ThyssenKrupp/Hochschule Bochum Die Sonne treibt den Mix aus Kohlefaser und hochfestem Complexphasen-Stahl

Redakteur: Dietmar Kuhn

Die Hochschule Bochum und ThyssenKrupp Steel Europe präsentierten kürzlich das spektakuläre Ergebnis ihrer Forschungskooperation: Im Rahmen eines feierlichen Roll-Outs gelangte der ThyssenKrupp SunRiser ans Licht der Öffentlichkeit. Es ist bereits das siebte Solarcar aus der Bochumer Sonnenwagenschmiede.

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Der neue Solar-Sportwagen setzt auf innovativen Stahl-Leichtbau. Neben dem für Solarcars üblichen Werkstoff Kohlefaser kommen auch hochfester Complexphasen-Stahl für den Überrollbügel oder Magnesium im Cockpitquerträger und im Mitteltunnel zum Einsatz. Die Hochschule Bochum und ThyssenKrupp Steel Europe präsentierten in Bochum das spektakuläre Ergebnis ihrer Forschungskooperation.
Der neue Solar-Sportwagen setzt auf innovativen Stahl-Leichtbau. Neben dem für Solarcars üblichen Werkstoff Kohlefaser kommen auch hochfester Complexphasen-Stahl für den Überrollbügel oder Magnesium im Cockpitquerträger und im Mitteltunnel zum Einsatz. Die Hochschule Bochum und ThyssenKrupp Steel Europe präsentierten in Bochum das spektakuläre Ergebnis ihrer Forschungskooperation.
(Bild: ThyssenKrupp)

Die Gesichter der 40 Studierenden und Ingenieurwissenschaftler strahlten sichtbar vor Stolz. Zusammen mit dem Forschungskooperationspartner ThyssenKrupp Steel Europe haben sie ein Fahrzeug konstruiert, das mit einigen Innovationen aufwarten kann.

Multimaterialität heißt das Schlagwort, das diverse Neuerungen inspiriert hat, die mit Hilfe von ThyssenKrupp realisiert wurden. Ausser dem für Solarcars üblichen Werkstoff Kohlefaser kommen beispielsweise auch hochfester Complexphasen-Stahl für den Überrollbügel oder Magnesium für Cockpitquerträger und für den Mitteltunnel zum Einsatz, um Alternativen zum wenig nachhaltigen Carbon zu testen. „Für uns ist dies eine gute Gelegenheit, einige unserer neuen Leichtbaukonzepte für den Automobilbau hier im SunRiser erfolgreich einzubringen“, erläutert Innovationsvorstand Dr. Heribert Fischer von ThyssenKrupp Steel Europe.

Besonderen Wert legt das Bochumer Team zudem auf ein ansprechendes Innenraum-Design. Echtholzfurnier sorgt für ein edles Ambiente, Lenkstockhebel und Handbremsgriff, bisher in Solarcars eher unüblich, zeigen den Anspruch an die Alltagstauglichkeit. Die Straßenzulassung beweist, dass auch der dafür nötige Sicherheitsstandard erreicht wird.

3 m2 Hochleistungssolarzellen sind auf dem Dach verbaut, die bei perfekter Sonneneinstrahlung 870 W elektrische Leistung bringen sollen. Diese Energie wird auf selbst entwickelte und in den Hinterrädern eingebaute Radnabenmotoren übertragen. Eine Batterie mit 60 kg Zellgewicht speichert beim Fahren nicht verbrauchte, überschüssige Energie. Insgesamt 360 kg bringt der sportliche Flitzer auf die Waage. Abstandswarner, Zentralverriegelung, zentrales Infodisplay, Sitzheizung – die Ausstattungsliste lässt kaum Wünsche offen. Mit einer Spitzengeschwindigkeit von 120 km/h erreicht der Bochumer Renner zwar nicht die Werte herkömmlicher Sportwagen, für die Weltmeisterschaft der Solarcars im Herbst in Australien zählt aber mehr die Effizienz auf der 3000 Kilometer langen Strecke. Hier kann der ThyssenKrupp SunRiser glänzen. Sein Vorgänger wurde Vizeweltmeister bei der letzten WM, die Latte liegt also hoch für das einzige Team aus Deutschland, das fest entschlossen ist, mit dem brandneuen Rennwagen um die vorderen Plätze mitzufahren.

Die Hochschule Bochum konstruiert und baut als einzige Hochschule in Deutschland seit 15 Jahren von Solarenergie angetriebene Elektrofahrzeuge. Einer der Sonnenwagen hat 2012 die Welt nur mit Sonnenenergie umrundet und hält den Guinness-Rekord für die längste solarautark gefahrene Strecke mit 29.753 Kilometern.

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