VDMA Deutsche Maschinenexporte schrumpfen weiter

Redakteur: Stéphane Itasse

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau wartet auf ein Wiederanziehen der Weltkonjunktur. Dafür sieht der VDMA laut eigener Mitteilung vom Montag erste Anzeichen: Der Exportrückgang ist im zweiten Quartal 2013 geringer ausgefallen als im ersten. Auch die Bestellungen sanken weiter.

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Schwächer im Vergleich zum Vorjahr zeigte sich der deutsche Maschinenexport auch im zweiten Quartal 2013.
Schwächer im Vergleich zum Vorjahr zeigte sich der deutsche Maschinenexport auch im zweiten Quartal 2013.
(Bild: HHLA)

Der Auftragseingang war im Juli zwar mit minus 3% ebenfalls rückläufig. Allerdings nahmen die Bestellungen aus dem Inland um 10 % zu. „Das gesamtwirtschaftliche Umfeld scheint wieder stabiler zu werden. Es bleibt aber abzuwarten, ob wir an einem Wendepunkt zum nächsten Aufschwung stehen. Angesichts der Ungewissheit gehen wir weiter davon aus, dass die Produktion 2013 um ein % zurückgehen wird“, sagte Richard Clemens, VDMA-Geschäftsführer für den Fachverband Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen, auf der Pressekonferenz des Verbandes anlässlich der Messe Drinktec in München.

Positiver Ausreißer bei Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen

2012 hatte der Maschinenbau einen Produktionswert von 195 Mrd. Euro erzielt, wie es weiter heißt. Im ersten Halbjahr 2013 exportierten die Maschinen- und Anlagenbauer Waren im Wert von 73,5 Mrd. Euro, 3 % weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Nach China, dem inzwischen wichtigsten Auslandsmarkt mit einem Exportanteil von 11 %, seien die Ausfuhren um 4 % zurückgegangen. „Nach Jahren kontinuierlichen Aufschwungs ist vor allem das Wachstum großer Schwellenländer ins Stocken geraten. Kaum eine Branche merkt eine Abkühlung der Weltkonjunktur so schnell und so direkt wie die Maschinenbauindustrie, denn kaum eine ist derart exportorientiert“, meinte Clemens.

Im Unterschied zum Maschinenbau als Ganzes befinden sich die Unternehmen im Fachzweig Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen im Aufwind, wie der VDMA berichtet. Der Auftragseingang habe im Juli um 18 % über den Vergleichswert des Vorjahres gelegen. Im Zeitraum Januar bis Juli 2013 seien die Bestellungen um real 3 % gegenüber dem Vorjahresniveau gestiegen. Auch bei den Exporten befinde sich der fünftgrößte Maschinenbaufachzweig auf Wachstumskurs. Sie seien im ersten Halbjahr um gut 4 % gestiegen, im Getränkemaschinenbau sogar um 6 %.

Getränkemaschinenbau erwartet 2014 deutliche Impulse

2012 war der Nahrungsmittelmaschinen- und Verpackungsmaschinenbau laut Mitteilung um 9 % auf einen Produktionswert von 11,6 Mrd. Euro gewachsen. Die deutsche Getränketechnikbranche produzierte 2012 Maschinen im Wert von gut 2,2 Mrd. Euro. Davon entfielen mit 1,9 Mrd. Euro der Großteil auf Getränkeverpackungsmaschinen, entsprechend einem Zuwachs von 12 %. „Einschließlich der stark nachgefragten Streckblasmaschinen für Kunststoffbehälter und aller Komponenten schätzen wir den Branchenumsatz der deutschen Getränketechnik auf mindestens fünf Mrd. Euro“, sagte Volker Kronseder, Vorsitzender des VDMA-Fachverbands Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen. Für 2013 erwartet der Getränkemaschinenbau insgesamt ein gemäßigtes Wachstum und für 2014 deutlichere Impulse.

Treiber für die Investitionen in Getränketechnik seiendder steigende Konsum in vielen Regionen der Welt einerseits und ein starker Wettbewerb in den gesättigten Märkten andererseits. „Während der Konsum in Europa und Nordamerika auf hohem Niveau stagniert und kaum noch wächst, werden allein für China sieben und für Afrika sechs % Wachstum jährlich erwartet“ meinte Kronseder.

Zwei Drittel der Getränkemaschinenexporte gingen in 2012 bereits in Länder außerhalb Europas. Allen voran nach Asien mit einem Anteil von 25 %, Afrika mit 14 % und Südamerika mit 12 %.

Afrika avanciert immer mehr zum interessanten Exportmarkt

Für die Hersteller von Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen habe sich Afrika zu einem interessanten Absatzmarkt entwickelt. Von 2010 bis 2012 nahmen ihre Exporte nach Afrika um 33 % zu, deutlich mehr als im Gesamtmaschinenbau (plus 17 %), wie es in der Mitteilung heißt. Die größten Absatzländer für die deutschen Hersteller seien Nigeria und Südafrika. Dorthin seien 2012 Maschinen im Wert von jeweils 88 Mio. Euro gegangen. Damit hätten beide Länder zusammen einen Anteil von rund 30 % am afrikanischen Markt, der 2012 ein Volumen von 542 Mio. Euro erreicht habe.

Südafrika und Nigeria sind laut VDMA auch die größten Bierproduzenten in Afrika. Verglichen mit der Weltbierproduktion von 1951 Mio. hl (2012) sei der afrikanische Anteil mit 128 Mio. hl (2012) und damit rund 6 % gering. Aber die Aussichten auf weitere Steigerungen seien vielversprechend

Leere PET-Flaschen sind ein nachhaltiger Rohstoff

PET stellt nach Angaben des VDMA weltweit über 40 % der Getränkeverpackungen. Der Verbrauch an Erdöl zur Herstellung von PET sei gering. Nur noch etwa 27 g wiegt heute eine Standard-1,5-l-Flasche. PET sei zu 100 % recycelbar. Auch diese Eigenschaften machten den Werkstoff nachhaltig. Das sei er aber nur, wenn er auch tatsächlich wiederverwertet wird.

Technisch sei die Wiederverwertung von Flasche zu Flasche gelöst. Mancherorts fehlten aber Sammelsysteme. Die Folge sei, dass die Sammelintensität sehr unterschiedlich ist. Wenig gesammelt werde in Nord- und Südamerika mit Quoten zwischen 30 und 36 %. In Deutschland betrage die Quote fast 80 %. Spitzenreiter sei China mit einer Sammelquote von 84 %. „Bei allen Verbrauchern muss die Erkenntnis reifen, dass die leere Flasche ein Rohstoff ist und kein Müll“, sagte Kronseder. Die Politik müsse hier in allen Ländern die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen, so Kronseder weiter.

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