Schleuderradstrahlen

Entzundern von Vorprodukten aus Blankstahl im Endlosprozess

| Autor / Redakteur: Günther Dorscheid und Martin Friedl / Josef-Martin Kraus

In der Durchlaufstrahlanlage werden Stahlstäbe mit einer Geschwindigkeit von 12 bis 60 m/min entzundert. Die Anlage arbeitet schneller als der nachfolgende Ziehprozess.
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In der Durchlaufstrahlanlage werden Stahlstäbe mit einer Geschwindigkeit von 12 bis 60 m/min entzundert. Die Anlage arbeitet schneller als der nachfolgende Ziehprozess. (Bild: Rösler)

Zur Optimierung der Blankstahlqualität bietet sich die Oberflächenbearbeitung im Strahlverfahren an. Sie verhindert, dass Zunder und Rost die Oberflächen der Drähte oder Stangen beim nachfolgenden Ziehen beschädigen. Eine Herausforderung ist dabei die Anlagenintegration, um 14 t Stabstahl in der Stunde zu entzundern.

Blankstahl, aus dem Automobilzulieferer unter anderem Einspritzkomponenten für Dieselmotoren fertigen, hat hohe Qualitätsanforderungen zu erfüllen. Einen großen Einfluss auf die Blankstahlqualität hat das Strahlen vor dem Ziehprozess. Dieser Verantwortung hat sich nun der Anlagenhersteller Rösler, Untermerzbach, gestellt.

Durchlaufstrahlanlage für Stahlstäbe konzipiert

Für das Werk Burbach der Saar-Blankstahl GmbH konzipierte er eine Durchlaufstrahlanlage zur automatischen fertigungsintegrierten Oberflächenbearbeitung von Stahlstäben mit einem Hüllkreisdurchmesser von 24 bis 80 mm (Querschnitt). Die Durchlaufgeschwindigkeit beim Entzundern beträgt bis zu 60 m/min (Bild 1).

Als Tochterunternehmen der Saarstahl AG hat der Blankstahlhersteller alle Vorteile einer eigenen Roheisenbasis auf seiner Seite. Die Roheisenfertigung ist der Ausgangspunkt für eine hohe Blankstahlqualität, der in den Werken Homburg und Burbach die Prozesse Ziehen, Schälen und Wärmebehandlung in modernen automatischen Fertigungslinien folgen.

Für die Qualitätssicherung ist dort jeweils eine Hochleistungsprüftechnik zur Durchführung von Wirbelstrom- und Ultraschallprüfungen installiert. Aufgrund von spezifisch aufeinander abgestimmten Prozessabläufen fertigt Saar-Blankstahl aus ausgewählten Drähten und Stäben Hochleistungsstähle für unterschiedliche Anwendungen, beispielsweise für Automobilteile in der Zulieferindustrie.

Zunder auf Stahlstäben beschädigt die Oberfläche in doppelter Hinsicht

Vor dem Ziehen der Rund-, Vierkant- oder Sechskantstäbe – oder der Sonderformate – wird das gewalzte Ausgangsprodukt gestrahlt, um anhaftenden Zunder und Rost zu entfernen. Dies ist in zweifacher Hinsicht ein entscheidender Schritt: Zum einen kann anhaftender Zunder die Ziehmatrize beschädigen und auf dem Blankstahl Riefen verursachen. Wird er nicht entfernt, besteht zum anderen die Gefahr, dass der in den Blankstahl eingedrückte Zunder bei der späteren spanenden Bearbeitung eine Beschädigung der Werkzeuge verursacht. Beides muss vermieden werden, damit am Ende der Prozesskette eine homogene Oberfläche entsteht, die den hohen kundenspezifischen Anforderungen standhält.

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