule. „Mit den damals technisch führenden CCD-Sensoren von Sony konnten wir vielen Firmen im Kamerabereich helfen, die ohne uns als Mittler keine Geschäftsbeziehungen zu Sony aufbauen konnten“, erklärt Bernd Franz. „So haben wir uns ein starkes Netzwerk und viele langjährige Geschäftsbeziehungen erarbeitet, die teilweise noch heute bestehen.“

Außerdem setzten sie auf Expertenstammtische, CCD-Foren und Expertenartikel in Fachzeitschriften. Die CCD-Foren waren in den 1990ern Treffpunkt der Bildverarbeitungsbranche, schwelgt Bernd Franz in der Vergangenheit; die renommiertesten Imaging-Koryphäen trafen sich, um über neueste Entwicklungen und Innovationen zu diskutieren.

Der Wandel zum Dienstleister

Mit dem neuen Chef kam auch die neue Ausrichtung. Dienstleistung als Geschäftsmodell ist das Credo der Zeit und Framos wurde vom Distributor zum Komplettdienstleister, der vom Sensor bis zum System alles im Programm hat. Dienstleistungsanbieter heißt im Fall von Framos, dass das Unternehmen Services vom Einkauf über die technische Beratung und Entwicklungsunterstützung bis hin zu Lagerhaltung und Support anbietet. Ein eigener Reinraum ermöglicht sogar die Lieferung kleinerer Mengen.

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Über den Autor

 Simone Käfer

Simone Käfer

Redakteurin für Additive Fertigung und Werkstoffe