Laserbearbeitung Disziplin Laserschneiden – oder die Kunst, den Lichtstrahl zu beherrschen

Redakteur: Dietmar Kuhn

Die Hujer Lasertechnik GmbH gilt als einer der großen Lohnfertiger für die Blechbearbeitung. Spezialität ist das 3D-Laserschneiden, das an drei Standorten in Harsewinkel, Drolshagen und Lohfelden betrieben wird. Erhard Hujer, Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens, hat ein Unternehmen geschaffen, dem Markenhersteller aus der Hausgeräte- und Automobilindustrie das Vertrauen schenken und die Leistungen des Mittelständlers schätzen.

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Bereits ein Blick in die Fertigung bei der Hujer Lasertechnik GmbH in Lohfelden genügt, um zu erkennen, dass es sich hier nicht um einen gewöhnlichen Lohnbetrieb handelt. Einer Fließfertigung gleich, die von einer Reihe 2D- und 3D-Laserbearbeitungsanlagen der Marke Trumpf dominiert wird, erhalten hier vor allem hochwertige, meist auch warmgeformte Automobilteile durch den Laserstrahl ihre endgültige Kontur.

Das sieht alles so wunderbar aus und man riecht förmlich den Erfolg des Unternehmens. Doch in den Schoß scheint es dem Unternehmensgründer und Geschäftsführer Erhard Hujer, einem Anfangssechziger, wohl doch nicht gefallen zu sein. „Früher“, so erzählt der quirrlige Lasermann, „habe ich mich sehr viel mit Werkzeugbau beschäftigt, hatte auch da schon ein eigenes Unternehmen. Doch damit war ich nicht ganz zufrieden. Viel Vorfinanzierung, warten aufs Geld, das war nichts für mich. Dann kam irgendwann die Idee und das Verlangen, mit dem Laser zu arbeiten.“

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Laserbearbeitung führt zum Unternehmenserfolg

Diese Gedanken ließen Hujer nicht mehr los, zumal er sich auch als cleverer Rechner entpuppte und die Zukunft eines Laserbearbeiters schon vor sich sah. Es musste etwas Produktives sein, etwas, wo man praktisch den Erfolg seiner unternehmerischen Tätigkeit aus der Maschine oder Anlage kommend begreifen konnte. „Dabei kam mir auch der Gedanke, vielleicht in die Stanzteileproduktion einzusteigen. Aber davon bin ich schnell wieder abgekommen und die Laserbearbeitung drängte sich förmlich auf“, so Hujer.

1994 gründete Hujer dann die Hujer Lasertechnik GmbH und es sollte gleich die präzise 3D-Laserbearbeitung sein, mit der er sich befassen wollte. „Viel investieren konnte ich damals nicht“, sagt er, „und um die 2D-Laserbearbeitung kam ich auch nicht herum“, ergänzt Hujer.

2D- und 3D-Lasermaschine als Anfangsinvestition

Mit den wenigen Investitionsmitteln, die dem Unternehmer zur Verfügung standen, kaufte er dann eine 2D- und eine 3D-Lasermaschine der Marke Laser Lab, eines australischen Laseranlagenherstellers. „Die waren billiger und eine Trumpf konnten wir uns damals noch nicht leisten“, verrät Hujer. Mit der 2D-Lasermaschine verdiente Hujer dann auch schnell das Geld für weitere Investitionen.

Mit der 3D-Maschine aber weniger, denn diese Anlage wollte wohl nicht so funktionieren, wie es sich Hujer und seine Mitarbeiter vorgestellt hatten. Damals befand sich Hujer auf einem steinigen Weg, denn es war noch ziemlich aufwendig, hochkomplexe Bauteile mit dem entsprechenden Qualitätsanspruch zu bearbeiten. Es war wohl die Zeit der Sturm- und Drangjahre des Erhard Hujer, mit Aufträgen bis unter die Decke. Doch die vorhandenen Lasersysteme wollten nicht so wie Hujer.

