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Schuler Eine ganze Lastwagenpalette aus einer Presse

| Redakteur: Dietmar Kuhn

Mit dem Inkrafttreten der Euro-6-Abgasnorm am 1. Januar 2014 sinken die zulässigen Stickoxidemissionen für Lastwagen mit einem Gewicht über 3,5 t um 80 %. Renault Trucks nimmt die Änderung der Norm zum Anlass, die komplette Modellpalette zu überarbeiten. Die offizielle Vorstellung in Frankreich fand im Juni 2013 statt und setzt sich bis zum Jahresende in den anderen Ländern fort, in denen Renault Trucks präsent ist.

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Renault fertigt Blechteile für die gesamte Modellpalette seiner Trucks auf einer hydraulischen Pressenlinie von Schuler.
Renault fertigt Blechteile für die gesamte Modellpalette seiner Trucks auf einer hydraulischen Pressenlinie von Schuler.
(Bild: Schuler)

Ein Teil der Komponenten, aus denen die Lkw des Herstellers zusammengesetzt sind, entstehen auf einer hydraulischen Hochleistungs-Pressenlinie von Schuler. Ihre besondere Stärke: eine hohe Produktivität bei zugleich hoher Flexibilität.

Ältere Umformwerkzeuge werden weiter verwendet

„Renault Trucks kann sowohl die vorhandenen Werkzeuge einer älteren Pressenlinie einsetzen als auch die speziell entwickelten Werkzeuge für die Produktion der neuen Lkw-Kabinen“, erklärt Dr. Martin Habert, Geschäftsführer bei Schuler SMG und Leiter des Technologiefelds Hydraulic Presses. „Zudem erfolgt das Umrüsten von einem Werkzeugsatz auf einen anderen extrem schnell.“ In weniger als fünf Minuten können die Anlagenbediener mithilfe eines automatischen Wechselsystems den kompletten Pressenwerkzeugsatz sowie die Robotertoolings austauschen. Insgesamt kommen in der Anlage über 80 verschiedene Werkzeugsätze zum Einsatz: „Selbst kleinste Losgrößen sind auf diese Weise einfach und wirtschaftlich herstellbar.“

Pressenlinie und -automatisierung aus einer Hand

Von Schuler stammen nicht nur die hydraulische Kopfpresse mit 2000 t Presskraft und die drei hydraulischen Folgepressen mit jeweils 1000 t Presskraft, sondern auch der Platinenlader sowie die übrige Pressenautomatisierung mit Crossbar Robotern, Entnahme-Crossbar Robotern und zwei Auslaufbändern. Die gesamte Linie erreicht eine Leistungsfähigkeit von bis zu 11 Hüben pro Minute, die Tisch-Stößelflächen messen 4,1 × 2,5 m. Bei zwei Teilen pro Hub verlassen somit 22 Teile pro Minute die Anlage.

„Der Ablauf gleicht in seiner Präzision und Zuverlässigkeit einem Schweizer Uhrwerk“, sagt Dr. Habert. „Ein Rädchen greift ins andere.“ Als erstes löst der Platinenlader die einzelnen Bleche mit Hilfe von Spreizmagneten voneinander, so dass beim Entstapeln immer nur eines vom Roboter abgegriffen und auf ein Transportband abgelegt wird.

In der nachfolgenden optischen Zentrierstation werden die einzelnen Platinen mit einer Kamera erfasst und die Koordinaten an den Belade-Roboter weitergegeben. Dieser legt die Platinen zentrisch und lagerichtig im Werkzeug der Kopfpresse ab, wo anschließend das Tiefziehen erfolgt.

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