VDMA Exporterfolge stärken Maschinenbau

Redakteur: Stéphane Itasse

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) rechnet für 2012 mit dem dritten Wachstumsjahr in Folge. Dies sagte VDMA-Präsident Dr. Thomas Lindner auf der Pressekonferenz des Verbandes am Rande des 5. Maschinenbaugipfels am Dienstag in Berlin.

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Der deutsche Maschinenbau profitiert aktuell von einer starken Nachfrage in Asien. (Bild: KSB)
Der deutsche Maschinenbau profitiert aktuell von einer starken Nachfrage in Asien. (Bild: KSB)

„Wir erwarten ein Produktionswachstum von 4% für 2012. Nominal, also nicht preisbereinigt, könnten wir mit rund 197 Mrd. Euro das Top aus dem Jahr 2008 von 196 Mrd. Euro sogar leicht übertreffen“, erläuterte Lindner. In den ersten acht Monaten 2011 ist die Produktion von Maschinen- und Anlagen – im Vergleich zum Vorjahr – um 16,7% gestiegen.

Maschinenbau hat fast 90% Kapazitätsauslastung

Die Kapazitäts-Auslastung liegt laut Verband aktuell bei 89,9%. Die Auftragsreichweite stieg im Juli auf 5,8 Monate im Durchschnitt der Branche. In den letzten drei Monaten erzielten fünf Fachzweige im Auftragseingang ein Plus von über 20%, die Werkzeugmaschinen, Bergbaumaschinen, Verfahrenstechnische Maschinen und Apparate, Robotik und Automation sowie Landtechnik.

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Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau hebt deshalb seine Prognose für den Beschäftigungszuwachs im gesamten Jahr 2011 (Dezember zu Dezember) auf 30.000 an. Die volle Auslastung der Produktion brachte im August einen kräftigen Beschäftigungszuwachs um 9000 Mitarbeiter, heißt es. Seit Jahresanfang sei die Zahl der Festangestellten sogar um 25.000 auf aktuell 938.000 Beschäftigte gestiegen.

Problem für die Branche sei derzeit der hohe Fachkräftemangel. Aktuell gebe es 17.000 offene Stellen im Maschinenbau, davon rund 8000 für Ingenieure.

Maschinenbau-Exporte nach China steigen um 37%

Die deutschen Maschinenausfuhren lagen im Zeitraum Januar bis Juli 2011 bei 81 Mrd. Euro (2010 bei 69,5 Mrd. Euro), und damit nominal um 16,5% über dem Vorjahreswert, wie der VDMA mitteilt. „Die Region mit dem stärksten Wachstum ist mit 30% Ostasien“, berichtete Lindner. Allein die Exporte nach China stiegen um 37% auf fast 11 Mrd. Euro.

„Wir erwarten für 2011 ein Gesamtvolumen der deutschen Maschinenausfuhr nach China von etwa 20 Mrd. Euro“, sagte Lindner. Das sei eine Riesenchance für den deutschen Maschinenbau, aber natürlich wegen der sich daraus ergebenden Abhängigkeit auch ein beachtliches Risiko. Fast jede fünfte Maschine (18,8%) gehe mittlerweile nach Ostasien, das mehr als doppelt so viel wie nach Nordamerika (9%).

Deutscher Maschinenbau bleibt Weltmarktführer

„Auch im weltweiten Entwicklungstrend liegt der deutsche Maschinenbau gut“, meinte der VDMA-Präsident. Die deutschen Maschinenexporteure hatten 2010 ihre Ausfuhren um 12,5% auf 124,8 Mrd. Euro gesteigert und damit einen Weltmarktanteil von 16,8% erreicht nach 18.6% im Jahr 2009. Auf den weiteren Plätzen folgten Japan mit 12,1% (89,8 Mrd. Euro) und die USA mit 12,0% (88,7 Mrd. Euro). China sei mit 9,7% (72,1 Mrd. Euro) an Italien vorbeigezogen auf Platz 4 im internationalen Ranking.

„Wir sind zwar insbesondere im Verhältnis zu vielen unserer Konkurrenten immer noch sehr gut aufgestellt, aber durch die enorme Ausweitung der Produktion und des weltweiten Handels verlieren wir prozentual an Gewicht. Dies muss eine Herausforderung für uns sein, insbesondere für die Anstrengungen in den asiatischen Wachstumsregionen“, sagte Lindner.

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