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Forschungsprojekt SME-robotics Der Roboter soll zum denkenden Kollegen werden

Redakteur: Rüdiger Kroh

Im europäischen Forschungsprojekt SME-robotics sollen Techniken für kostengünstige, modulare und interaktive Automatisierungslösungen für kleine und mittelständische Unternehmen entwickelt werden. Auf der Automatica sind erste Prototypen aus dem Projekt in Livedemonstrationen zu sehen.

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Der Leichtbauroboter von Kuka unterstützt den Werker bei der Montage kniffliger Teile.
Der Leichtbauroboter von Kuka unterstützt den Werker bei der Montage kniffliger Teile.
(Bild: Fraunhofer-IPA)

Sie sollen intuitiv und einfach bedienbar sein, interaktiv vom Menschen lernen und sich an variable Produktionsprozesse anpassen. Diese Vision von intelligenten und kostengünstigen Robotersystemen verfolgt das europäische Forschungsprojekt SME-robotics (small and medium-sized enterprises), das vom Fraunhofer-IPA koordiniert wird. Ziel ist es, Techniken für adaptive Roboter zu entwickeln. Ohne hohen Aufwand sollen sie vor allem in kleinen und mittelständischen Unternehmen einsetzbar sein. Auf einem Gemeinschaftsstand auf der Automatica 2014 präsentiert SME-robotics erste Prototypen aus dem Projekt in unterschiedlichen Livedemonstrationen.

Wandlungsfähige und kostengünstige Automatisierungslösungen

Um wettbewerbsfähig bleiben zu können, benötigen kleine und mittlere Unternehmen vor allem wandlungsfähige und kostengünstige Automatisierungslösungen für Kleinserien und wechselnde Produktzyklen. Das Projekt SME-robotics will die technologischen Grundlagen für wirtschaftliche und intelligente Roboterlösungen in diesem Bereich schaffen, die sich schnell installieren und leicht bedienen lassen. Die europäische Forschungsinitiative knüpft an das Vorgängerprojekt SME-robot an und entwickelt neue modulare, adaptive und interaktive Bedienkonzepte und Steuerungssysteme für einen effizienten Robotereinsatz. Führende europäische Roboterunternehmen und Forschungseinrichtungen sind Partner dieser Initiative.

Industrieroboter um kognitive Fähigkeiten erweitern

In dem Projekt sollen Industrieroboter um kognitive Fähigkeiten erweitert werden. Schwerpunkt ist daher die Entwicklung neuartiger Softwarefunktionen. Aus bestehenden Produktionsdaten sollen Roboterprogramme generiert werden. Fehlende oder nur unvollständige Daten sollen die Roboter beim Werker erfragen. „Intelligente Robotersysteme folgen nicht konsequent einer einmaligen Anweisung, sondern lernen intuitiv und effizient vom Menschen, der sie bedient”, erläutert Martin Hägele, Leiter der Abteilung Roboter- und Assistenzsysteme beim Fraunhofer-IPA und Projektkoordinator. „Sie verbessern ihre Arbeit kontinuierlich in Zusammenarbeit mit dem Werker.”

Roboter entlastet den Menschen

Die auf der internationalen Fachmesse für Automation und Mechatronik präsentierten Roboterzellen stellen beispielhaft Automatisierungslösungen für unterschiedliche Branchen kleiner und mittelständischer Unternehmen vor. So wird gezeigt, wie der Roboter den Menschen am manuellen Arbeitsplatz entlasten und auch bei der Montage kniffliger Teile den Durchsatz erhöhen kann. In einer weiteren Applikation lässt sich ein Schweißroboter über Sensoren führen und lernt vom Schweißer.

Werkstücke halten und fügen kann ein Zweiarmroboter, dem der Werker am Bildschirm beibringt, wo sich die Werkstücke befinden und wie der Prozess ausgeführt werden soll. Mit einer kostengünstigen Roboterzelle für allgemeine Handhabungsaufgaben oder zur Maschinenbestückung lassen sich bisher manuell gefertigte Kleinserien profitabel automatisieren. MM

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