Finanzen

Die frühzeitige Regelung der Unternehmensnachfolge zahlt sich aus

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Entsprechend muss also auch die nachhaltige Ertragsfähigkeit des Betriebes aus den Unterlagen ersichtlich sein. Meist ist dabei die Bereinigung um eventuelle Sonderbelastungen in der Vergangenheit notwendig und sinnvoll.

Unternehmensnachfolge erfordert realistische Planungen

Die Zukunftsplanungen sollten realistisch und nachvollziehbar sein. Alles andere ist meist kontraproduktiv. Hier empfiehlt sich die Einschaltung von erfahrenen Spezialisten. Der Vorteil liegt in der Professionalisierung des Prozesses, der Entlastung von Unternehmer und Geschäftsführung sowie mehr Diskretion.

Auf Basis der Angebotsindikationen wird dann der Kreis der Kaufinteressenten reduziert. Mit den Favoriten wird in der Folge weiterverhandelt. Nächster Zwischenschritt ist dann die Vereinbarung einer - meist noch nicht bindenden – Absichtserklärung (Letter of Intent). In dieser werden bereits die wesentlichen Rahmenparameter einer Transaktion vereinbart.

Anschließend wird der Kaufinteressent das Unternehmen im Rahmen einer Due Diligence (Kaufprüfung) prüfen wollen. Deren Ergebnisse fließen in die Endverhandlungen ein, die dann zu abzuschließenden Vereinbarungen und Verträgen führen sollten.

Neue Verkaufsverfahren bedeuten oft erheblich mehr Aufwand

Um den Verkaufsprozess zu optimieren und effizienter zu gestalten, fanden in den letzten Jahren bestimmte Methoden immer häufiger Anwendung. So wurden beispielsweise vermehrt Unternehmen über strukturierte Auktionsverfahren veräußert – insbesondere mit dem Ziel, einen höheren Kaufpreis zu erzielen. Mit der Durchführung einer vorgeschalteten sogenannten Vendor-Due-Diligence können beispielsweise oft „belastbarere“ Angebotsindikationen erhalten und der Wettbewerb zwischen mehreren Kaufinteressenten länger aufrechterhalten werden. J

edoch ist zu bedenken: Bei mittelständischen Transaktionen einer bestimmten Größenordnung kann der Zusatznutzen von Auktion und Vendor-Due-Diligence begrenzt sein. Oft steht der erhebliche Mehraufwand nicht mehr in einem angemessenen Verhältnis zum Transaktionswert. Außerdem ist die Abbildung der oft komplexen Interessenslage bei mittelgroßen Mittelständlern über ein Auktionsverfahren schwierig.

Rechtzeitiges Einbinden externer Fachleute ist vor allem bei komplexen Projekten hilfreich

Ob mit oder ohne Auktion – es bleibt zumindest immer wünschenswert, indikative Angebote mehrerer Kaufinteressenten vorliegen zu haben und dann mit einer überschaubaren Zahl favorisierter potenzieller Käufer in die finale Phase von Kaufprüfung (Due Diligence) und Endverhandlungen zu gehen.

Bei der Regelung der Nachfolge beziehungsweise dem Unternehmensverkauf geht es in vielen Fällen auch um den wesentlichen Bestandteil des Familienvermögens. Entsprechend macht bei einem solch weittragenden und komplexen Projekt die möglichst frühzeitige Einbeziehung externer Experten meist Sinn. Dies gilt auch für die Einbindung spezialisierter Nachfolge- beziehungsweise M&A-Berater.

Dabei besteht der Zusatznutzen für den Unternehmer nicht nur aus den fachlichen Beiträgen des Beraters und der zeitlichen Entlastung. So ist beispielsweise der gesamte Nachfolgeprozess ein sehr emotionales Unterfangen. Zusätzlich auf ungeschönte, unbeeinflusste Perspektive eines unabhängigen Dritten zurückgreifen zu können, kann deshalb von unschätzbarem Wert sein.

* Jürgen Rilling ist geschäftsführender Gesellschafter der Beratungsfirma Mirablau in 82166 Gräfelfing bei München

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