Schuler Entwicklung moderner Stahlwerkstoffe: Pressenbauer gründet Kompetenzzentrum Formhärten

Redakteur: Jürgen Schreier

Göppingen (js) – Die Technologie des Formhärtens von Karosseriebauteilen hält weltweit verstärkt Einzug in den Automobilbau. Gründe sind die steigenden Anforderungen an den Insassenschutz,

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Göppingen (js) – Die Technologie des Formhärtens von Karosseriebauteilen hält weltweit verstärkt Einzug in den Automobilbau. Gründe sind die steigenden Anforderungen an den Insassenschutz, die von der Automobil- und Zulieferindustrie neue Lösungen im Stahlleichtbau fordern. Mit der Gründung des Kompetenzzentrums Formhärten zum Jahresbeginn am Standort Waghäusel bündelt Schuler nun das komplette Verfahrens- und Anlagen-Know-how des Konzerns rund um das Formhärten und bietet seinen Kunden neben dem Anlagenbau eine prozessübergreifende Beratung.

Im neu gegründeten Kompetenzzentrum wird das Verfahren in Zukunft von den Experten aus der Verfahrenstechnik, dem Pressenbau, der Werkzeug- und Automationstechnik kontinuierlich für Anwendungen in der automobilen Serienfertigung weiterentwickelt. Die aktuellen Entwicklungen moderner Stahlwerkstoffe fließen bei der Realisierung zukunftsorientierter Systemlösungen ebenfalls mit ein.

Für Martin Lepper, Leiter der Business Unit Blechumformung bei Schuler SMG GmbH & Co. KG in Waghäusel, sind die Ziele klar formuliert: „Das Formhärten hat sich als Verfahren in der Automobil- und Zulieferindustrie etabliert. Unsere Ziele im Kompetenzzentrum sind die Verkürzung der Zykluszeiten, die Prozessoptimierung und dadurch die Senkung der Kosten pro Bauteil. Darüber hinaus planen wir in Zusammenarbeit mit unseren Kunden und den Stahlherstellern eine kontinuierliche Verbesserung der Bauteilqualität und die Steigerung der Flexibilisierung von Systemlösungen.“

Formhärten – ein sehr komplexes Fertigungsverfahren

Das Formhärten ist ein noch relativ junges, sehr komplexes Fertigungsverfahren mit einer Vielzahl von Einflussfaktoren auf Zykluszeit und Bauteilqualität. Mit der Erfahrung von mehr als 30 realisierten Anlagen weltweit verfügt Schuler mittlerweile über das Know-how der kompletten Prozesskette von der Platine bis zum fertigen Bauteil. Das Know-how in der Verfahrenstechnik und beim Bau hydraulischer Pressen bringen die Spezialisten von Schuler SMG mit ein, die gleichzeitig auch für die Leitung des Kompetenzzentrums verantwortlich zeichnen. Das Know-how zum sicheren und schnellen Teiletransport liefert Schuler Automation. Das Unternehmen mechanisiert momentan mehrere Formhärtlinien in Europa mit dem Schuler Crossbar Roboter und neu entwickelter Transfertechnologie.

Da die Werkzeugtechnik beim Formhärten eine bedeutende Rolle spielt, sind die Werkzeugfachleute von Schuler Cartec mit an Bord. Hier gilt es, den besonderen Anforderungen an gekühlte Werkzeuge mit kreativen Lösungskonzepten gerecht zu werden. Ziel ist die Entwicklung einer Simulationssoftware, die die Auslegung der Werkzeuge vereinfacht. Zum Beschneiden der fertigen hochfesten Bauteile hat Schuler Pressen gemeinsam mit VW Kassel die Soft-Shock-Technologie entwickelt.

Für einen führenden europäischen Automobilzulieferer realisiert Schuler momentan mehrere Formhärtlinien zur Fertigung unterschiedlicher Sicherheitsbauteile mit hochfesten Stählen. Die konzernübergreifende Projektarbeit, an der Schuler SMG, Schuler Automation, Schuler Pressen und Schuler Cartec beteiligt sind, gibt bereits einen ersten Vorgeschmack auf die Zusammenarbeit im Kompetenzzentrum Formhärten. Sehr schnell hat sich gezeigt, wie der Anwender von den Synergien innerhalb des Schuler Konzerns profitieren kann. Im Vergleich zu den konventionellen Lösungen der Vergangenheit kommen neue Automations- und Pressenkonzepte sowie neue Werkzeugtechnik zum Einsatz. Der Beschnitt erfolgt auf speziell ausgelegten mechanischen Pressen mit Schuler Soft-Shock-Technologie.

Pressenbau – Vorteile hydraulischer Pressentechnik nutzen

Die hydraulische Presse eignet sich aufgrund ihrer hohen Flexibilität ideal zum Einsatz beim Formhärten. Besondere Bedeutung kommt der richtigen Auslegung der Presse bei der Mehrfachteilefertigung zu. Im Zusammenspiel mit modernster Werkzeugtechnik sind die Umformprozesse für jedes Bauteil individuell einstellbar und einfach reproduzierbar.

Werkzeugtechnologie – Simulieren und realisieren

Schuler Cartec bietet bei der Herstellung von Werkzeugen für das Formhärten die komplette Prozesskette von der Simulation bis zur Lieferung der Serienwerkzeuge. Dies gilt sowohl für die Werkzeuge zur eigentlichen Umformung als auch für die Werkzeuge zum Beschnitt der hochfesten Teile. In Verbindung mit dem von Schuler Pressen und VW entwickelten Soft-Shock-Verfahren geht Schuler hier neue Wege und setzt auf ein werkzeugschonendes Verfahren, das dem Kunden im Vergleich zum Lasern Kosten- und Qualitätsvorteile bietet.

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Automationstechnik – Sicher und schnell

Anlagen zur Serienfertigung von Formhärtteilen sind vollautomatisierte Systemlösungen. Aus diesem Grund spielt die Automationstechnik vor und nach den Öfen, beim Be- und Entladen der hydraulischen Pressen sowie beim Beschneiden und Fertigteilhandling der hochfesten Teile eine entscheidende Rolle. Schuler bietet mit dem Crossbar Roboter, speziellen Transfergeräten und weiter entwickelter optischer Teileerkennung zuverlässige Automationslösungen, die sich durch ein hohes Maß an Flexibilität und Prozesssicherheit auszeichnen.

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