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Ausblick 2012 Deutsche Industrie wächst mit gebremstem Schaum

| Redakteur: Jürgen Schreier

Zuverlässige Konjunkturprognosen sind angesichts der aktuellen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen – sprich der Euro-Schuldenkrise – derzeit kaum möglich. Dennoch gehen Maschinenbau und Elektroindustrie nach einem wachstumsstarken Jahr 2011 durchaus optimistisch ins Jahr 2012.

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Die Elektroindustrie bleibt ein Stabilitätsanker im verarbeitenden Gewerbe, ist Dr. Klaus Mittelbach vom ZVEI überzeugt.
Die Elektroindustrie bleibt ein Stabilitätsanker im verarbeitenden Gewerbe, ist Dr. Klaus Mittelbach vom ZVEI überzeugt.
(Bild: Kluger)

Stell dir vor, es ist Krise und keiner geht hin: Zumindest für weite Teile der deutschen Wirtschaft scheint dieser Slogan durchaus Realität zu sein. Denn ungeachtet überbordender Staatsschulden in der Eurozone und der bislang wenig fruchtbaren Versuche, wieder Ruhe in die Finanzmärkte zu bringen, hat die deutsche Industrie – ganz unerwartet – ein glänzendes Jahr 2011 hinter sich gebracht. „Mit einem Produktionswachstum von plus 14% hat uns das Jahr 2011 positiv überrascht“, erklärte Dr. Thomas Lindner, Präsident des Maschinenbauverbandes VDMA, anlässlich eines vorweihnachtlichen Pressegesprächs in der Verbandszentrale in Frankfurt am Main.

Maschinenbau und Elektroindustrie stehen glänzend da

So erhöhte sich die die Kapazitätsauslastung im deutschen Maschinen- und Anlagenbau vom absoluten Tiefstand der letzten fünf Jahre – 67,5% im Juli 2009 – auf inzwischen 88,7% im Oktober 2011. Die durchschnittliche Auftragsreichweite der Maschinenbauunternehmen lag zuletzt bei 5,7 Monaten. Der Export von Maschinen und Anlagen stieg in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres nominal um 16% auf stolze 105 Mrd. Euro.

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Auch die deutsche Elektroindustrie blickt, wie Dr. Klaus Mittelbach, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung, in seinem Rück- und Ausblick vor der Presse betonte, auf ein erfolgreiches Jahr 2011 zurück. „Die äußerst kraftvolle Erholung der deutschen Elektroindustrie aus dem Jahr 2010 hat sich 2011 ähnlich dynamisch fortgesetzt“, so der Verbandsmann.

Hochrechnungen des ZVEI zufolge hat die Elektroindustrie im abgelaufenen Jahr 14% mehr produziert als im Jahr 2010 und summa summarum 180 Mrd. Euro erwirtschaftet. Damit seien, wie Mittelbach weiter erklärte, die Verluste aus der letzten Finanz- und Wirtschaftskrise inzwischen so gut wie aufgeholt, auch wenn sich die Branche noch nicht wieder auf dem alten Wachstumspfad befinde.

Werkzeugmaschinenindustrie zieht positive Bilanz für 2011

Kaum weniger positiv fällt die erste Bilanz von Martin Kapp für das Werkzeugmaschinenjahr 2011 aus. „Wir haben ein sehr erfolgreiches Jahr hinter uns und wenn man die Kennzahlen für die ersten drei Quartale anschaut, dann haben wir einen Auftragseingang, der zwei- oder dreistellig gewachsen ist“ , so der VDW-Vorsitzende.

Beim Blick auf das Jahr 2012 lässt die Euphorie der meisten Verbandsoberen aber spürbar nach, wie die Ergebnisse der Verbandsumfrage 2012 zeigen, die das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) zum Jahreswechsel vorgelegt hat. „Das Abflauen der Weltkonjunktur und die Ungewissheit bezüglich der Folgen der Schuldenkrise gehen auch an der deutschen Wirtschaft nicht spurlos vorüber. Dennoch präsentieren sich viele Branchen in guter Verfassung und erwarten ein positives Jahr 2012“, fasst IW-Direktor Prof. Michael Hüther die Umfrageergebnisse zusammen.

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