Formnext 2015 Formnext mausert sich zum Innovationstreiber im 3D-Druck

Redakteur: Peter Königsreuther

Die Aussteller der formnext powered by TCT 2015 zeigen die enormen Wachstumspotenziale durch das Zusammenspiel von 3D Druck und konventioneller Fertigung. Stratasys ist etwa mit dem größtem europäischen Auftritt bei der Messepremiere dabei. Die formnext 2015 lädt außerdem zur Sonderschau „Vom Werkstoff zum Bauteil“.

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In der futuristischen Halle 3 wird in Frankfurt die formnext 2015 dem Themenfeld addive Fertigung einen gebührenden Präsentationsrahmen und -schwerpunkt bieten.
In der futuristischen Halle 3 wird in Frankfurt die formnext 2015 dem Themenfeld addive Fertigung einen gebührenden Präsentationsrahmen und -schwerpunkt bieten.
(Bild: mesago)

Wie entscheidend die richtige Auswahl der Werkstoffe für ein Bauteil ist, zeigt die formnext 2015 mit ihrer Sonderschau „Vom Werkstoff zum Bauteil“ vom 17. bis 20. November in Frankfurt am Main. Dabei wird der Einsatz von Werkstoffen sowohl für die konventionelle Fertigung (z.B. Spritzguss) als auch für die additiven Fertigungsverfahren gezeigt.

Die Auswahl und Bereitstellung passender Werkstoffe für die additive Fertigung ist ein sehr aktuelles Thema für die weitere Entwicklung dieser noch jungen Technologie in Richtung Serienfertigung, wie der Messeveranstalter erklärt. Mit ausgewählten Exponaten und anhand plakativer Beispiele von der Zahnbürste und Brillengläsern über Flugzeugteile bis zu Bremsscheiben erläutere die Sonderschau die Wege in die Zukunft der industriellen Fertigung.

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formnext-Sonderschau von Experten initiiert

Anhand des Themas Zahnersatz präsentiert die formnext auf dieser Sonderschau zum Beispiel unterschiedliche Fertigungsmöglichkeiten für Knochenstifte – einmal konventionell aus Keramik und außerdem gesintert aus Titanpulver. Damit zeigt diese Messe mit dem Schwerpunkt auf additive Technologien sowie Werkzeug- und Formenbau auch, welchen Einfluss die Materialien auf die späteren Eigenschaften und Fertigungsverfahren haben, wie es weiter heißt.

„Bei der Herstellung neuer Produkte sollten die Anforderungen an das Bauteil entscheidend sein für die Auswahl der Werkstoffes“, so Prof. Wolfgang Kollenberg, von der WZR ceramic solutions GmbH Rheinbach und Fachausschussleiter additive Fertigung bei der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde. Kollenberg hat in Kooperation mit der formnext die Sonderschau entwickelt und organisiert.

Additive Verfahren leiden unter Rohstoffmangel

Die formnext will mit der Sonderschau auch die weiteren Entwicklungsmöglichkeiten im Bereich Werkstoffe – besonders für die additiven, respektive generativen Fertigungsprozesse – aufzeigen. „Leider stehen in diesem Bereich derzeit noch viel zu wenige Rohstoffe zur Verfügung, was in der Öffentlichkeit nicht wirklich bekannt ist“, so Kollenberg. Für die Idee der unbegrenzten Fertigungsmöglichkeiten durch 3D-Druck müsste noch einiges an Entwicklungsarbeit bei den Werkstoffen geleistet werden.

Doch nicht nur Materialien für die additive Fertigung werden auf der Sonderschau „Vom Werkstoff zum Bauteil“ zu sehen sein: Anhand einer Zahnbürste wird demonstriert, wie mehrere Materialien samt Borsten mittels Spritzgießen kombiniert werden können. „Für den Werkzeugbau ist die schlichte Zahnbürste nämlich ein High-End-Produkt“, so Kollenberg.

