EMO Hannover 2007 EMO Hannover 2007 gibt deutschem Werkzeugmaschinenbau zusätzliche Impulse

Redakteur: Jürgen Schreier

Hannover (js) – Zur Eröffnung der EMO Hannover 2007, der Weltleitmesse für die Metallbearbeitung, präsentiert sich der deutsche Werkzeugmaschinenbau in bester Verfassung. „Nach einem starken ersten Halbjahr haben wir gerade zum zweiten Mal in diesem Jahr unsere Produktionsprognose nach oben korrigiert auf einen Zuwachs von 15%“, berichtet Helmut v. Monschaw, Geschäftsführer des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken, anlässlich der EMO-Auftaktpressekonferenz in Hannover.

Firmen zum Thema

„Die deutschen Hersteller können auch bei Auftragsspitzen mithalten, weil die Produktionsabläufe in der Vergangenheit deutlich optimiert wurden“, so VDW-Geschäftsführer Helmut v. Monschaw in Anspielung auf die enorm hohe Kapazitätsauslastung in der Branche. Bild: Schreier
„Die deutschen Hersteller können auch bei Auftragsspitzen mithalten, weil die Produktionsabläufe in der Vergangenheit deutlich optimiert wurden“, so VDW-Geschäftsführer Helmut v. Monschaw in Anspielung auf die enorm hohe Kapazitätsauslastung in der Branche. Bild: Schreier
( Archiv: Vogel Business Media )

Die durchweg hohe Dynamik der Werkzeugmaschinenbestellungen und ein geschätztes Produktionswachstum von mindestens 15% im ersten Halbjahr trieben den Optimismus der Hersteller weiter an, begründet er seine Einschätzung. Mit einem Produktionsvolumen von dann 12,4 Mrd. Euro bricht der deutsche Werkzeugmaschinenbau abermals alle Rekorde.

In den ersten sieben Monaten 2007 stieg der Auftragseingang im deutschen Werkzeugmaschinenbau um insgesamt 39 Prozent. Die Bestellungen aus dem Inland wuchsen um 33 Prozent; die Auslandsnachfrage legte um 44 Prozent zu.

Werkzeugmaschinen-Export und -Inlandsabsatz laufen gleichermaßen gut

Im ersten Halbjahr 2007 setzten die deutschen Ausfuhren ihren steilen Aufwärtskurs mit 16% Zuwachs fort. In 13 der 15 wichtigsten Märkte stiegen die Lieferungen zweistellig. Weniger als im Vergleichszeitraum 2006 wurde lediglich in die USA und nach Österreich verkauft.

Der Rückgang deutscher Lieferungen in den zweitgrößten Markt USA um 15% ist jedoch bei näherer Betrachtung überzeichnet. Zum einen haben deutsche Hersteller ihre Produktion in den USA angesichts des schwachen Dollarkurses kräftig ausgeweitet. Zum anderen haben viele US-amerikanische Kunden ihre Fertigung nach Mexiko verlagert. Nicht zuletzt deshalb stiegen die deutschen Lieferungen in das mittelamerikanische Land um 90%.

Das Geschäft mit dem wichtigsten Markt China hingegen hat im ersten Halbjahr abermals geboomt. Mit einem Zuwachs von 30% steht die Volksrepublik unangefochten an der Spitze der wichtigsten Märkte für den deutschen Werkzeugmaschinenbau. Der Abstand zu den USA ist auf 60% gestiegen im Vergleich zu 7% binnen Jahresfrist.

Shootingstar unter den wichtigsten Märkten war Russland. Innerhalb von nur sieben Jahren hat sich das Land von Platz 23 unter die Top 5 vorgearbeitet und liegt nunmehr vor Österreich, Frankreich, der Schweiz und Großbritannien. Weit überproportional stiegen auch die Exporte nach Ungarn und Polen.

Auch der Inlandsabsatz bleibt robust. Dafür spricht der hohe Bestellzuwachs. Anhaltende weltwirtschaftliche Wachstumsprozesse und Globalisierungseffekte treiben die inländische Investitionsgüternachfrage voran. Hoher Ersatzbedarf, gute Kapazitätsauslastung, höhere Erträge bei den Abnehmern und Vorzieheffekte durch die noch günstigen Abschreibungsbedingungen im laufenden Jahr stimulieren die Investitionstätigkeit in der Industrie.

