Verrücktes aus dem 3D-Drucker Druckreif vom Fahrrad bis zur Villa

Autor / Redakteur: Quelle: www.ingenieur.de / Susanne Reinshagen

Eine Villa aus dem 3D-Drucker oder doch lieber ein Fahrrad? Kein Problem, denn die Möglichkeiten diese Fertigungsverfahren scheinen bald unbegrenzt. Hier erfahren Sie mehr über das erste Fahrrad aus Edelstahl, das mit dem 3D-Drucker gefertigt wurde sowie weitere neun faszinierende Gegenstände die mit dieses Verfahren hergestellt wurden.

Simulation eines Brückenbaus per Roboter: Die Roboter fahren auf den von ihnen selbst gefertigten Stahlelementen. Der 1500 °C heiße Stahl wird praktisch in die Luft gespritzt und erstarrt.
Simulation eines Brückenbaus per Roboter: Die Roboter fahren auf den von ihnen selbst gefertigten Stahlelementen. Der 1500 °C heiße Stahl wird praktisch in die Luft gespritzt und erstarrt.
(Bild:Joris Laarman)

Wie soll es auch anders sein: das weltweit erste Velo aus Edelstah, gefertigt mit einem 3D-Drucker kommt natürlich aus Holland. Entwickelt wurde es von zukünftigen Ingenieure der TU Delft. Diese Verfahren soll im nächsten Jahr zum Bau einer Brücke angewendet werden.

Mehrachsen Roboter als 3D-Drucker

In den Räumen der 3D-Konstruktionsfirma MX3D entsteht frei im Raum und ohne ein Traggerüst der Fahrradrahmen aus Edelstahl. Das Metall wird Schicht für Schicht mit Hilfe des Schweissroboters aufgebaut. Der Mehrachsen-Roboterarm fungiert als 3D-Drucker und kann Materialien wie Harze oder in diesem Fall eben Stahl frei in der Luft konstruieren und aufbauen.

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Das erste Produkt des 3D-Roboters ist ein Fahrrad aus Edelstahl. Es entstand im Rahmen eines Forschungsprojektes des Amsterdam Institute of Advanced Metropolitian Solutions (AMS), der Ideenschmiede MX3D und der TU Delft.

Das Fahrrad soll aber nicht das Ende der Innovationskraft der Entwickler sein. Geplant ist nämlich der Bau einer Brücke aus Stahl über eine der Kanäle in Amsterdam, vor Ort und in einem Stück. Dabei sollen sich die Roboter auf den von ihnen selbst gefertigten Stahlelementen fortbewegen. Der 1500 °C heisse Stahl wird praktisch in die Luft gespritzt und erstarrt dann.Stattfinden soll das Spektakel 2017.

Neun weitere verrückte Gegenstände aus dem 3D-Drucker

Der 3D-Druck beflügelt die Phantasie der Ingenieure: Beinahe alles scheint möglich zu sein. Mittlerweile lassen sich auch Instrumente und ganze Häuser fertigen. Hier weitere 9 der verückte Produkte aus dem 3D-Drucker.

Bürohaus in Dubai

Dubai ist bekannt für Superlative, so auch beim 3D-Druck. In der Wüstenstadt soll das Iweltweit erste Bürogebäude, das vollständig aus dem 3D-Drucker kommt, hergestellt werden. Dazu ist ein 3D-Drucker von 6 m Höhe notwendig, der dann das 186 m2 Gebäude Schicht für Schicht herstellt – mit verstärktem Beton, glasfaserverstärktem Gips und faserverstärktem Kunststoff. Angeblich soll das Verfahren die Produktionszeit im Vergleich zum klassischen Hausbau um bis zu 70 % und die Arbeitskosten um bis zu 80 % reduzieren.