Stratasys mit Rekordauftritt auf der formnext

Mit der Kombination aus additiven Fertigungstechnologien und konventionellen Herstellungsverfahren ist die formnext powered by TCT ein wichtiger Innovationstreiber für die Produktentwicklung und -herstellung, so der Veranstalter mesago. Die Neuentwicklungen der Aussteller bestätigten die enorme Dynamik, die viele Branchen bewegt und die sich aus dieser wichtigen Technologiekombination ableitet. Die formnext wird die großen Potenziale in diesem Bereich deutlich machen, wovon sowohl Aussteller als auch Besucher profitieren werden, so der Veranstalter.

Stratasys, ein Weltmarktführer im Bereich 3D-Druck, bekennt sich mit seinem 506 m² großen Messestand deutlich zur formnext: „Wir zeigen uns hier mit dem größten Stand, mit dem wir jemals auf einer Messe in Europa waren“, so Andy Middleton, Geschäftsführer EMEA von Stratasys. Ein Grund dafür ist, dass die formnext die aktuellen thematischen Entwicklungen im Bereich der additiven Fertigung sehr gezielt aufgreift: „Die industrielle Anwendung hat sich zum Schwerpunkt unserer Geschäftstätigkeit entwickelt“, so Middleton. Es gehe nicht mehr nur um neue technologische Entwicklungen, sondern um die Frage, wie additive Technologien in die Produktion von Industriesektoren wie dem Automobilbau oder der Luftfahrt integriert werden können und welche Möglichkeiten sich dabei ergeben. „Um das zu zeigen, ist die formnext eine hervorragende Plattform“, bestätigt Middleton. Neben dem Bereich Prototyping wird beim Messeauftritt von Stratasys auch das Thema Fertigung ein besonderer Schwerpunkt sein.

Spritzguss-Experten mit dem Freeformer in Frankfurt

Auch das Unternehmen Arburg, das auf der formnext den 2015 weltweit auf den Markt gebrachten „Freeformer“ präsentieren wird, sieht große Potenziale für das Zusammenspiel aus konventionellen Verfahren und 3D-Druck. „Wir verzeichnen einen klaren Trend hin zu variantenreichen Kleinserien und kleinen Stückzahlen bis hin zu Losgröße 1. Diesbezüglich sehen wir ein breites Spektrum in der Kombination von Spritzgießen und industrieller additiver Fertigung“, so Heinz Gaub, Arburg-Geschäftsführer Technik. „Dadurch ist es möglich, Kunststoffteile effizient und kostengünstig in Serie zu fertigen und in einem generativen Fertigungsschritt kundenspezifisch in kleinen Losgrößen zu individualisieren. Spezielle Kundenwünsche können so direkt in eine zum Ende hin personalisierte Wertschöpfungskette integriert werden, so Gaub.

Integration additiver Verfahren wird immer wichtiger

Die EOS-Technologie wird mittlerweile nicht mehr nur im Prototypenbau eingesetzt, sondern bedient auch zunehmend immer mehr Fertigungsanwendungen. „In diesem Umfeld kann es einerseits darum gehen, dass die additive Fertigung dort ansetzt, wo konventionelle Verfahren in puncto Umsetzbarkeit an ihre Grenzen stoßen. Andererseits wird – je nach Anwendung – jedoch auch die Integration additiver Fertigungsverfahren in bestehende konventionelle Produktionsumgebungen oder auch die Kombination beider Herangehensweisen immer mehr an Bedeutung gewinnen“, so Claudia Jordan, Unternehmenskommunikation EOS. Ein wichtiger Schritt in dieser Entwicklung ist für EOS die Kooperation mit GF Machining Solutions im Bereich Werkzeugbau. Diese Entwicklung wird neben der Präsentation eines neuen Systems und Monitoring-Lösungen für die Qualitätssicherung im Bauprozess ein wichtiges Thema beim Auftritt von EOS auf der formnext 2015 sein. MM

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