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Koepfer Drehen und Walzfräsen auf einer Maschine vereint

| Redakteur: Frank Fladerer

Mit der Neuentwicklung VSC 400 WF vereint Koepfer erstmals das Wälzfräsen und Drehen auf einer Maschine. Dafür wurde das Unternehmen mit dem MM Award im Bereich Drehen ausgezeichnet. Der Geschäftsführer der Jos. Koepfer & Söhne GmbH, Dr.-Ing. Thomas Koepfer, stellt die Maschine im Interview vor.

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Dr.-Ing. Thomas Koepfer, Geschäftsführer der Jos. Koepfer & Söhne GmbH, freut sich über den MM Award für die Innovation seines Unternehmen im Bereich Wälzfräsen und Drehen. Bild: Emag
Dr.-Ing. Thomas Koepfer, Geschäftsführer der Jos. Koepfer & Söhne GmbH, freut sich über den MM Award für die Innovation seines Unternehmen im Bereich Wälzfräsen und Drehen. Bild: Emag
( Archiv: Vogel Business Media )

MM: Welche Idee steckt hinter der VSC 400 WF?

Koepfer: Unsere Idee war, zwei beziehungsweise drei vollwertige Operationen auf einer Maschine zu vereinen. Das ist bei der Herstellung radförmiger Werkstücke das Drehen der zweiten Seite und das Wälzfräsen. Das doppelwandige Pickup-Prinzip der EMAG-Einspindel-Drehmaschinen und unser Know-how im Wälzfräsen haben sich da wunderbar ergänzt.

MM: Welche Operationen sind mit der Maschine darüber hinaus möglich?

Koepfer: Neben dem Drehen und Verzahnen können auf der VSC 400 WF mit einem vollwertigen Revolver Werkstücke auch entgratet oder gebohrt werden. Für Zahnräder mit Öllochbohrungen beispielsweise muss man nach dem Drehen und Verzahnen im Allgemeinen noch eine dritte Operation auf einer Bohrmaschine oder einem Bearbeitungszentrum durchführen. Dabei fällt dann noch das sensorische Identifizieren des Zahnes zur Lageermittlung an. Solche Dinge können auf der VSC 400 WF in einer Aufspannung erledigt werden.

MM: Wo sehen Sie die Märkte für die Maschine?

Koepfer: Zunächst sind das Hersteller von radförmigen Verzahnungsteilen in mittleren bis großen Losgrößen. Als besondere Märkte sehe ich die, die uns bislang teilweise aus technischen oder psychologischen Gründen verschlossen waren. Dazu zählen unter anderem die Automobilindustrie und manche Unternehmen der Zulieferindustrie. Mit einem durchaus interessanten Preis-Leistungsverhältnis und den kompromisslos vollwertigen Bearbeitungsaggregaten Drehen und Fräsen sehe ich da gute Chancen.

MM: Technische oder psychologische Gründe? Können Sie uns das etwas detaillierter erklären?

Koepfer: Die horizontale Bearbeitung, in der wir weltweit mit führend sind, kommt eher aus dem Bereich kleinerer Werkstücke. Deshalb wird dies wohl auch meist mit weniger Stabilität gleichgesetzt. Dem ist nicht so. Fakt dagegen ist, dass Horizontalmaschinen mit sehr bescheidenen Investitionen extrem flexibel zu automatisieren sind. Ich will aber nicht verschweigen, dass die horizontale Bauweise auf Grund des Portals etwas teurer ist und insbesondere auch in der Großserie die Flexibilität in Bezug auf das zu bearbeitende und zu automatisierende Teilespektrum nicht immer erforderlich ist.

MM: Welchen konkreten Mehrwert bringt die VSC 400 WF den potenziellen Anwendern?

Koepfer: Die Maschine verfügt über zwei vollwertige Bearbeitungseinheiten für Drehen und Fräsen. Damit wird das Investitionsrisiko für den Anwender gegenüber Investitionen in eine Drehmaschine und eine Wälzfräsmaschine zumindest nicht höher. Bei Zahnrädern, bei denen neben der Dreh- und Wälzfräsoperation noch nachgelagerte Weichbearbeitungsoperationen wie Bohren oder Fräsen anfallen, gibt es sogar erhebliche Vorteile, was die Investitionen einerseits und die Fertigungsdurchlaufzeiten andererseits angeht. Drehen, Wälzfräsen, Bohren, Fräsen und Entgraten kann in einer Aufspannung erfolgen. Das spart Zeit und eliminiert zudem Umspannfehler.

MM: Wie sieht es mit der Automatisierung aus?

Koepfer: Wir stehen allen Automatisierungslösungen offen gegenüber. Das heißt, es können beliebige Prozesse vor- und/oder nachgeschaltet werden, die Maschine kann Stand-alone arbeiten oder auch problemlos in eine Verkettung integriert werden.

MM: Sie haben in der VSC 400 WF erstmals statt der BWO-Steuerung auf die Siemens Sinumerik 840D eingesetzt. Warum?

Koepfer: Obwohl die BWO Steuerung mit dem von uns eigens entwickelten Verzahnungsdialogprogramm eine gute, vielfach bewährte und weltweit geschätzte Steuerung ist — die Siemens-Steuerung kommt dem Einsatz bei OEMs sehr entgegen.

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