Seiner Entscheidungsfreudigkeit ist es zu verdanken, dass er gerade in den unruhigen Zeiten sich für zwei neue Trumpf-3D-Laserschneidmaschinen TLC 1005 entschieden hat. „Ja, gleich zwei neue Trumpf-Maschinen und dazu auch noch ein Stopa-Lager“, sagt Hujer mit Stolz. „Und dann haben wir auch gleich noch zwei 2D-Maschinen gekauft. Wir haben also mal so richtig investiert.“

Laserbearbeiter punktet mit Qualität und Zuverlässigkeit

Die Auftragslage befand sich in einem Höhenflug und Hujer konnte denn auch schon große Kunden aus der Weißwaren- und Automobilindustrie bedienen. Qualität und Zuverlässigkeit sprechen sich offensichtlich schnell herum. Da springt auch der Funke zu Kunden im Zulieferer- und Bausektor schnell über. „Nur ein Standbein zu haben“, so Hujer, „ist wohl sehr gefährlich, wie gerade das Jahr 2009 gezeigt hat.“

2009 ist es wohl an allen drei Standorten von Hujer nicht so gut gelaufen. Dennoch gab es bislang keine Kurzarbeit und investiert wird auch weiter. So hat Hujer bereits im April eine neue Laseranlage von Trumpf in Betrieb genommen.

Am mittlerweile größten Standort in Lohfelden bei Kassel sind etwa 60 Mitarbeiter beschäftigt. Die Verwaltung sitzt traditionell am Stammsitz in Harsewinkel und ist ebenso für Lohfelden und Drolshagen im Sauerland zuständig.

Laserbearbeitung von Karosserieteilen ist stärkstes Standbein

In Lohfelden, 2007 wegen der Nähe zu einem großen Automobilhersteller gegründet, werden heute vor allem warmgeformte Karosserieteile gelasert. Das heißt, die Teile werden in ihrer Kontur beschnitten und mit entsprechenden Ausschnitten versehen. „Das ist heute unser stärkstes Standbein, das wir haben“, sagt Hujer.

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Für die Aufträge muss sich das Unternehmen immer wieder neu bewerben. „Die kommen nicht so einfach auf den Tisch geflattert“, meint Ralph Frey, Hujers rechte Hand und Betriebsleiter in Lohfelden. Frey, ebenfalls in seinem früheren Leben als Werzeugbauer selbstständig, hat das volle Vertrauen von Hujer. „Er denkt genauso als Unternehmer wie ich“, lobt der Geschäftsführer.

Der Blick in die Fertigung in Lohfelden zeigt beispielhaft eine Muster-Laserfertigung. Diese bringt jährlich viele Tausend hochpräzise 2- und 3D-geschnittene Bauteile hervor. Das wissen die Kunden denn auch zu schätzen und haben die Hujer Lasertechnik GmbH immer auf dem Lieferantenplan ganz oben.

Zum Laserschneiden bestens ausgestattet

Dafür ist der Laserschneider aber auch bestens ausgestattet. Dies gilt nicht nur für das Schneiden, sondern auch in Sachen Engineering, wo mit sechs installierten CAD/CAM-Systemen gearbeitet wird, auf denen alle Laserprogramme entstehen. Sicher sind die Serienteile das Höchste, was einem Lohnfertiger passieren kann. Dennoch befasst sich Hujer auch mit der Prototypenfertigung. Geschnitten wird alles, was aus Blech ist.

Ein weiteres Merkmal, das heute immer mehr in den Vordergrund tritt, ist die Zuverlässigkeit. „Für die Auftraggeber und Abnehmer unserer Leistungen ist es wichtig, dass sie sich auf uns verlassen können – getreu nach dem Motto: Heute bringen –morgen abholen“, so Hujer.

Alle Blechteile, die Lohfelden und auch die anderen Standorte verlassen, sind qualitätsgeprüft. So wird praktisch jedes neue Bauteil im Messraum, in dem sich eine Koordinatenmessmaschine Zeiss Pro T compact befindet, vermessen und für den Kunden protokolliert.

Laserschneiden als Erfolgsgarant

Neben dem Laserschneiden als Erfolgsgarant für Hujer beherrscht das Unternehmen mit seinen qualifizierten Mitarbeitern aber auch andere Fertigungstechniken wie das Abkanten oder Laserschweißen. Hujer ist sich heute absolut sicher, dass mit dem Gedanken, sich mit dem Laser zu beschäftigen, auch der Erfolg in sein unternehmerisches Leben gekommen ist.

Der Unternehmer Erhard Hujer selbst und die Hujer Lasertechnik GmbH sind darüber hinaus Mitglieder im Verband deutscher Laseranwender – Blechbearbeiter (VdLB) und dort im Kreise von Kollegen und Wettbewerbern, die sich in diesem Verband zusammengeschlossen haben, sehr anerkannt und geschätzt.

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