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Industrie 4.0

Forschungsprojekt zu IT-Sicherheit

| Redakteur: Beate Christmann

Gesicherte Netzwerke statt zentraler Cloud Services für Industrie 4.0 – das ist der Schwerpunkt des Forschungsprojekts Securin. Forscher der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften arbeiten im Rahmen eines Förderprogramms des Landes Niedersachsen gemeinsam mit Unternehmen und gesellschaftlichen Einrichtungen an den Themen Datenschutz und IT-Sicherheit.

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Das Securin-Team will Industrie 4.0 für Unternehmen sicherer machen (von links): Prof. Dr. Ina Schiering, Prof. Dr. Diederich Wermser, Prof. Dr. Gert Bikker, Prof. Dr. Sandra Müller, Florian Pramme.
Das Securin-Team will Industrie 4.0 für Unternehmen sicherer machen (von links): Prof. Dr. Ina Schiering, Prof. Dr. Diederich Wermser, Prof. Dr. Gert Bikker, Prof. Dr. Sandra Müller, Florian Pramme.
( Bild: Ostfalia )

Wenn sich Otto Normalverbraucher in Zeiten mobiler Kommunikation Sorgen um seine Daten macht, geht es Unternehmen nicht anders. Laut dem Branchenverband Bitkom planen zwar bereits 69 % der Unternehmen Prozessverbesserungen durch Industrie 4.0 , jedoch bildet die bisher mangelnde IT-Sicherheit das wesentlichste Hemmnis auf diesem Weg. Wie lassen sich also innovative Lösungen in Industrie 4.0 sicher gestalten? Mit dieser Frage beschäftigen sich aktuell Wissenschaftler der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften aus den Bereichen Informatik, Soziale Arbeit und Elektrotechnik interdisziplinär und in Kooperation mit Unternehmen und gesellschaftlichen Einrichtungen der Region.

Der Forschungsschwerpunkt ist „Securin - Security Referenzmodell Industrie 4.0“, der vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) im Rahmen des Förderprogramms „Entwicklung und Etablierung von Schwerpunkten angewandter Forschung an niedersächsischen Fachhochschulen“ über fünf Jahre hinweg mit insgesamt 1 Mio. Euro aus Mitteln des Niedersächsischen Vorab der Volkswagenstiftung gefördert wird.

Sichere Kommunikation zwischen Mensch und Maschine

Seit dem Siegeszug des Smartphones setzen intelligente Produkte wie Smart TVs, Smart Watches, Waagen, Überwachungskameras und vernetzte Autos den Trend. Bisher arbeiten diese Produkte noch weitgehend isoliert. Ansätze zur Vernetzung bestehen hauptsächlich darin, Daten aus den Sensoren zentralisiert durch Cloud Services auszuwerten, wie zum Beispiel die aktuellen Angebote von Amazon, IBM und Microsoft.

Im Forschungsschwerpunkt Securin sollen intelligente Produkte in Arbeitsabläufen auch gemeinsam mit Menschen sicher kommunizieren und interagieren. Statt Daten in zentralen Cloud Services zu verarbeiten, ist es das Ziel, gesicherte Netzwerke für Industrie-4.0-Anwendungen automatisiert bereit zu stellen. Wichtige Aspekte dabei sind Datenschutz und IT-Sicherheit. Dabei werden in Kooperation zwischen Sozialer Arbeit, Informatik und Praxispartnern E-Health-Anwendungen realisiert, die Menschen in der Rehabilitation von höheren kognitiven Steuerungsfunktionen und bei der Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess unterstützen. Diese Entwicklungen werden durch eine Evaluationsstudie begleitet.

Bei der Car-2-X-Kommunikation und der Einführung von IP-Technologien im Fahrzeug wird untersucht, wie man IT-Sicherheit in Form von Maßnahmen zur Prävention und zum Monitoring in den Entwicklungsprozess integrieren kann.

Interdisziplinärer Ansatz

„Ziel dieses interdisziplinären Forschungsschwerpunkts ist es Vorgehensmodelle zu entwickeln, die Unternehmen dabei unterstützen, Anwendungen im Bereich Industrie 4.0 in Zukunft sicher zu entwickeln und während des gesamten Lebenszyklus sicher zu betreiben“, sagt Prof. Dr. Ina Schiering (Informatik), Sprecherin des Forschungsschwerpunktes und Leiterin des Teilprojekts Security in dynamischen Workflows in Industrie 4.0. Weitere Teilprojekte leiten Prof. Dr. med. Sandra Müller (Soziale Arbeit) – Einsatz mobiler Endgeräte in der Rehabilitation von Patienten mit exekutiver Dysfunktion, Prof. Dr. Gert Bikker (Informatik) – Security in Automotive Netzwerken und Prof. Dr. Diederich Wermser (Elektrotechnik) – Software Defined Networking für Industrie 4.0.

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