Abkantpressen

Elektronische Schutzengel helfen, Unfälle an Abkantpressen zu vermeiden

30.09.2008 | Autor / Redakteur: Götz Fiessler / Dietmar Kuhn

An Abkantpressen arbeitet der Bediener sehr oft und sehr dicht an der Biegelinie; dadurch entsteht ein erhebliches Gefahrenpotenzial, das im schlimmsten Fall zu Finger- oder Handverlust führen kann. Bild: Fiessler
An Abkantpressen arbeitet der Bediener sehr oft und sehr dicht an der Biegelinie; dadurch entsteht ein erhebliches Gefahrenpotenzial, das im schlimmsten Fall zu Finger- oder Handverlust führen kann. Bild: Fiessler

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An Gesenkbiegepressen ist häufig ein Arbeiten sehr dicht an der Biegelinie notwendig. Auf dieser Biegelinie fährt in der Regel das Oberwerkzeug in die V-förmige Matrize und formt dabei das abzukantende Blech. Wird die Presse geschlossen und befinden sich Hand oder Finger zwischen Stempel und Matrize, hat dies in der Regel fatale Auswirkungen für den Maschinenbediener.

Aus sicherheitstechnischen Gründen schreiben die einschlägigen Unfallverhütungsvorschriften Schutzmaßnahmen für die Vermeidung von Unfällen an Gesenkbiegepressen vor. Solche Maßnahmen sind beispielsweise Zweihandeinrückungen (diese Sicherheitseinrichtung ist entsprechend der EN12622 als alleiniger Schutz für den Eilgangbetrieb nicht mehr zulässig).

Bei Zweihandeinrückungen ist der Bediener während der Schließbewegung gezwungen beide Hände auf den Betätigungstastern zu lassen, damit ein Zufahren der Presse möglich ist. Dies hat aber den Nachteil, dass bei kleinen Werkstücken das Halten und Führen des Werkstücks nicht mehr möglich ist. Ebenfalls bedeutet diese Absicherung auch eine erhebliche Einschränkung in der Produktivität der Anlage. Außerdem ist eine weitere Person durch diese Maßnahme nicht gesichert.

Ohne Sicherheitseinrichtung geht an Abkantpressen nichts

Deshalb werden in der Praxis diese Schutzeinrichtungen häufig überbrückt. Die Gesenkbiegepresse wird unsicher im reinen Fußpedalbetrieb zugefahren. Das heißt, der oder die Bediener arbeiten ohne Sicherheitseinrichtung an der Gesenkbiegepresse. Das Betreiben einer solchen Maschine ohne aktive Sicherheitseinrichtung ist aber gesetzeswidrig. Eine weitere Eigenart von Gesenkbiegepressen sind die Losgrößen der Werkstücke, die auf der Maschine bearbeitet werden sollen. Auf manuell bedienten Pressen werden kleinere bis mittelgroße Stückzahlen produziert. Kleine bis mittelgroße Losgrößen erfordern jedoch ein häufiges Wechseln der Werkzeuge.

So haben sich beispielsweise die Thyssen-Krupp-Aufzugswerke in Neuhausen bei Stuttgart zur Ausrüst-ung ihrer Gesenkbiegepressen für das seit Jahren bewährten System Akas von Fiessler Elektronik entschieden. Erste Erfahrungen mit diesem Sicherheitskonzept konnte das Aufzugswerk an einer neuen Gesenkbiegepresse sammeln, die mit diesem System vom Hersteller der Presse entsprechend der PR EN12662 (Sicherheit von Werkzeugmaschinen – Hydraulische Gesenkbiegepressen) schon ausgerüstet war.

Laserschutzfeld als Sicherheitskorridor

Aus der Notwendigkeit heraus, die Produktivität bei maximaler Sicherheit zu erhöhen und auf Grund der guten Erfahrungen mit der einfachen Bedienung des Systems entschloss man sich, vier weitere Gesenkbiegepressen, die bisher mit einer Zweihandeinrückung ausgerüstet waren, mit dem System Akas nachzurüsten (Bild 1).

 

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