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Finanzen Die frühzeitige Regelung der Unternehmensnachfolge zahlt sich aus

Autor / Redakteur: Jürgen Rilling / Claudia Otto

Die Übergabe des Lebenswerks in neue Hände ist eine komplexe Aufgabe. Seit Jahrzehnten ist es der Unternehmer gewohnt, tagtäglich seine Produkte und Dienstleistungen erfolgreich am Markt zu verkaufen. Aber, wie oft verkauft er seine Firma? In der Regel nur ein Mal. Daher ist sorgfältige Planung ratsam.

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Die Nachfolgeplanung ist eine strategische Aufgabe bei der es um grundlegende Weichenstellungen und die Zukunftsperspektive für Familie, Mitarbeiter und Betrieb geht. (Bild: Gabi Eder/pixelio.de)
Die Nachfolgeplanung ist eine strategische Aufgabe bei der es um grundlegende Weichenstellungen und die Zukunftsperspektive für Familie, Mitarbeiter und Betrieb geht. (Bild: Gabi Eder/pixelio.de)

Das Institut für Mittelstandsforschung (IFM) hat ermittelt, dass in einem Fünfjahreszeitraum 110.000 Familienbetriebe mit insgesamt etwa 1,4 Millionen Beschäftigten zur Nachfolge anstehen! Naturgegeben betrifft dies insbesondere die klassische Old Economy und insofern auch den in Deutschland traditionell starken Maschinen- und Anlagenbau.

Unternehmensnachfolge ist wichtige Weichenstellung

Die Krise hat die Anzahl der „fälligen Nachfolgen“ nochmals steigen lassen, da für die Unternehmen in schwierigen Zeiten andere Prioritäten im Vordergrund standen. Mit der wirtschaftlichen Erholung bei den Firmen wenden sich die Unternehmer jetzt wieder verstärkt strategischen Themen wie der Nachfolgeplanung zu.

Dabei geht es um grundlegende Weichenstellungen, oft für Jahrzehnte, und die Zukunftsperspektiven von Familie, Mitarbeitern und Betrieb. Die Tragweite des Themas ist offensichtlich. Vielen Unternehmern ist jedoch nicht bewusst, dass die Regelung der Nachfolge einen aufwendigen, komplexen und langwierigen Prozess darstellt.

Unternehmen muss fit für die Nachfolge gemacht werden

Im ersten Schritt gilt es, auf Basis einer umfassenden Bestandsaufnahme eine Nachfolgestrategie zu entwickeln und klare Ziele zu formulieren. Oft werden dabei die nicht-monetären Zielvorstellungen vernachlässigt. Dabei können diese später eine entscheidende Rolle spielen. Wichtige, grundlegende Fragen sind beispielweise: Welche Interessen gibt es innerhalb der Familie? Welche langfristige persönliche Lebensplanung und -perspektive hat der Unternehmer? Welche Auswirkungen hat die Nachfolge auf Vermögensstatus und -struktur?

Zudem muss das Unternehmen fit für die Nachfolge gemacht werden. Dies gilt insbesondere, wenn keine familieninterne Nachfolge möglich oder gewünscht ist. Dabei geht es nicht darum, Zahlen zu schönen. Vielmehr muss der Betrieb so aufgestellt werden, dass er aus Sicht eines Käufers attraktiv und übernehmbar ist.

Starker Patriarch im Unternehmen erschwert Nachfolge

Die starke Ausrichtung des Betriebs auf die Person des Unternehmers ist dabei oft ein Problem. Aber auch für eine familieninterne Nachfolge müssen passende Strukturen in vielen Fällen erst geschaffen werden.

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