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Messe Tube 2018

Festkörperlaser übernimmt Rohrbearbeitung in XXL

| Redakteur: Stéphane Itasse

Von filigranen Rohren für Büromöbel bis zu großen Profilen für Landmaschinen – das ganze Spektrum bearbeitet eine neuartige Rohr-Laserschneidmaschine. Dank ihres Festkörperlasers kommt sie auf hohe Geschwindigkeiten, wie die Besucher der Messe Tube 2018 in Düsseldorf sehen können.

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Schnellere Rohrbearbeitung: Die überlagerte Bewegung der Rohrachse und des Schneidkopfes steigert die Dynamik des Rohrlasers um mehr als das Vierfache.
Schnellere Rohrbearbeitung: Die überlagerte Bewegung der Rohrachse und des Schneidkopfes steigert die Dynamik des Rohrlasers um mehr als das Vierfache.
( Bild: Trumpf )

Bei der Rohrschneidanlage treffen die hohen Geschwindigkeiten des Festkörperlasers auf ein breites Bearbeitungsspektrum, wie der Hersteller Trumpf mitteilt. Sie schneidet Rohre und Profile mit Durchmessern von bis zu 254 mm und einer Materialstärke von bis zu 10 mm. Auch Schrägschnitte bis 45° fertigt die Maschine. Trumpf zeigt die Trulaser Tube 7000 fiber im April auf seiner Hausmesse in Ditzingen und auf der Messe Tube in Düsseldorf in Halle 6, Stand A08/A09/E22.

Scheibenlaser mit 4 kW macht Rohr-Laserschneidmaschine stark

Das Herzstück des Rohrlasers ist der 4 kW starke Scheibenlaser Trudisk 4001 aus eigener Fertigung. Die Strahlquelle ist robust und erreicht die für Festkörperlaser typischen hohen Schnittgeschwindigkeiten, wie es in der Mitteilung des Herstellers heißt. Die Funktion Rapidcut erhöht die Produktivität der Maschine zusätzlich. Dabei steigern überlagerte Bewegungen der Rohrachse und des Schneidkopfes die Dynamik um mehr als das Vierfache. Das Ergebnis: Die hohen Vorschübe des Festkörperlasers machen sich bereits bei kleinen Konturen bemerkbar. Den Einstechvorgang beschleunigt Pierceline. Diese Option ist ein Beispiel für Funktionen, die Trumpf von der Blech- auf die Rohrbearbeitung übertragen hat. Auch bei den Schneiddaten haben die Entwickler Know-how aus dem Laserflachbett-Bereich einfließen lassen. Insgesamt bearbeitet die Trulaser Tube 7000 fiber Rohre und Profile schneller als ihre Schwester mit CO2-Laser. „Wenn wir den typischen Teilemix unserer Kunden betrachten, erhöhen wir die Produktivität um 15 % – allein dank Festkörperlaser. Je nach Teilegeometrie kann Rapidcut diesen Wert noch steigern“, sagt Karl Schmid, Leiter Produktmanagement im Bereich Laser-Rohrschneiden, laut Mitteilung.

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Lasersicherheit ist besonders bei Maschinen mit Festkörperlaser ein wichtiges Thema. Der Strahlschutz der Trulaser Tube 7000 fiber ist so konstruiert, dass der Bediener uneingeschränkten Zugang zur Be- und Entladeseite der Maschine hat. Der Strahlschutz gewährt Lasersicherheit der Klasse 1. Gleichzeit bekommt der Bediener Zugang zur Be- und Entladeseite und zum Arbeitsraum. „Einzelne, große Rohre kann er ungehindert mit einem Kran beladen“, sagt Schmid.

Rohre werden automatisch beladen

Mit dem Loadmaster Tube arbeitet die Trulaser Tube 7000 fiber vollautomatisch. Das Rohrmagazin der Beladeeinheit fasst bis zu 4 t Rohmaterial. Es nimmt alle Einstellungen automatisch vor und verkürzt damit Rüstzeiten. Vor dem Beladen vergleicht eine Software die Geometrie der Rohre und Profile mit den Daten der Steuerung. So stellt sie sicher, dass das richtige Material geladen wurde. Ein Greifersystem übergibt die Rohre aus dem Magazin an die Maschine. Materialschonende Spannfutter positionieren und halten das Rohr. Sensoren überwachen die Spanntechnik und sorgen dafür, dass sie sich an jede Rohr- und Profilgeometrie anpasst. Für kleine Serien und Sonderprofile kann der Bediener die einschwenkbare Förderstrecke nutzen. Sie belädt die Maschine ebenfalls automatisch. Darüber hinaus lassen sich einzelne Rohre jederzeit manuell beladen. Beim Entladen der Fertigteile prüfen Sensoren, ob die Maschine sie korrekt ausgeschleust hat. Je nach Bedarf transportieren Bandtische die Teile in Gitterboxen oder in Behälter – auch sortiert. Im automatisierten Betrieb kann der Bediener die Fertigteile von den Bandtischen auf einer ergonomischen Arbeitshöhe entnehmen.

Rentabel auch bei kleinen Losgrößen

Damit Kunden auch sinkende Losgrößen wirtschaftlich fertigen können, setzt Trumpf nach eigenen Angaben auf flexible Automatisierung. Darüber hinaus integriert das Unternehmen immer mehr Prozessschritte in den Rohrschneidanlagen. Ein Beispiel dafür ist die Spritzschutzvorrichtung der Trulaser Tube 7000 fiber. Sie verhindert Spritzer auf der Rohrinnenseite und sorgt so dafür, dass die nachträgliche Reinigung der Rohre entfällt. Die Trulaser Tube 7000 fiber verfügt außerdem über die Schnittstelle Central Link, mit der sich Maschinendaten erheben und auswerten lassen. So kann der Kunde den Produktionsplan seiner Anlage optimal gestalten und auch kleinere Losgrößen effizient einlasten. Um in der Anfangsphase die Auslastung des Lasers zu steigern, können Anwender sie im Lasernetzwerk betreiben. Sie steigen so kostengünstiger in die neue Technik ein. Im Lasernetzwerk nutzt die Rohrschneidanlage die Strahlquelle einer bereits vorhandenen Maschine, die Investition in die Anlage reduziert sich also um den Laser.

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