Reach Europäischer Gerichtshof verschärft Informationspflicht über SVHC-Stoffe

Redakteur: Stéphane Itasse

Der Europäische Gerichtshof macht Unternehmen das Leben schwerer: Nach Artikel 33 der Europäischen Chemikalienverordnung Reach ist der Lieferant eines Erzeugnisses verpflichtet, gewerbliche Abnehmer über besonders Besorgnis erregende Stoffe (SVHC - Substances of very high concern) in ihren Produkten unmittelbar zu informieren, sofern deren Konzentration größer als 0,1 Masseprozent im Erzeugnis übersteigt, wie das Fraunhofer IPA berichtet.

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Auch in Teilerzeugnissen müssen jetzt besorgniserregende Stoffe angegeben werden, wie der Europäische Gerichtshof entschieden hat.
Auch in Teilerzeugnissen müssen jetzt besorgniserregende Stoffe angegeben werden, wie der Europäische Gerichtshof entschieden hat.
(Bild: Nasa)

Doch wie der Begriff „Erzeugnis“ in dieser Reach-Verordnung zu verstehen sei, war umstritten. Der Rechtsstreit war unter anderem darüber entbrannt, ob sich der Schwellenwert auf das gesamte Erzeugnis oder auch auf Teilerzeugnisse bezieht. Am 10. September 2015 hat der Europäische Gerichtshof entschieden: Unter die Informationspflicht über SVHC-Stoffe fallen auch Teilerzeugnisse. Das Urteil hat laut IPA drastische Folgen für fast alle produzierende Unternehmen und Händler. Gerade bei Unternehmen, die komplexe Erzeugnisse verkaufen, werde der bürokratische Aufwand immens steigen.

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