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Automation

Energieeffizienz ist heute ein wichtiges Verkaufsargument

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Welche Antworten haben die deutschen Unternehmen auf den Wettbewerb aus China?

Schwarzkopf: Ganz banal: den technologischen Vorsprung behalten. China unternimmt aktuell im 12. Fünfjahresplan ganz enorme Anstrengungen, um in die Hightechsegmente aufzusteigen. Dabei sollen gezielt „National Champions“ entwickelt werden, die anspruchsvolle Robotik und auch andere Automatisierungslösungen im High-End-Bereich liefern. Auf Robotikmessen in China sieht man nun schon zahlreiche chinesische Hersteller von Robotern aller Bauarten. Diese Entwicklung verläuft sehr schnell.

Ein weiterer Megatrend für die nächsten Jahre ist der demografische Wandel. Wie wirkt sich dieser auf die Robotik und Automation sowie deren Produkte aus?

Schwarzkopf: Der demografische Wandel wird ein weiterer Treiber für die Robotik und Automation sein. Wenn Menschen länger arbeiten müssen und im Schnitt älter sind, wird es umso wichtiger, schwere Arbeiten zu automatisieren oder durch die Unterstützung von Robotern in der direkten Interaktion mit Werkern zu erleichtern. Fehlen Arbeitskräfte, so kann die Robotik und Automation in die Bresche springen und insbesondere repetitive Aufgaben übernehmen. Ein weiterer Trend ist die zunehmende Ergonomie. Automatisierungstechnik wird einfacher bedienbar und in Zukunft wohl auch mit Sprache und Gesten steuerbar.

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Wird die alternde Bevölkerung dem Serviceroboter und dem Thema Mensch-Roboter-Kooperation schneller zum Durchbruch verhelfen?

Schwarzkopf: Das halten wir für sehr wahrscheinlich. Denn das sogenannte „Ambient Assisted Living“ findet – wenn es dann Wirklichkeit wird – einen enorm großen Markt. Dabei wird es um Stückzahlen, bezahlbare Lösungen und sehr intuitive Kommunikationsschnittstellen gehen. Dies wiederum wird eine positive Rückwirkung auf die Servicerobotik in anderen Applikationsfeldern haben.

Die Ressourcenknappheit verlangt einen sparsameren Umgang mit Energie. Wie reagieren die Hersteller von Robotik und Automation darauf?

Schwarzkopf: Mit ganz unterschiedlichen Ansätzen. Nehmen Sie die Bildverarbeitung. Sie führt seit dreißig Jahren unermüdlich zu höherer Effizienz, indem sie Ausschuss vermeidet, Fehler frühzeitig erkennt und ständig die Produktion optimiert. Montageanlagen mit ihren sehr hohen Ausbringungsmengen vermindern die pro Werkstück eingesetzte Energie. In der Robotik gibt es eine ganze Reihe von Ansätzen zur Erhöhung der Energieeffizienz, von energiesparender Antriebstechnik über Leichtbaumaterialien bis hin zur Steuerungssoftware, mit denen sich große Einsparungen realisieren lassen. Zum Beispiel, wenn die Steuerung erkennt, dass der Roboter in einer bestimmten Situation nicht mit der vollen Beschleunigung arbeiten muss, um den jeweiligen Fertigungstakt einhalten zu können.

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