Villa für 161.000 $

Aber auch in China will man "Grosses" schaffen mit dem 3D-Drucke: Hier hat der Ingenieur Ma Yihe einen riesigen Drucker entwickelt. Er ist 6,6 m hoch, 10 m breit, 40 m lang. Gemacht ist er für den Bau von grossen Häusern. Mit einer Betonpumpe werden Hauswände Schicht für Schicht aufgebaut. Begutachten kann man eine der Villen in China. Sie hat eine Wohnfläche von 1100 m2 und kostet 161.000 $. Auch hier sollen die Kosten laut Entwickler bis zu 80 % unter denen der normalen Bautechnik liegen.

Ein 700-PS-starker Sportwagen

Das der 3D-Druck in der Automobilindustrie längst angekommen ist, kann man inzwischen fast täglich in der Presse lesen. So hat Kevin Czinger die Aufmerksamkeit der Automobilwelt 2015 auf sich gezogen und zwar mit seinem 700-PS-starken Sportwagen «Blade». Die zentralen Bauteile des Fahrgestells werdenr im 3D-Drucker mit Aluminiumpulver hergestellt. Der Flitzer wiegt dadurch nur 635 kg undbeschleunigt in nur 2,2 s auf 100 km/h. B

Ein Buggy in 44 Stunden

Wer est lieber etwas rustikaler hat, kann sich auch einen Buggy aus dem 3D-Drucker fertigen lassen.

Local Motors aus Phoenix in Arizona produziert mit einem 3D-Drucker des Herstellers Cincinnati Inc. 40 Einzelteile für einen Buggy und das in 44 Stunden. Als Material benutzt er ein mit Kohlenstoff verstärktes Polymer. Aus herkömmlicher Fertigung stammen lediglich Elektromotor, Batterie und Reifen.

Teile des Airbus Militärtransporters A400M

Auch die Luftfahrt setzt auf generative Fertigungsmethoden. So hat de Airbus einen anspruchsvoll geformten Krümmer für die Abgasanlage des Militärtransporters A400M mit dem 3D-Drucker hergestellt. Aber auch im Passagierraum des A350 stecken über 1000 Bauteile aus dem 3D-Drucker.

Ein Fahrradrahmen für die Grüntonne

Wem Fahrrad fahren alleine noch nicht umweltfreundlich genug ist, kann sich den Fahrradrahmen des italienischen Designerbüros Eurocompositi zulegen.Der Fahrradrahmen Aenimal Bhulk besteht aus Polymilchsäure – ein Produkt von Mikroorganismen, die sich von Zuckerrohr oder aus Getreide gewonnener Stärke ernähren und wird selbstverständlich auch gedruckt.

Beinprothese für den Hund Derby

Der Husky aus den USA hat sein Geburt verformte Vorderpfoten und konnte sich daher kaum vorwärtsbewegen. Das Unternehmen 3D-Systems nahm sich dem Schicksal von Derby an und entwickelte eine Prothese, die mit dem 3D-Drucker hergestellt wurde. Der Husky joggt täglich 5 km mit seiner neuer Prothese.

Eine E-Violine namens 3Dvarius

Die 3Dvarius ist vermutlich nicht für jeden Violinisten das geeignete Instrument. Die Elektrovioline des französischen Ingenieurs Laurent Bernadac besteht aus transparentem Kunstharz und stammt aus dem 3D-Drucker SLA 3500. Nur Wirbel, Saiten und Elektronik sind nachträglich eingebaut.

Saxophon aus Schweden

Seit ABBA ist Schweden als Geburtsstätte für Musik bekannt. Nun kommen auch Instrumente aus dem 3D-Drucker aus dem Land im hohen Norden. Der Schwede Olaf Diegel ist auf die Idee gekommen, Instrumente mit dem 3D-Drucker herzustellen. Er ist Professor für Produktentwicklung an der schwedischen Universität Lund hat bereits ein Saxophon aus flüssigem Photopolymer hergestellt. Es es ist fünfmal leichter als ein herkömmliches Saxophon. <<

Quelle: www.ingenieur.de

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