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Präsident Trump

Die Sorgen nach der Wahl

| Autor/ Redakteur: Rosemarie Stahl / Udo Schnell

Die amerikanischen Wähler haben entschieden: Donald Trump wird der 45. Präsident der Vereinigten Staaten. Die Sorgen in der Deutschen Industrie sind nun groß. Was bedeutet das Wahlergebnis für die Unternehmen in Deutschland?

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Nach der Wahl von Donald Trump fürchten die deutschen Industrieverbände auch Folgen für Deutschland.
Nach der Wahl von Donald Trump fürchten die deutschen Industrieverbände auch Folgen für Deutschland.
( Bild: vchalup - Fotolia )

Die deutschen Verbände sind sich einig: Betroffen wäre man hierzulande besonders, sollte Trump seinen protektionistischen Kurs fortsetzen, den er während des Wahlkampfs eingeschlagen hat. Trump zeigte sich immer wieder skeptisch gegenüber Freihandelsabkommen wie TTIP und TPP.

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„Natürlich respektieren wir dieses demokratische Wahlergebnis. Donald Trump würde aber, falls er seine angekündigten Maßnahmen als Präsident tatsächlich umsetzt, vor allem seinem eigenen Land schaden. Falls die größte Wirtschaftsmacht der Welt einen protektionistischen Kurs fährt, wird das rund um den Globus zu spüren sein. Wir können nur hoffen, dass er seinen Worten keine entsprechenden Taten folgen lässt“, sagt VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann.

Ulrich Grillo, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie BDI: „Donald Trump hat sich im Wahlkampf äußerst skeptisch gegenüber Freihandel geäußert. Die Vereinigten Staaten müssen weiter auf offene Märkte setzen. Alles andere wäre Gift für die US-Wirtschaft“. US-Unternehmen seien auf Technologie und Zwischenprodukte aus anderen Märkten angewiesen.

Für Matthias Wahl, Präsident des Bundesverband Digitale Wirtschaft BVDW, steht der designierte US-Präsident jetzt in der Pflicht: „Nach seinem Wahlsieg muss Donald Trump Farbe bekennen. Die Digitale Wirtschaft in Deutschland und der gesamten EU erwartet verlässliche Rahmenbedingungen für die bewährte transatlantische Zusammenarbeit. Bestehende Freihandelsbeziehungen dürfen von der neuen US-Regierung unter keinen Umständen in Frage gestellt werden – dies wäre Gift für die Weltwirtschaft“, fordert er.

Im vergangenen Jahr exportierten die Maschinenbauer aus Deutschland Waren für fast 17 Milliarden Euro in die Vereinigten Staaten. Damit lösten die USA China als wichtigsten Einzelmarkt für deutsche Maschinenausfuhren ab. Für 2016 erwartet der VDMA, dass die USA diesen Spitzenplatz verteidigen werden. Umgekehrt belegen deutsche Maschinen den vierten Platz in der Rangliste amerikanischer Maschinenimporte (hinter China, Japan und Mexiko).

Maschinenlieferungen aus Deutschland haben einen wesentlichen Anteil an der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der amerikanischen Industrie. Der künftige US-Präsident will die Globalisierung jedoch umkehren in einen „America first“-Ansatz und den Freihandel einschränken. Damit stellt er sich gegen die eigene Industrie, etwa den amerikanischen Verband National Association of Manufacturers oder die U.S. Chamber of Commerce, die sich klar zum Freihandel bekennen.

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