Suchen

China Die Bäume wachsen auf dem Werkzeugmaschinenmarkt nicht mehr in den Himmel

| Redakteur: Jürgen Schreier

Auch in China wachsen die Bäume nicht mehr in den Himmel: Das gilt speziell für die erfolgsverwöhnte chinesische Werkzeugmaschinenindustrie. Ungeachtet eines leichten Produktionsminus zum Vorjahr blieb das Reich der Mitte auch 2012 die führende Werkzeugmaschinenschmiede der Welt.

Firmen zum Thema

Up to date: Das Design der Maschinen von CHMTI erinnert stark an andere internationale Entwicklungen in den vergangenen Jahren.
Up to date: Das Design der Maschinen von CHMTI erinnert stark an andere internationale Entwicklungen in den vergangenen Jahren.
(Bild: Fouhy)

Wie aus dem „World Machine Tool Output & Consumption Survey“ von Gardner Business Media in Cincinnati (USA) hervorgeht, stellte die Volksrepublik im vergangenen Jahr Werkzeugmaschinen im Wert von rund 27,54 Mrd. US-Dollar her nach 28,27 Mrd. US-Dollar im Jahr zuvor. Nach Angaben der China Machine Tool & Tool Builders Association (CMTBA) entwickelte sich die Produktion von Maschinen für die Metallzerspanung im 1. Halbjahr 2012 weitgehend stabil (minus 0,9 %). Dagegen mussten die Hersteller von Umformmaschinen einen Produktionsrückgang um 6,2 % hinnehmen.

Chinesische Werkzeugmaschinenbauer profitieren vom Export

Einigermaßen Verlass war dagegen auf das Exportgeschäft, das nach einem Bericht von Germany Trade & Investment (GTAI) in Bonn um 24 % auf 1355 Mio. Dollar zulegte. Der chinesische Binnenmarkt (Produktion minus Export plus Import) stagnierte allerdings bei einem Volumen von 20,3 Mrd. Dollar.

Weltweit gehört China zu den größten Werkzeugmaschinenexporteuren: 2011 lag das Land in der internationalen „Hitliste“ auf Rang sechs. 2012 nahmen die Ausfuhren der chinesischen Werkzeugmaschinenindustrie im Vergleich zum Vorjahr ersten Schätzungen zufolge um etwa 17 % auf 3,8 Mrd. Dollar zu.

Allerdings ist der Abstand zu Top-Exportländern wie Japan und Deutschland laut GTAI nach wie vor groß. Trotzdem sei bedenkenswert, so Bernd Schaaf, Chinaexperte der Bonner Außenwirtschaftsgesellschaft, dass Japan im Jahr 2011 mehr Werkzeugmaschinen aus China als aus Deutschland bezog. Die größten Abnehmerländer für chinesische Werkzeugmaschinen waren im Jahr 2011 Japan (400 Mio. Dollar), die USA (321 Mio. Dollar) sowie Indien (192 Mio. Dollar), gefolgt von Deutschland (185 Mio. Dollar), Brasilien (173 Mio. Dollar) und Russland (129 Mio. Dollar).

Standard-Werkzeugmaschinen produziert China mittlerweile selbst

Mittlerweile kann China den inländischen Bedarf an Standardmaschinen größtenteils aus eigener Produktion decken. Technisch anspruchsvollere Maschinen werden aber nach wie vor importiert. Im Jahr 2011 führte die Volksrepublik Werkzeugmaschinen (inklusive Komponenten und Teile) im Wert von 15.328 Mio. Dollar (plus 38,5 %) ein und war so mit deutlichem Abstand größter Werkzeugmaschinenimporteur der Welt.

Dabei konnte Japan seine Stellung als wichtigster Anbieter am chinesischen Markt weiter ausbauen. China bezog 2011 Werkzeugmaschinen für 5907 Mio. Dollar (plus 48,1 %) aus Japan. Zweitgrößtes Lieferland war Deutschland mit 3320 Mio. Dollar (plus 42,2 %). In den ersten neun Monaten 2012 Jahres schwächte sich die chinesische Importdynamik aber spürbar ab und erreichte nur noch ein Plus von 5,6 % auf 12.113 Mio. Dollar. Laut GTAI-Bericht sind die Importe von Bearbeitungszentren um plus 23,8 % auf 4613 Mio. Dollar gestiegen. Auch der Import von Umformmaschinen legte um 14,9 % auf 284 Mio. Dollar zu. Dagegen rutschten die Einfuhren von Fräsmaschinen (minus 19,2 % auf 491 Mio. Dollar) und Erodiermaschinen (minus 15,7% auf 792 Mio. Dollar) deutlich ins Minus.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 39818530)