Die Werkzeugmaschinenhersteller produzieren am Rande ihrer Kapazitäten. Mit 94,5% beschrieb die Auslastung im zweiten Quartal dieses Jahres einen sehr hohen Wert. Der Auftragsbestand reicht für 7,3 Monate und blieb im ersten Halbjahr konstant. „Die deutschen Hersteller können auch bei Auftragsspitzen mithalten, weil die Produktionsabläufe in der Vergangenheit deutlich optimiert wurden“, erläutert v. Monschaw. Zusätzlich bewältigen sie den derzeitigen Boom mit flexiblen Arbeitszeitmodellen und Leiharbeit.

Ausländische Wettbewerber konkurrieren intensiv um deutsche Aufträge

Im deutschen Markt mit seinen anspruchsvollen Kunden herrscht intensiver Wettbewerb. Insgesamt wuchs der Import im ersten Halbjahr 2007 um 33%. Speziell die asiatischen Anbieter drängen mit höherwertiger Technologie herein. Japan und Korea verzeichneten satte Zuwachsraten bei ihren Lieferungen. Auch die europäischen Wettbewerber sind wieder sehr gut im Geschäft. Hier ist jedoch zu berücksichtigen, dass auch die intensiven Lieferverflechtungen zwischen deutschen Herstellern und ihren Fertigungsstätten im europäischen Ausland die Importe erhöhen. Das gilt beispielsweise für die Schweiz und Tschechien.

Internationale Werkzeugmaschinennachfrage boomt

Für die EMO-Aussteller aus aller Welt zählt nicht nur die Verfassung des deutschen Marktes, sondern in erster Linie die des Weltmarktes. „Aussteller berichten, dass sie auf einer EMO Anfragen aus über 60 Ländern bekommen“, erläutert Helmut v. Monschaw. Der Geschäftserfolg auf der Messe und das Messenachgeschäft hängen demnach in erster Linie von der internationalen Werkzeugmaschinennachfrage ab.

Diese brummt zur Zeit auf breiter Front. 2006 befand sich die Produktion bereits im dritten Aufschwungjahr mit einem Zuwachs von 10% auf 47,3 Mrd. Euro. Nichts deutet derzeit auf einen Rückschritt hin, vorausgesetzt die Finanzmarktkrise greift nicht auf die Realwirtschaft über. Vielmehr sorgen das hohe Bestellniveau, die wachsenden Ausrüstungsinvestitionen weltweit und die daraus resultierende dynamische Weltwerkzeugmaschinennachfrage für weiteres Wachstum. Entsprechend haben die Experten ihre Erwartung auf abermals 10% hochgeschraubt. Zu Beginn des Jahres wurde noch von 5% Wachstum ausgegangen.

Europa wird Zugpferd der Branche

„Jedoch hat es eine Verschiebung in der Nachfragedynamik gegeben“, stellt v. Monschaw fest. Asien hat im ersten Halbjahr 2007 nach dem stürmischen Wachstum der Vergangenheit an Schwung verloren. Indikator dafür sind die deutschen Lieferungen in die verschiedenen Weltregionen. Während Europa um mehr als ein Viertel zulegte, wuchs Asien vergleichsweise langsam um nur 7%. Ursache waren deutliche Rückgänge bei Japan, Südkorea und Taiwan sowie beim Nahen und Mittleren Osten. Die Europäer pflegen offene Märkte. Die Verschiebung des Wachstumsschwerpunktes nach Europa bietet daher großes Potenzial für erfolgreiche Geschäfte auf der EMO Hannover 2007.

EMO Hannover 2007 schiebt Investitionsbereitschaft weiter an

„Das wirtschaftliche Umfeld für die EMO Hannover 2007 ist so günstig wie selten“, resümiert VDW-Geschäftsführer v. Monschaw. Die Messe biete allen internationalen Akteuren im Werkzeugmaschinenbau eine weitere Plattform, ihre internationalen Geschäfte auszubauen. Alle Erfahrungen untermauern, dass das Innovationsangebot auf der Messe die vorhandene Investitionsbereitschaft zusätzlich verstärkt. Bereits 2005 bestätigten viele EMO-Aussteller, dass das positive Investitionsklima auf der Messe weit mehr Vertragsabschlüsse ausgelöst habe als erwartet. Dies wirkte sich auch im Nachgang zur Veranstaltung noch lange positiv auf den Geschäftsverlauf der Aussteller aus.

(ID:225670)