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Deutsches Mittelstands-Barometer

Deutscher Mittelstand im Sog der Finanzmarktkrise

| Redakteur: Jürgen Schreier

Der Mittelstand sieht sich in stürmischem Gewässer und rechnet mit einer schlechteren Geschäftslage und weniger Neueinstellungen in 2009.

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„Die Ergebnisse machen deutlich, dass nun auch deutsche Unternehmer die Sogwirkung der Finanzmarktkrise deutlich zu spüren bekommen“, resümiert Prof. Michael Lingenfelder, Studienleiter des Deutschen Mittelstands-Barometers.
„Die Ergebnisse machen deutlich, dass nun auch deutsche Unternehmer die Sogwirkung der Finanzmarktkrise deutlich zu spüren bekommen“, resümiert Prof. Michael Lingenfelder, Studienleiter des Deutschen Mittelstands-Barometers.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Ergebnisse des Deutschen Mittelstands-Barometers, kurz DMB, zeigen, dass neben der Steuerlast und dem andauernden Fachkräftemangel insbesondere die Bürokratie und Regulierung die Stimmung im Mittelstand weiter trüben. Zudem hat sich das Gründungsklima deutlich verschlechtert. Das DMB, für das über 2400 mittelständische Unternehmer befragt wurden, ist ein Kooperationsprojekt der Forschungsstelle Mittelständische Wirtschaft der Philipps-Universität Marburg gemeinsam mit der BDO Deutsche Warentreuhand AG und dem Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW).

Besonders prekär ist die Einschätzung der befragten Unternehmer zum Konjunkturklima. Dieses wird mit 45,62 Punkten um 13 Punkte schlechter beurteilt als im Vorjahr. Ebenfalls negativ entwickelt sich die Finanzierungsproblematik im Mittelstand. Nach einer deutlichen Entspannung im letzten Jahr leiden insbesondere Mini- und Kleinstunternehmen an einer rigiden Finanzierungspolitik und bekommen damit die Auswirkungen der Bankenkrise und den Zusammenbruch der Bank Lehman-Brothers deutlich zu spüren.

Rigides Arbeitsrecht stößt bei Mittelständlern auf Missfallen

Zudem beurteilen Kleinunternehmen mit unter neun Mitarbeitern das deutsche Arbeitsrecht als äußerst problematisch, da sie angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage dringend flexiblere Lösungen zur Kapazitätsanpassung benötigen. Auch die Freude der befragten Unternehmer an ihrer Arbeit reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr signifikant um fast 8 Punkte. Insgesamt sanken alle erhobenen Faktoren: Das Barometer zeigt damit einen deutlichen Abschwung an, der seit Jahresmitte 2008 anhält.

Verhalten optimistisch stimmt aber, dass über 60 Prozent der Teilnehmer planen, die Zahl ihrer Arbeitsplätze stabil zu halten. Nur knapp 7% denken über eine Verringerung ihrer Beschäftigtenzahl nach. „Der Mittelstand wird somit auch 2009 seiner beschäftigungspolitischen Verantwortung gerecht“, betont BVMW-Präsident Mario Ohoven.

Mittelstandsverban fordert Steuerfreistellung einbehaltener Gewinne

Er fordert zugleich die Bundesregierung auf, die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen für Klein- und Mittelbetriebe zu verbessern. Diesem Ziel dienen insbesondere eine generelle Steuerfreistellung einbehaltener Gewinne, die Stundung von Steuern und Sozialabgaben bei Liquiditätsengpässen, der sofortige Verzicht auf den Gesundheitsfonds sowie eine schrittweise Abschaffung des Solidaritätszuschlags bis Ende 2009.

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