Feinstaub in Innenräumen vermeiden Feinstaubsensor ermittelt zuverlässig Innenraumbelastung

Autor / Redakteur: Sophie Kesy / M.A. Frauke Finus

Dort, wo täglich mit Metall, Holz oder Lack gearbeitet wird entsteht gefährlicher Feinstaub. Durch den hohen Schadstoffanteil in der Luft kann die Gesundheit der Mitarbeiter gefährdet werden. Um diese Gefahr zu reduzieren, hat die Dr. Födisch Umweltmesstechnik AG nun den Feinstaubsensor FDS 15 entwickelt, der präzise die Staubbelastung der Luft misst und die Daten anschaulich über verschiedene Schnittstellen ausgibt.

Firmen zum Thema

Das Feinstaubmesssystem besitzt zwei optische Sensoren, die den Staubgehalt auf Basis der Streulichtmessung ermitteln. Das Gerät kann individuell kalibriert werden – so lässt es sich etwa auf die Messung unterschiedlicher Staubarten wie Schweißrauch oder silikatische Stäube einstellen – und verfügt über verschiedene Schnittstellen zur Ausgabe der Daten.
Das Feinstaubmesssystem besitzt zwei optische Sensoren, die den Staubgehalt auf Basis der Streulichtmessung ermitteln. Das Gerät kann individuell kalibriert werden – so lässt es sich etwa auf die Messung unterschiedlicher Staubarten wie Schweißrauch oder silikatische Stäube einstellen – und verfügt über verschiedene Schnittstellen zur Ausgabe der Daten.
(Bild: Dr. Födisch Umweltmesstechnik)

Dort, wo täglich mit Metall, Holz oder Lack gearbeitet wird entsteht im Produktionsbereich, insbesondere in Innenräumen wie etwa Industriehallen, gefährlicher Feinstaub. Eine zu hohe Staubkonzentration kann die Produktqualität, etwa beim Lackieren von Fahrzeugen, erheblich mindern. Darüber hinaus bedeutet das für die Gesundheit der Arbeiter eine extreme Belastung: Durch den hohen Schadstoffanteil in der Luft können Atemwegserkrankungen sowie Störungen des Herz-Kreislauf-Systems bis hin zu Lungenkrebs ausgelöst werden. Um solchen Risiken vorzubeugen, hat die Dr. Födisch Umweltmesstechnik AG nun den Feinstaubsensor FDS 15 entwickelt, der präzise die Staubbelastung der Luft misst und die Daten anschaulich über verschiedene Schnittstellen ausgibt. Mit diesem Wissen können Lüftungsanlagen energieeffizienter gesteuert und Krankheitsfälle sowie Produktmängel vermieden werden.

„Während es für die Außenluft längst europäische Grenzwerte gibt, die eine ausreichende Sauberkeit der Atemluft garantieren, wurden für Innenräume bisher noch keine allgemein gültigen Richtwerte festgelegt“, erklärt Dr. Holger Födisch, Vorstand der Dr. Födisch Umweltmesstechnik AG. Dabei wäre es sinnvoll, auch dort regelmäßige Überprüfungen anzuordnen, denn besonders in der Industriebranche wie etwa in der Metallbearbeitung entstehen während verschiedener Produktionsprozesse Feinstaubpartikel, die schwere gesundheitliche Folgen für die dort tätigen Arbeiter haben können. „Obwohl in den Technischen Richtlinien für Gefahrstoffe (TRGS), die von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin herausgegeben wurden, unter anderem Grenzen zu Feinstaubkonzentrationen festgelegt sind, werden die Werte in den meisten Unternehmen höchstens ein- bis zweimal im Jahr überprüft“, so Födisch weiter.

Bisherige Messgeräte teuer und unhandlich

Die meisten Messgeräte, die bislang eingesetzt werden, sind für den Außenbereich konzipiert und eignen sich nur bedingt für Messungen im Innenraum. Zudem sind sie auch technisch sehr aufwendig gestaltet und entsprechend kostenintensiv. Deshalb hat Födisch als günstige Alternative einen Feinstaubsensor entwickelt, der lediglich 130 x 160 x 90 mm misst und mit einem Gewicht von 2 kg leicht und handlich ist. Das Gerät besitzt zwei optische Sensoren, die den Staubgehalt auf Basis der Streulichtmessung ermitteln. In der Standardausführung wird damit ein Staubgehalt von 3 bis etwa 200 μg/m3 nachgewiesen. Die angesaugte Luft wird dabei auf 50 °C vorkonditioniert und konstant auf diesem Niveau gehalten, um vergleichbare Messresultate zu erhalten. Generell kann das System bei Umgebungstemperaturen von -20 bis +50 °C und selbst bei einer Luftfeuchtigkeit von 100 % noch fehlerfrei arbeiten. Durch einen integrierten Lüfter findet eine Zwangsdurchströmung statt, die für den nötigen Luftaustausch sorgt.

Weiterlesen auf der nächsten Seite

Der Feinstaubsensor verfügt daneben über verschiedene gängige Schnittstellen wie RS 485, sodass die Daten bequem auf dem PC überwacht oder an ein Smartphone gesendet werden können. Der Anwender entscheidet dabei selbst, in welchem Abstand die Messungen erfolgen sollen. Die Installation erfordert keine besonderen Kenntnisse; der Betrieb erfolgt äußerst wartungsarm. Durch seine kompakte Gestaltung kann das Gerät sowohl stationär als auch mobil genutzt werden.

Intelligente Vernetzung möglich

Abhängig von der jeweiligen Kalibrierung lässt sich das Gerät auf verschiedenen Gebieten einsetzen. So ist es neben der eigentlichen Feinstaubmessung in Büros und Produktionsbereichen möglich, in Verbindung mit anderen Messgeräten die Luftgüte zu überprüfen, so dass der Staubgehalt zum Beispiel mit CO2-Werten oder NOX-Werten im Gesamtkontext betrachtet werden kann. Auch lässt sich die Funktionalität von Filteranlagen überwachen. Zusätzlich verfügt der Sensor über einen Vorabscheider, um alveolengängige Partikelfraktionen (PM 2,5) analysieren zu können, sowie über ein WLAN-Modul. Werden zu hohe Messwerte erreicht, ist die Auslösung eines Alarms einstellbar, der etwa an das Smartphone eines leitenden Mitarbeiters gesendet wird, so dass dieser entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten kann. Das wirkt sich nicht nur positiv auf die Gesundheit der Mitarbeiter aus – auch in einer Lackiererei beschädigen zu hohe Feinstaubkonzentrationen zum Beispiel den Lack und mindern die Qualität und damit den Wert des Produktes erheblich. Durch regelmäßige Messungen könnte solchen Produktionsfehlern vorgebeugt werden.

Födisch verfolgt außerdem die Entwicklungen der Industrie 4.0 ganz genau. „Derzeit überprüfen wir, ob die Feinstaubmessung auch mit der Steuerung von Lüftungs- und Absauganlagen verbunden werden kann“, erläutert Födisch. Zu hohe Messwerte könnten die Lüftungsanlagen dann zum Beispiel automatisch anlaufen lassen oder bei niedrigen Werten im grünen Bereich abschalten. „Das fördert nicht nur die Gesundheit der Mitarbeiter, sondern spart auch Energiekosten und sichert die Produktqualität“, ergänzt der Vorstand.

(ID:44410047)