Bass auf der Blechexpo 2021 Einfaches Gewindeformen auf Pressen und Stanzen

Autor: M.A. Frauke Finus

Was in der Hose oder im Eimer unerwünscht ist, ist für das Eindrehen einer Schraube essenziell: Ein Loch im Blech. Dieses sollte dann am besten auch noch mit einem schönen und passenden Gewinde versehen sein. Spanloses Gewindeformen ist hier das Schlüsselwort.

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Gewindeformer für die spanlose Blechbearbeitung.
Gewindeformer für die spanlose Blechbearbeitung.
(Bild: Bass)

Eine Ansammlung von gleich mehreren Hidden Champions der deutschen Industrie findet man im lieblichen Taubertal. Neben Würth und Wittenstein sitzt hier auch die Bass GmbH, die 2019 aus Inhaberhand zur OSG-Gruppe gewechselt hat. Am modern gebauten Hauptsitz in Niederstetten, der sich schön in die Umgebung einfügt, beschäftigen sich rund 160 Mitarbeiter mit Technik für Gewinde. Der ganz im Sinne einer Lean-Production konzipierte Neubau wurde 2005 bezogen. Es gibt keine Wege zurück, alles fließt vorwärts: Am Kopf des Gebäudes kommt das Rohmaterial rein, hinten geht der Versand raus. Eine Station ist dabei unter anderem die eigene Salzbadhärterei, die für eine hohe Qualität der Produkte sorgt. Reproduzierbarkeit, bestmögliche Zähigkeit und Härte sowie hohe Standzeiten der Produkte werden so möglich. Gewindebohrer, Gewindefurcher, Gewindefräser und Gewindeschneidfutter sind die Welt von Bass.

Gewinde in allen möglichen Standardgrößen und Sonderformaten

Die Bass-Lösungen zum Gewindefurchen – oder auch Gewindeformen genannt – ermöglichen es, spanlos eine große Range von M1 bis M64 im Standardprogramm abzudecken. Darüber hinaus gibt es aber auch viele kundenindividuelle Aufgabenstellungen, die Bass realisiert, wie beispielsweise M90 für die Windkraftbranche. Handelt es sich um Standardbestellungen, kann meist noch am selben Tag der Wunschartikel aus den rund 10.000 Produkten am Lager versandt werden.

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Die Gewindefurcher werden aus Vollhartmetall (VHM) oder oder pulvermetallurgisch hergestelltem Schnellarbeitststahl ((HSSE-PM) gefertigt. Letztere durchlaufen für den Vergütungsprozess die schon erwähnte Salzbadhärterei. In der Blechbearbeitung sorgen die Gewindefurcher, die in der Regel innerhalb von Stanz- und Umformwerkzeugen auf Gewindeformeinheiten zu finden sind, für viele Vorteile. Denn: Zwei weitverbreitete Lösungen bestehen darin, das Gewinde über eine Mutter anzuschweißen oder einzupressen. „Beide Verfahren sind aufwendig und kosten Geld“, erklärt Norbert Kuhnhäuser, Leitung Anwendungstechnik bei Bass. „Bei der dritten Alternative des Gewindeschneidens oder Gewindebohrens entstehen Späne. Das will man in der klassischen Blechbearbeitung nicht, denn wohin mit den Spänen? Wie abführen – zum Beispiel im Folgeverbundwerkzeug?“ Die Vorteile des Gewindefurchens liegen hier also klar auf der Hand. „Die Gewindeformeinheit im Werkzeug setzt die Hubbewegung der Stanz- und Umformanlage in eine Drehbewegung um. Dadurch setzen unsere Gewindefurcher präzise und schnell an, sodass das Gewinde direkt nach dem Stanzen beziehungsweise Ziehen des Kernlochs gefurcht wird“, so Kuhnhäuser weiter. „Dies reduziert im Vergleich zur Schweißmutter nicht nur den Planungsaufwand, sondern weist im Vergleich zu einem geschnittenen Gewinde auch eine höhere Festigkeit auf. Schnell und präzise führt die Kaltumformung beim Furchen zu einem belastbaren Bauteil.“ Dabei können Stahl, rostfreier Stahl, aber auch in Messing oder Kupfer bearbeitet werden.

Für jede Maschine der richtige Gewindeformer

Die Umformwerkzeuge nutzen die Fließfähigkeit des bearbeiteten Werkstoffs um das Innengewinde zu furchen. Das Material wird in einen Freibereich verdrängt. „Entsprechend steigt die Gewindefestigkeit im Vergleich zum Gewindeschneiden – ein Faktor der insbesondere bei Blechbauteilen beziehungsweise kurzen Gewinden einen deutlichen Vorteil darstellt. Zudem erzeugt das Gewindefurchen ein exakteres Gewindeprofil. Dadurch liegen die Flanken von Schraube und Gewinde besser übereinander, was in einer sichereren Verbindung resultiert“, wie Kuhnhäuser ausführt. Durch Innenkühlkanäle gelangt die Schmierung beim MMS genau an die richtige Stelle und es wird auch nur so viel verbraucht, wie benötigt wird. Auch das sorgt für eine saubere Sache, da keine spezielle Reinigung nötig ist.

Und übrigens: Je nach Maschinenhersteller, wie beispielsweise Amada oder Trumpf, variiert die Werkzeugaufnahme. Deswegen ist der Gewindefurcher von Bass in Bauart und Geometrie den Maschinenbedingungen und dem zu bearbeitenden Werkstoff angepasst.

Bass auf der Blechexpo: Halle 4, Stand 4403

Weitere Meldungen zur Blechexpo finden Sie in unserem Special.

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Über den Autor

M.A. Frauke Finus

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Leitende Redakteurin, Redaktion @blechnet.com