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Euroländer lassen den Maschinenbau wieder wachsen

| Redakteur: Stéphane Itasse

Da war wohl selbst der VDMA überrascht: Der Auftragseingang im Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland lag im August 2013 um real 6 % über dem Ergebnis des Vorjahres. Vor allem aus den Ländern der Eurozone gab es deutlich mehr Bestellungen, wie der Verband am Dienstag in Frankfurt am Main mitteilt. Die Maschinenbauer bleiben allerdings vorsichtig.

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Die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer konnten im August 2013 zum zweiten Mal im laufenden Jahr ein Plus bei den Aufträgen verzeichnen.
Die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer konnten im August 2013 zum zweiten Mal im laufenden Jahr ein Plus bei den Aufträgen verzeichnen.
( Bild: KSB )

Das Inlandsgeschäft stieg um 2 %, das Auslandsgeschäft um 9 %, wie es weiter heißt. Im Dreimonatsvergleich Juni bis August 2013 sei der Bestelleingang im Vorjahresvergleich um 1 % gesunken. Die Inlandsaufträge hätten bei plus 3 %, die Auslandsaufträge bei minus 3 % gelegen.

Maschinenbau verbucht viele Großaufträge aus dem Euroraum

„Im August legte der Auftragseingang erstmals seit drei Monaten zu. Der Ordereingang aus den Euro-Partnerländern hebt sich mit einer Wachstumsrate von 31 % außergewöhnlich positiv ab. Dies ist allerdings in starkem Maße durch Großanlagengeschäft geprägt. Alles in allem werten wir das Plus als ermutigend, wobei die Ergebnisse des Ferienmonats August grundsätzlich nicht überbewertet werden sollten“, kommentierte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers das Ergebnis.

Das Plus beim Auftragseingang ist laut Wiechers überhaupt erst das zweite in diesem Jahr. „Insgesamt ist es doch ein ermutigenderes Zeichen für die Entwicklung unserer Geschäfte“, sagte er weiter.

Politik muss für Maschinenbau schnell stabile Rahmenbedingungen schaffen

An die Politik richtet der VDMA derzeit einen besonderen Appell: „Der Herbst ist auch die Zeit für die Budgetplanung, das heißt, die Umsätze, aber auch die Investitionen werden geplant. Insofern ist es eine heikle Zeit, man schaut genau hin, was sich im wirtschaftlichen und politischen Umfeld tut“, erläuterte Wiechers. Wirtschaftlich habe es einige expansive Frühindikatoren in den vergangenen Wochen gegeben, „nichts berauschendes, aber insgesamt doch abzusehen, dass sich hier die Stimmung etwas aufhellt“, wie der VDMA-Chefvolkswirt meinte.

Politisch würden sich die Investoren nach der Bundestagswahl anschauen, was passiert und was politisch in den nächsten Wochen diskutiert werde. „Steuerhöhungsdiskussionen sind natürlich nicht förderlich für Investitionen, und so wenig förderlich ist es auch, wenn wir hier keine mehrheitfähige und handlungsfähige Regierung haben“, sagte Wiechers. Die Maschinenbauer und ihre Kunden bräucthen in Deutschland entsprechende Signale, dass es weitergeht, dass Reformen angepackt werden und vor allen Dingen die Investitionsfähigkeit gestützt wird. „Und auch die anderen Europäer brauchen verlässliche Signale aus Deutschland, denn wir sind immer noch in einer Europakrise, das heißt, wir brauchen ein handlungsfähiges Deutschland“, meinte Wiechers abschließend.

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