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2. VDMA-Kongress „Intelligenter Produzieren“ Der Roboter verliert seine Unnahbarkeit

| Redakteur: Jürgen Schreier

Einst härtester Konkurrent des arbeitenden Menschen, wird der Industrieroboter zunehmend zum „Assistenten“ des Werkers. Fachleute sprechen von Mensch-Roboter-Interaktion. Breiten Raum nahm dieses Thema auf dem 2. Kongress „Intelligenter Produzieren“ ein. Neue Sicherheitskonzepte machen diese Form der Zusammenarbeit möglich.

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Mit Hilfe sicherer Kamerasysteme lassen sich Mensch-Maschine-Kooperationen umsetzen. Bild: Pilz
Mit Hilfe sicherer Kamerasysteme lassen sich Mensch-Maschine-Kooperationen umsetzen. Bild: Pilz
( Archiv: Vogel Business Media )

Nach einem Bericht der International Federation of Robotics (IFR) kommen in Deutschland auf 10 000 Beschäftigte in der verarbeitenden Industrie etwa 234 Roboter. Damit liegt Deutschland hinter Japan weltweit auf Platz zwei, wobei mittlerweile auch die Roboterindustrie von der Wirtschaftskrise und der weltweiten Investitionszurückhaltung gebeutelt wird. Stark rückläufige Auftragseingänge meldet der VDMA-Fachverband Robotik + Automation, der für 2009 einen Umsatzrückgang von 20% auf 1,9 Mrd. Euro anpeilt.

Der Roboter verliert seine Unnahbarkeit

Die IFR-Zahlen sehen noch weniger ermutigend aus. Im ersten Quartal 2009 sind die weltweiten Roboterbestellungen um 50% geschrumpft: Der Verband führt vor allem Finanzierungsengpässe bei den Anwendern ins Feld. Dennoch bleibt die Robotik nach Meinung von Fachleuten langfristig eine Wachstumsbranche, erschließt sich der Roboter doch immer neue Märkte und übernimmt im Produktionsbereich immer neue Aufgaben. So kann man in Produktionshallen rund um den Globus ein Phänomen beobachten, das man mit „Der Roboter verliert seine Unnahbarkeit“ umschreiben könnte. Die Schutzgitter, die üblicherweise Roboterarbeitsplätze prägen, verschwinden zusehends.

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Immer häufiger arbeitet der Mensch Hand in Hand mit sogenannten kollaborierenden Robotern. Der Fachmann spricht von Mensch-Roboter-Interaktion – ein Thema, das auf dem 2. VDMA-Kongress „Intelligenter Produzieren“ breiten Raum einnahm.

Modularisierung stellt neue Anforderungen an die Montageautomation

Vorreiter in Sachen Mensch-Roboter-Interaktion – gelegentlich ist auch von Mensch-Roboter-Kollaboration die Rede – ist die Automobilindustrie. Der Trend zur Modularisierung, wobei die zu montierenden Module immer komplexer und schwerer werden, stellt auch neue Anforderungen an die Montageautomation, wie Prof. Dr.-Ing. Heinrich Flegel, Forschungsleiter Produktion bei Daimler, auf dem VDMA-Kongress in Mannheim erläuterte. Eine besondere Herausforderung ist dabei das Handling empfindlicher Einbauteile – und genau hier kommt der Roboter als „dritter Arm“ des Montagearbeiters ins Spiel. Der Industrieroboter mutiert damit – salopp gesagt – vom Konkurrenten des Werkers zu seinem Assistenten.

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